DIY: Dreiecksschachtel/ Geschenkschachtel/ Gutscheinbox

Eine Anleitung in -fast- neun Schritten.

 

graf1

Ab und zu benötigt man eine kleine Geschenkschachtel um einen Gutschein o.ä. zu verpacken. Wie wäre es mit einer Dreiecksschachtel?

 

Sie eignen sich wunderbar um Pralinen, Bonbons, Tee, Herz-Stecknadeln, Litze & Spitze, Matchboxauto, Lippenstift, Schmuckstück, Perlen, Muscheln, Maschenmarkierer, Mini-Konfitüre, Seidentuch, Parfum, Babysocken zu verschenken.

Sie sind schnell gemacht und lassen sich -auseinandergefaltet- sehr platzsparend aufbewahren.

graf4

 

Material:

Papier, Falzbein, Lineal, Lochzange, Band, Perlen.

Tipps und Tricks sowie eine Email-Adresse von mir, findet ihr am Ende der Anleitung.

Vorm Basteln bitte die Anleitung einmal komplett durchlesen.

 

Eine Anleitung in -fast- 9 Schritten

Schritt 1

Ein Din A 5 Blatt einmal in der Mitte knicken und den Knick flach ausstreichen. Das geht am besten mit einem Falzbein.

graf5

 

Schritt 2

Die Mitte am oberen und unteren Rand markieren.

graf6

 

Schritt 3

Mit Hilfe eines Falzbeins und eines Lineals von der Mitte des oberen Rands bis zum äußersten Punkt der mittleren Falt-Linie zunächst eine Rille ziehen und an dieser Rille umknicken. Durch dieses Vorgehen (Falzen) wird das Papier beziehungsweise der Karton an der Falzstelle entspannt, um beim Knicken nicht zu brechen. So können mit hoher Präzision saubere Falze gesetzt werden.

graf7

Hier habe ich euch die Rillen einmal angezeichnet:

graf8

 

Schritt 4

Mit allen vier Seiten so verfahren. Je sauberer der Knick, um so besser sieht die Schachtel später aus.

graf9

 

Schritt 5

Jeweils zwei geknickte Seiten ineinanderstecken

graf10

 

Schritt 6

In den ineinandergesteckten Seiten mit Hilfe einer Lochzange ein Loch bohren

graf11

graf12

 

Schritt 7

Durch die Löcher eine ausreichend lange ( etwa 60 cm) Kordel ziehen und diese an den Enden entweder verknoten oder eine Perle aufziehen.

graf13

 

Schritt 8

So sollte die Schachtel aussehen, wenn man die Kordel zusammenzieht und eine Schleife bindet.

graf14

An den Bandenden eine Perle einknoten.

 

Schritt 9

Wir haben es in acht Schritten geschafft und deswegen Zeit für ein paar Tipps:

Mittlerweile bekommt man passendes Papier nicht mehr ausschließlich im Schreibwarenladen, sondern sogar schon bei DM (Drogeriekette) und natürlich in Bastelläden. Es sollte weder zu dünn ( Schachtel wird instabil) noch zu dick sein.

Ein großer Bogen Schmuckpapier, aus dem man mindestens acht Schachteln basteln kann, kostet ca. 1,20 Euro.

Ich habe aber auch schon schöne Kalenderblätter, Notenpapier oder alte Landkarten verarbeitet.

Schachteln aus einfarbigem Papier sehen hübsch mit einem geschriebenen Gruß/ Wunsch oder einem Aufkleber aus.

Besonders gefallen mir Vintage/Nostalgie-Aufkleber wie zum Beispiel die von made-by-mrs-b
Zu Weihnachten eignen sich die Schachteln sehr gut als Adventskalender oder als Deko im Adventskranz.

Die Größe der Schachtel ist natürlich variierbar. Ich selbst nutze gern das Din A 5 -Format, weil ich meistens sehr viele Schachteln auf einmal bastel und ich keine Lust habe sie auszumessen. So muss ich nur ein Din A 4-Blatt (in diesem Format findet man sie meist in den Bastelläden) einmal teilen und spare mir Arbeit.

