DIY: Sammelmappe

Buchbindeprojekt II

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Nach Sammel- oder Schleifenmappen wird man süchtig. Mir geht es zumindest so. Ich kann einfach nicht genug davon haben. Sie sind praktisch -alles rein und einfach zubinden- und trotzdem dekorativ.

Diese hier ist schlicht gehalten, man kann sie aber hervorragend verzieren, wenn man sie „effektvoll drapieren“ möchte.

Hier sind ein paar Beispiel:

http://tinyurl.com/znlxxng

Die meisten meiner Mappen sind mit einem  Stoff und farblich passendem  Buchbinderleinen bezogen.

Buchbinderleinen ist ein feines Leinen  oder Halbleinengewebe, welches meistens auf einer dünnen Papierschicht aufgeklebt ist.

Wer lieber Papier mag: handgeschöpftes oder Knautsch/Lederpapiere eignen sich gerade für Anfänger wunderbar.

Geschenkpapier ist ungeeignet. Schwere italienische Papiere setzen etwas Übung voraus.

Ein Überzug lässt sich aber auch selbst herstellen:

für ein sehr großes, handgenähtes Buch habe ich ein Zeichenblatt mit Tusche bemalt, gut durchtrocknen lassen, mit einer weissen Kerze vorsichtig eingerieben und  einem weichen Tuch poliert. Eine Fleissarbeit, aber herausgekommen ist dabei ein sehr strapazierfähiges Papier:buch35

Materialien wie Pappen, Papiere, Klebstoffe, Werkzeuge u.ä. wurden  in der Anleitung Fotoalbum  beschrieben.

Pappen exakt von Hand zu schneiden, ist eine mühselige Angelegenheit. Ich mag dieses exakte Anzeichnen und Schneiden -trotz Schneidemaschinen- gar nicht.

Sie werden nie so perfekt geschnitten wie in der Druckerei, in der ich schon unzählige Schneidesachen in Auftrag gegeben habe.

Wenn ich dort bin, darf ich immer in den „Restekorb“ schauen und mir alles mitnehmen was ich möchte. Papiere, Leinen und auch mal ein Glas Leim, bekomme ich zum Sonderpreis, im Gegenzug bin ich großzügig mit Geschenken aus meiner Küche.

Für eine einzelne Mappe kann man sich die Arbeit machen, aber wer mehrere Mappen binden möchte, sollte sich eine Druckerei suchen und dort mal freundlich nachfragen, ob man sie dort nicht für einige Euro maschinell zuschneiden lassen kann.

Online kann man sich ebenfalls Pappen fertig zuschneiden lassen, das lohnt sich allerdings nur, wenn man mehrere „Rohlinge“ bestellt.

Zunächst benötigen wir  Graupappe -etwa 2,5  mm dick- in den Größen

1 Stck. : 30,7 cm  x  22,0 cm

2 Stck. : 22,0 cm  x   6,0 cm

2 Stck. : 31,2 cm  x    6,0 cm

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Mit Planatol werden die einzelnen Zuschnitte  zu einer Schachtel verklebt:

Die Kanten  stabilisiert man mit etwas Malerkrepp oder Tesafilm, der nach dem Trocknen wieder entfernt wird:

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Die Kanten sollten nach Möglichkeit exakt aufeinandertreffen.

Das klappt gerade zu Anfang nicht immer, zum Glück lassen sich aber einige Ungenauigkeiten auch später noch korrigieren.

Zunächst werden die Außenkanten beklebt, der Stoffstreifen sollte dafür etwa 18 cm breit sein und einmal gut um die Schachtel passen.

Baumwollstoff kann man wie Papier direkt auf die Pappe kleben, der Kleber muss jedoch dünn und gleichmäßig aufgetragen werden (Planatol wird dazu mit etwas Wasser verrührt), sonst drückt er sich  unschön durch den Stoff und es gibt häßliche Flecken, die sich nicht mehr entfernen lassen.

Am besten immer ein feuchtes Tuch bereit legen, um klebrige Finger oder Arbeitsmatte  sofort zu reinigen.

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Für diese Schachtelmappe habe ich jedoch zunächst einen Streifen Vlieseline mit der „Bügelseite“ nach oben rundherum auf die Aussenkanten aufgeklebt und darauf den Stoffstreifen gebügelt:

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Gepolsterte Aussenkanten sehen hübsch aus und verdecken kleine Unregelmäßigkeiten.

Anfang und Ende des Stoffstreifen werden an eine der schmalen Seiten der Pappe überlappend verklebt. Ein Ende des Stoffstreifen umknicken und glatt bügeln, damit eine saubere Kante entsteht.

Auf dem Schachtelboden (außen) den überstehenden Stoff verkleben:

Die Innenseiten der Mappe ebenfalls Seite für Seite festkleben und die Ecken gut ausarbeiten.