Zur Dekoration bastelt man sie sich im Mini-Format.

Die Löcher sind haltbarer mit durchsichtigen Lochverstärkungsringen von Avery, Herma oder Zweckform. Sehr schön sehen auch Eyelets (Ösen) aus, die es mittlerweile in allen Farben gibt.

Ich wünsche euch viel Spass beim Nachbasteln 🙂

 

Le Mensch

von Mely Kiyak

Hin und wieder erreicht mich der Vorwurf, dass ich nicht zwischen Rechten und Rechtsextremen unterscheiden würde. Meist geschieht es dann, wenn ich von der AfD als eine rechtsextreme Partei spreche. Nicht, dass es eine Rolle spielen würde, aber ich verrate ein Geheimnis: Gegen Rechte habe ich nichts einzuwenden, außer einen Sack voll politischer Gegenansichten.

Rechtssein geht demokratisch betrachtet, selbstredend in Ordnung. Zumal sich die konservativen Rechten, ja sogar die reaktionären Rechten, permanent in die Tasche lügen. Als ob die Bewahrer der guten alten Werte und Sitten nicht auch Schritt mit der Moderne hielten. Vor dreißig Jahren fanden es Konservative noch extrem schrill, wenn ein Ehemann, der seine Ehefrau vergewaltigt, strafrechtlich verfolgt werden sollte. Heute wird man in der CSU und CDU sicher lange suchen müssen, bis man einen findet, der meint, dass ehelicher Verkehr unter allen Umständen vollzogen werden müsse, auch wenn die Gattin nicht will. Die Liste solcher Beispiele ist lang. Nach und nach kippen die Rechten ihre vermeintlich betonierten Ansichten und trinken Sektchen auf schwule oder lesbische Eheschließungen und ich persönlich werde nicht müde zu betonen, wie FAZ-Kollegen in der Gorkikantine freitags auf den Tischen tanzen und alles Mögliche tun, außer Fisch essen und beten.

Tatsächlich meine ich rechtsextrem, wenn ich das Wort rechtsextrem hinschreibe. Es handelt sich dabei um eine politische Kategorie, die ein Sammelbegriff für sämtliche Strömungen rechts von den Rechten ist. Neofaschisten, Neonazis und Nationalisten sind damit gemeint. Die anzutreffen ist jedoch eher ein seltenes Vergnügen.

Das rechtsextreme Massenphänomen aus der gegenwärtigen Mitte unserer Gesellschaft zeichnet sich durch etwas völlig anderes aus. Die Neue Rechte ordnet Menschen, deren Vorfahren aus dem Orient stammen, dem Islam zu, um sie dann auf dieser Grundlage als Verfassungsfeinde, Demokratieverweigerer, Terroristen oder sonstige Gefährder der inneren Sicherheit und sozialen Ordnung zu behandeln. Sie argumentiert in diesem Zusammenhang mit dem Islamismus und setzt ihn in irgendeine Verbindung zu jedem Menschen, dessen Großvater mal in der Nähe eines Minaretts ein Stück Wassermelone aß.

Die moderne Politikwissenschaft hat den Begriff des Rassismus durch den der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit ausgetauscht.  „Der Islam“ beispielsweise stellt keine Rasse dar. Wer „der Islam“ sagt, meint damit die Muslime. Die meisten Menschen, die man dem islamischen Kulturkreis zuordnet oder einfach Muslime nennt, sind keineswegs eine einheitliche Gruppe. Menschen aus Syrien, Jordanien, Libanon oder dem Irak sind Bürger aus klassischen Vielvölkerstaaten mit pluralen religiösen und kulturellen Herkünften und unterschiedlichen Sprachen. Diese Unterschiede gehören neben vielen anderen zu den Gründen warum sie in Konflikt miteinander geraten und fliehen müssen.

Über aufgezwungene Zuschreibungen und darüber, dass Menschen viele Identitäten haben, hat Alfred Grosser, der 92-jährige Publizist, in diesem Frühling ein Buch veröffentlicht: „Le Mensch – Eine Ethik der Identitäten“.

„Die Engländer, die Juden, die Moslems, die Flüchtlinge, die Katholiken, die Nachbarn, die Ärzte, die Hausfrauen, die Apotheker, die Landwirte: Das „Die“ kommt entweder von außen oder von Gruppenvertretern, die behaupten, alle zu vertreten, die das „Die“ angeblich umfasst.“

Wer die Betrachtung auf das „Die“ von außen als politische Kategorie teilt, ist in der AfD ganz gut aufgehoben. Der kann dann sicher auch mit solchen Sätzen etwas anfangen, etwa dass „in deutschen Innenstädten nur noch vereinzelt Deutsche zu sehen sind“ (Jörg Meuthen). Gemeint sind damit immer Muslime, nie Christen, Juden oder Buddhisten.. Dass deutsche Staatsbürger als Muslime fremdmarkiert werden, wirft einen natürlich zurück in eine völlig andere Zeit. Zurück zu einem Nationalismus, dessen zentrale Erzählung um das ethnisch homogene deutsche Volk kreist. Im AfD-Wahlprogramm steht, dass „der Islam“ die europäischen Werte des Zusammenlebens aufgeklärter Bürger bereits zerstöre, wogegen ein Bündel „Maßnahmen“ ergriffen werden müsse.

Wie die Maßnahmen wohl aussehen werden? Ich weiß es nicht. Wie könnte man deutsche Muslime wohl wieder loswerden? Und wie will man späteren Generationen glaubhaft machen, dass man mal wieder von nichts wusste, keine Ahnung hatte?

Hans-Thomas Tillschneider, einer der rechtsextremen Chefdenker aus der AfD sagte vergangenes Jahr:

„Wir müssen uns wieder als Deutsche denken. Wir dürfen uns das nicht madig machen lassen von Leuten, die schon seit Jahrzehnten die Gefahr eines neuen Nationalismus beschwören. Wir müssen wieder zu einem Bewusstsein finden, das unsere politischen Meinungen zweitrangig sind, dass wir zuerst und vor allem Deutsche sind, bevor wir Liberale, Konservative oder Linke sind.“

Björn Höcke sprach auf derselben Veranstaltung von der benötigten „Hinwendung zu einem neuen Mythos“.

Wie das genau funktionieren soll, in Hinwendung zu einem neuen Mythos sich wieder als Deutsche zu denken, ist mir nicht ganz klar, aber ich ahne wohin die Reise geht. Im Moment ist die Partei nämlich schwer damit beschäftigt, sich überall da, wo sie mitregiert, einen Überblick darüber zu verschaffen, wer „linksliberale Vielfaltsideologie“ betreibe, um den jeweiligen Kulturinstitutionen „eine Absage zu erteilen“ und Subventionen zu streichen (Tillschneider). In diesem Zusammenhang fiel übrigens auch der Name des Gorki Theaters. Es geht um den Versuch, das deutsche Volk umzuerziehen. Gewissermaßen zurück zur alten Software.

Hier ein winziger Auszug aus den Berichtsanträgen der AfD aus dem Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses:

Wie bestimmt der Senat den gesamtgesellschaftlichen Nutzen der Förderung von Stipendien für nicht-deutsche Muttersprachler?

Wir bitten um Auflistung aller Projekte der Homosexuellen-Szene, die in Berlin gefördert werden.

Welche Personen und Organisationen werden unter „Muslime in Berlin (Muslimische Kulturtage)“ und „Muslimische Bildung/Akademiearbeit“ gefördert?