Für den Einlegeboden benötigen wir Graupappe in der Größe:

1 Stck. : 30,2  cm  x  21,5 cm

Beklebt wird er wiederum mit einem Stück Vlieseline, die mit der Bügelseite nach oben zeigt und auf die ein Stück Stoff gebügelt wird:

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Einige Klebepunkte auf den inneren Schachtelboden geben  und den Einlegeboden einsetzen:

Wir benötigen für den Einsatzdeckel Graupappe in der Größe:

21,0 cm  x  29,0 cm

und ein passendes Stück Buchbinderleinen (siehe Foto unten).

Graupappe gleichmäßig einkleistern, umdrehen und auf das Buchbinderleinen kleben.

Ecken des Leinens abschrägen, nach innen umschlagen und festkleben.

Die einzelnen Kanten ebenfalls umschlagen und festkleben. Mit schweren Büchern o.ä. beschweren und trocknen lassen.

Aus zwei Stoffstreifen  zwei Bänder nähen:

Stoffstreifen einmal falten und überbügeln. Aufklappen und jede Seite bis zur „Bügelfalte“ einschlagen und bügeln. Streifen falten und die offene Kanten nähen. Perle aufziehen und festknoten.

Wer keine Lust auf Nähen hat, kann sich passendes Schleifenband kaufen, es sollte nur recht strapazierfähig sein.

Umschlagdeckel

Wir benötigen Graupappe in den Größen:

1 Stck. 23,5 cm  x  6,5 cm

2 Stck. 23,5 cm  x  32,5 cm

und ein ausreichend großes Stück vom Buchbinderleinen

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Die Graupappenzuschnitte werden aufgelegt und mit „Abstandshalter“ versehen. Als Abstandshalter benutze ich eine in Stücke gesägte Plastikleiste (sie ist etwa 1 cm breit und 2 mm hoch).

Unter die  Zuschnitte lege ich ebenfalls eine Leiste oder ein Lineal, damit sie in einer geraden Linie aufgeklebt werden.

Alle Ecken und die einzelnen Kanten umschlagen und festkleben. Nur wenig Leim auf die umgeschlagenen Ecken (rechtes Foto) geben und diesen immer nach außen aufstreichen, damit kein Leimfleck auf das Leinen kommt.

Mit einem Falzbein jede Ecke und jede Kante sauber ausarbeiten.

Ein sauber geschnittenes Stück vom Buchbinderleinen auf die Rückeneinlage, Vorder- und Rückendeckel kleben (siehe Foto unten)

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Die Schleifenbänder rechts und links mittig festkleben, den Leim aber nicht bis zum Schachtelrand auftragen.

Ich klebe meistens noch ein Stück Stoff drauf, weil ich mir einbilde, es würde so besser halten.

Wer das obere Foto mit den beiden unteren vergleicht, wird bemerken, dass ich an den Ecken etwas flicken musste. Damit es anderen nicht passiert, sollte drauf geachtet werden, dass das Leinen an den Ecken nicht zu kurz geschnitten wird und gut die Graupappe verdeckt.

Vor dem Leimen noch einmal testen, ob nirgendwo Graupappe herausschaut.

Wer mag, kann nun auch Buchecken aufsetzen.

Den Schachtelboden gleichmäßig leimen. An den Kanten den Leim nur dünn auftragen, damit er beim Aufsetzen nicht rausquetscht.

Immer dran denken: nur wo Leim aufgetragen wurde, kann es kleben.

Schachtel auf den Rückendeckel kleben. Auf der linken Seite bis zur ersten Falz, denn dort wird sie später mit dem Rücken verklebt. Links befindet sich auch die Ansatzstelle  vom Stoff.

Mit Bücher beschweren und trocknen lassen.

Die exakte Lage des Einlagedeckels anzeichnen und ihn festkleben.

Schachtelrücken festkleben und lassen gut trocknen lassen.

Mit schweren Büchern oder Boule-Kugeln als Gewicht, habe ich meine allerersten Buchbindearbeiten getrocknet. Natürlich geht es sehr viel einfacher, wenn man die einzelnen Teile einfach mit Klemmen (gibt es in jedem Baumarkt)  fixiert.

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Fertig? Dann darf man jetzt voller Stolz die wunderschöne Schachtelmappe bewundern.

Bei Fragen: Muschel@ewe.net

nächstes Buchbindeprojekt: Stifteschachtel für den Schreibtisch

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Material für die Schachtelmappe: (siehe auch Fotoalbum DIY)

Graupappe für die Innenschachtel:

1 Stck. : 30,7 cm  x  22,0 cm

2 Stck. : 22,0 cm  x   6,0 cm

2 Stck. : 31,2 cm  x    6,0 cm

Graupappe für den Einsatzdeckel:

1 Stck. : 21,0 cm  x  29,0 cm

Graupappe für den Umschlagdeckel:

1 Stck. 23,5 cm  x  6,5 cm

2 Stck. 23,5 cm  x  32,5 cm

Kleber, z.B. Planatol BB

Stoff oder Papier

evtl. Vlieseline

Buchbinderleinen

Falzbein, Schere, Cutter, Rollschneider, Schneidemaschine (wenn vorhanden), Bleistift

evtl. Schleifenband

 

DIY: Fotoalbum

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