Wenn man das liest, wird doch einiges deutlich, nicht wahr? Um das Phänomen der AfD zu verstehen, um die Ideologie dahinter zu demaskieren, muss man die Bereitschaft haben, ihr Kernanliegen aus dem Morast der inszenierten und nicht-inszenierten Skandale herauszuschälen.

Es ist nicht ganz leicht, sich selbst immer wieder aus dem Staunen herauszureißen und zu ermahnen, dass es mit Zuschauerschaft alleine nicht getan ist.

Im Gorki passiert vieles, was als Gegenprogramm zur AfD verstanden wird. Weil sich hier natürlich alles aufhält und abspielt, was in deren Augen eine Staatsgefahr darstellt. Trotzdem ist ein Theater ein Theater und weder der künstlerische Arm der politischen Opposition, noch die Pressestelle der Antifa und auch kein Zitatautomat. So zu argumentieren würde nämlich bedeuten, in der Lesart der Rechtsextremen zu argumentieren. Die wollen die Läden nämlich übernehmen, um Propaganda zu betreiben, als eine Art Außenstelle des Bildungsministeriums. Das Theater ist aber ein Ort der Freiheit, der Utopie, an dem sich der Künstler mitteilt.

Mal sehen, wie lange wie hier am Festungsraben noch „Vielfaltsideologie“ betreiben können. Wenn ich nicht irre, steht unser kleiner Mischmaschpalast, der Abend für Abend dem Irrsinn des Pluralismus verfallen ist, ganz oben auf der Liste der abzuschießenden Theater.

Fortsetzung folgt, verehrte Freunde.

Herzlich grüßt aus der international verkeimten Zone
Mely Kiyak

 

DIY: Beuteltasche „Julchen“

Beuteltasche „Julchen“

tasch1 003

„Julchen“ ist leicht und schnell nachzunähen, so dass man sie mit wenig Mühe aus verschiedenen Stoffen und in unterschiedlichen Farben herstellen kann. Zum Behalten oder auch zum Verschenken.

Sie sieht pfiffig aus, ist geräumig und verfügt über Außen- und Innenfächer.

Für Julchen eignen sich Reststoffe – die sich mit der Zeit in jedem Nähstübchen ansammeln – weil sie aus drei verschiedenen Oberstoffen zusammengesetzt wird.

Die Näh-Anleitung ist ausführlich geschrieben, so können gerade Anfänger diese Tasche problemlos nacharbeiten.

Bitte vor Arbeitsbeginn die Anleitung einmal komplett durchlesen.

Das Schnittmuster erstellt man sich mit Stift, Lineal, einem Bogen Packpapier und einer genauen Anleitung selbst, es läßt Raum für individuelle Anpassungen und Veränderungen.

Die Außentasche besteht aus drei verschiedenen Stoffen:

Oberstoff 1/ Größe: ca. 50 cm x 50 cm ( 2 x)

Oberstoff 2/ Größe: ca. 25 cm x 50 cm (2 x)

Oberstoff 3/ Größe: ca. 25 cm x 50 cm (2 x)

Die Tasche läßt jedoch ebenso gut aus nur einem oder zwei Stoffen nähen.

Die Innentasche besteht ebenfalls aus drei verschiedenen Stoffen:

Futterstoff 1/ Größe: ca. 50 x 50 cm (2 x)

Futterstoff 2/ Größe: ca. 25 cm x 50 cm (2 x, optional)

Futterstoff 3/Größe: ca. 25 cm x 50 cm (2 x, optional)

Doch auch hier kann man auch nur einen Stoff verwenden. Wer keine Innenfächer benötigt, lässt sie einfach weg.

Material:

Passende Stoffe (Taschen-/ Futterteil 4 mal 50 x 50 cm, Außenfächer 8 mal 25 cm x 50 oder wer keine Innenfächer haben möchte 4 mal 25 cm x 50 cm)

Vlieseline H 640 oder H 630 (für Außentasche und Boden, wenn der Stoff verstärkt werden muss)

Gurtband 4 cm breit/ etwa 150 cm (muss individuell an die Größe der Trägerin angepasst werden)

Stift, langes Lineal, Packpapier, Geodreieck, Schneiderkreise/Markierstift, Schere, Rollschneider, großer Zirkel o.ä.

Zunächst fertigt ihr auf einen ausreichend großen Bogen Packpapier folgendes Schnittmuster an:

sm7 035

Dieses Papierschnittmuster ausschneiden.

Eine ausführliche Beschreibung zur Erstellung des Schnittmusters findet ihr im Anhang.

Oberstoff 1 rechts auf rechts legen und das Schnittmuster ausschneiden.

sm5 004

Das Schnittmuster zur Hälfte umklappen:

sm12 001

Oberstoff 2 rechts auf rechts legen und das umgeklappte Schnittmuster ausschneiden:

sm1 001

Oberstoff 3 ebenfalls rechts auf rechts legen und das umgeklappte Schnittmuster ausschneiden.

sm2 001

Ihr habt jetzt also 6 Schnittteile vor euch liegen:

2 x Oberstoff 1 (Original-Schnittmuster)

2 x Oberstoff 2 ( umgeklapptes Schnittmuster)

2 x Oberstoff 3 (umgeklapptes Schnittmuster)

Beide Außenfächer nähen

Jeweils 1 Teil von Oberstoff 2 auf einen Teil von Oberstoff 3 rechts auf rechts legen und an der markierten Linie (siehe Foto) zusammennähen/steppen. Das werden die späteren Außenfächer.

sm5 001

Kleine Knipser in die Nahtzugabe schneiden, die Stoffe wenden und die Naht gut glattbügeln.

sm6 001

Auf der rechten Seite einmal in Nähfüßchenbreite absteppen.

sm5 003

Wer mag, kann ein wenig vom Oberstoff 3 rausschauen lassen (siehe Foto oben), so dass es wie eine Paspel aussieht.

Vlieseline

Bei der gelben Tasche habe ich festen Ripsstoff verwendet, der nicht mit einem Stück Vlieseline verstärkt werden musste. Der Baumwollstoff dieser schwarzgemusterten Tasche ist jedoch viel dünner und muss vor der Weiterverabeitung durch Vlieseline ein wenig Standfestigkeit bekommen.

Auf beiden Teilen von Oberstoff 1 Vlieseline aufbügeln.

sm6 002

Nach dem Aufbügeln die überstehende Vlieseline abschneiden.

Vlieseline bügel ich immer mit einem Stück Backpapier auf, damit das Bügeleisen -wenn es versehentlich in Kontakt mit der Klebeseite kommt- nicht verschmutzt.

Die Außenfächer mittig auf Oberstoff 1 legen und die weiß markierten Linien absteppen (siehe Foto).

Beim Einzeichnen der Linien orientiert ihr euch an dem oberen geraden Stück (6 cm) der Taschenkante (siehe Foto unten)

test

In dieses schmale Fach schieben wir später den Tragegurt, also vorher einmal testen, ob er auch wirklich hineinpasst.

Wie ihr auf dem oberen Foto sehen könnt, habe ich den Oberstoff 1 etwas gequiltet, weil er sich mit seinem geografischen Muster geradezu anbot.

Mit dem zweiten Taschenteil ebenso verfahren.

Ihr habt jetzt also zwei Taschenteile mit aufgenähten Außenfächern vor euch liegen.

Tragegurt anbringen

In einen Taschenteil schiebt ihr den Gurt bis zum unteren Ende ( dort wo später der Boden eingesetzt wird) durch und näht ihn (wie auf Foto unten zu sehen) an den eingezeichneten Linien auf dem Oberstoff 1 fest.

sm7 002

Näht den Gurt nicht bis zur Taschenkante an den Oberstoff fest, dort wird später noch etwas Platz für das Einnähen der Innentasche benötigt. Also etwa 3 cm Platz lassen.

In der Lasche näht ihr den Gurt so fest, wie es auf dem Foto unten zu sehen ist.

sm7 001

An das andere Ende des Gurtes näht ihr das zweite Taschenteil nach dem selben Schema fest. Bevor ihr das andere Gurtende festnäht, testet ihr aus -in dem ihr euch die Teile einmal über die Schulter hängt- ob die angegebene Gurtlänge von etwa 145 cm für euch passend ist.

Wir haben jetzt also zwei Taschenteile, die mit einem Gurt verbunden sind (siehe Skizze)

skizze1 001

Beide Taschenteile rechts auf rechts legen und die Seitenkanten -links und rechts- festnähen. Vor dem Nähen begradige ich mit einem langen Lineal/ Patchworklineal und einem Rollschneider die Kanten.

Die Kanten entweder mit einer Overlock-Maschine oder einem Zickzackstich versäubern.

Die Seitennaht nach einer Seite umklappen, feststecken und auf der rechten Seite mit einer Stichlänge von 3,5 absteppen. Das sieht hübscher aus und macht die Tasche natürlich auch strapazierfähiger.

So sollte eure Tasche nun aussehen:

Die Seitenkanten sind verschlossen, oben und unten ist die Tasche noch offen.

sm7 003

Auf dieselbe Art und Weise stellt ihr nun die Innentasche her. Für die Innentasche muss man nicht -wie bei der Außentasche- verschiedene Futterstoffe wählen. (Einen Gurt bringt man natürlich auch nicht an 😉 )

Und wer keine Innenfächer benötigt, schneidet sich lediglich zweimal den Futterstoff aus und näht ihn an den Seitenkanten zusammen.

Boden für Außen- und Innentasche

Der Durchmesser der Taschenböden beträgt etwa 31,5 cm.

Mit einem Zirkel (oder einem passenden Essteller) fertigt man das Schnittmuster für den Taschenboden an.

Wenn ihr wissen möchtet, wie man den passenden Durchmesser eines runden Taschenbodens ausrechnet:

r = U geteilt durch 2pi

r = radius

U = Umfang

pi = 3,14

also: 96 cm ( 2 x die Taschenbreite) geteilt durch 6,28 ( 1 Pi ist etwa 3, 14) = 15,3 cm

Das ist der Radius (also der halbe Durchmesser des Kreises). Wir nehmen noch 1 cm dazu, wegen der Nahtzugabe.

Der Durchmesser des Kreises beträgt also 2 x Radius plus 2 cm Nahtzugabe = ca. 32,5 cm

Falls ihr also einmal die Taschengröße verändern möchtet, könnt ihr mit dieser Formel berechnen wie groß der Boden sein muss.

Ihr benötigt den Boden einmal für die Außentasche und einmal für die Innentasche.

Auch hier gilt: ist es ein robuster Stoff, kann man auf Vlieseline verzichten. Handelt es sich wie bei der schwarzen Tasche um einen normalen Baumwollstoff, benötigt er Vlieseline, sonst wird die Tasche später „labberig“.

Wenn also nötig, auf beide Böden Vlieseline aufbügeln.

Boden und Tasche „vierteln“

Um einen runden Boden gut einsetzen zu können, gibt es einen „Trick“

Den Boden einmal mittig falten und rechts und links an den Faltstellen (Bruch) markieren. Dazu nehmt ihr entweder einen Stift (z.B. Aqua Trickmarker) oder Stecknadeln. Boden wieder aufklappen und nun Markierung auf Markierung legen. Die Faltstellen (Bruch) wieder markieren. Wenn ihr den Boden wieder aufklappt, ist er in Viertel unterteilt.

Ich zeige es euch einmal an dem Schnittmuster des Bodens:

Boden mittig falten und und jeweils rechts und links an den Faltstellen markieren

sm9 004

Boden wieder aufklappen und nun Markierung auf Markierung legen und wieder die Seiten markieren

sm9 005

 

Wenn ihr den Boden wieder aufklappt, ist er in Viertel unterteilt

sm9 006

 

Bei der Tasche legt ihr Seitennaht auf Seitennaht und markiert die Seiten mit Stecknadeln oder mit einem Trickmarker. So habt ihr ebenfalls die Tasche geviertelt: zwei Seitennähte und zwei Markierungen.

Ihr habt jetzt

Außen- und Innenboden mit „Viertelmarkierung“

Außen- und Innentasche mit „Viertelmarkierung“

Einsetzen des Bodens

Die Außentasche auf links ziehen.

Boden und Außentasche an den Markierungen rechts auf rechts zusammenstecken.

Zwischen den Vierteln Boden und Außentasche gleichmäßig zusammenstecken. Evtl. muss man -wenn es nicht so ganz passt- eine kleine Falte einarbeiten.

sm10 001.JPG

Einmal vorsichtig rundherum – mit etwa einem Zentimeter Abstand zum Rand – nähen.

Dabei darauf achten, dass alle Stofflagen mitgefasst werden. Der Boden liegt beim Nähen oben.

Tasche auf rechts drehen und überprüfen, ob alles gut genäht/gesteppt wurde. Tasche wieder auf links ziehen und die Nahtzugabe entweder mit einer Overlock-Maschine oder mit einem Zickzackstich versäubern.

sm10 003.JPG

Mit der Innentasche und dem Innenboden ebenso verfahren.

Zusammensetzen von Außen- und Innentasche

Die Außentasche auf links ziehen, die Innentasche auf rechts.

Innentasche in die Außentasche stecken und dabei drauf achten, dass beim Zusammenstecken Seitennaht auf Seitennaht liegt.

In Nähfußbreite einmal rundherum steppen, dabei eine Wendeöffnung von etwa 20 cm lassen.

Jetzt seht ihr auch, wie wichtig es ist, den Gurt nicht bis zum Taschenrand festzunähen. Man muss nun nämlich zwischen Gurt und Taschenrand nähen und benötigt dafür ein wenig Platz.

Tasche vorsichtig durch die Wendeöffnung wenden.

Auf der rechten Seite einmal rundherum absteppen und dabei die Wendeöffnung schliessen. Gurt dabei mitfassen.

Taaadaaa…fertig 🙂

Anhang

  • Schnittmuster

Nehmt einen halben Bogen Packpapier (50 cm x 70 cm), faltet ihn einmal längs und zeichnet die Bruchkante ein:

sm13 006

Ziemlich weit oben (siehe Foto unten) zeichnet ihr eine waagerechte Linie ein: jeweils 3 cm nach rechts und 3 cm nach links

Danach parallel zur oberen Linie und im Abstand von 10,5 cm eine zweite Linie ein: jeweils 24 cm nach rechts und 24 cm nach links

Und es folgt noch eine dritte Linie, die ebenfalls parallel zu den oberen Linien verläuft: wie die zweite Linie 24 cm nach rechts und 24 cm nach links. Der Abstand zur zweiten Linie beträgt 36, 5 cm

sm13 007

Nun verbindet ihr die äußeren Punkte

sm13 008

Das Schnittmuster ausschneiden.

Für die Außenfächer wird das Schnittmuster einmal mittig gefaltet, überstehende Ecken nach hinten geklappt.

sm14 001

Nur zur Info:

Auf diesen Fotos stimmen die Proportionen nicht mit dem Original-Schnittmuster überein, weil ich zum Fotografieren ein kleineres Blatt Papier genommen habe.

Ma-Lus Kürbisrahmsuppe

von Ma-Lu

kc3bcrbis1.jpg

Zutaten:

500 g Kürbis (ich nehme Hokaido)

500 g Kartoffeln

30 g Butterschmalz

1 Zwiebel

500 ml Hühnerbrühe ( zur Not geht auch Instant)

250 ml Sahne

1 Becher Kräuter Creme fraiche

Salz, Pfeffer, Estragon

Kürbis und Kartoffeln grob würfeln. Die Zwiebel fein würfeln und in Butterschmalz leicht anbräunen. Kartoffel- und Kürbisstücke zugeben und mit der Hühnerbrühe aufgießen. Etwa 30 Minuten weichköcheln lassen.

Die Sahne zugeben und noch einmal kurz erhitzen.

Mit Salz, Pfeffer und Estragon abschmecken.

Wer es etwas deftiger mag, gibt noch ein paar Schinkenwürfel, Mettenden oder Krabben/Garnelen hinzu.

Zum Schluss mit Creme fraiche anrichten.

Guten Appetit

wünscht

Ma-Lu

Ma-Lus Topflappen im Waffelmuster

von Ma-Lu

IMG_4761

Von meiner Mutter habe ich gelernt wie man Topflappen im Waffelmuster häkelt. Da einige sie gern nachhäkeln möchten, habe ich hier einmal eine Arbeitsanleitung geschrieben:

Material:

ca. 100 g Topflappenwolle, z. B. von Schoeller und Stahl. ( ich habe hier buntes Garn genommen)

ca.  25 g Topflappenwolle (uni)

Häkelnadel Nr. 4

Jetzt kann es losgehen..

35 Luftmaschen anschlagen + 3 Luftmaschen als Stäbchen für die 1. Reihe.

1. Reihe: Stäbchen häkeln ( es sind 36 Stäbchen)

IMG_4747

2. Reihe: 3 Wendeluftmaschen, dann abwechselnd 2 Stäbchen, 2 Reliefstäbchen (siehe Foto)

Insgesamt 18 Reihen häkeln.

IMG_4748

IMG_4749

 

Mit einer anderen Farbe ( ich habe blau genommen) 10 Luftmaschen für den Aufhänger häkeln.
Dann weiter mit 8 Muscheln ( 3 Stäbchen in eine Masche) häkeln.

An jeder Ecke 4 Stäbchen in eine Masche.

 

IMG_4758

Dann mit der Hauptfarbe eine Reihe feste Maschen auf die Muscheln häkeln.

Fäden vernähen. Fertig.

 

Viele Grüße

Maluk

 

Mama, wie machst du Rouladen?

Wie ich schon bei „Mama, wie machst du Grünkohl?“ schrieb, koche ich nicht nach Rezept und es fällt mir schwer, aufzuschreiben, wie ich etwas koche.

Doch Tochter und Beutetöchter wohnen nicht in unserer Nähe und wir sehen uns nur wenige Male im Jahr. Für ein gemeinsames Kochen fanden wir bislang nie die Zeit, deswegen versuche ich mich nach und nach an „Anleitungen“ für unsere Familienrezepte, heute eben an Rouladen.

Diese „Mama-Rezepte“ sind also in erster Linie für die Töchter gedacht, aber vielleicht hat der eine oder andere Blogleser ja ebenfalls Lust sie nachzukochen.

Die Oma – also meine Mutter-  hat sie schon so geschmort/gekocht/gebraten und bis auf wenige Veränderungen sind es immer noch die Originalrezepte von ihr.

Meine Mutter hat Rouladen immer am Vortag geschmort, über Nacht kühl gestellt und am nächsten Tag noch einmal für eine gute Stunde geköchelt.

Meistens gab es sie an einem Sonntag oder einem Feiertag und das ganze Haus roch schon einen Abend zuvor nach Gebratenem und nach Rotkohl.

Der Pudding zum Nachtisch wurde auch am Vortag gekocht und wir Kinder durften schon mal den Topf „auskratzen“ und den Rührlöffel ablecken und uns auf morgige Schlemmereien freuen. Mein Lieblingspudding war übrigens Vanillepudding mit Brombeersoße. Von Brombeeren, die wir noch selbst gepflückt haben.

Es wäre schade, wenn diese Rezepte irgendwann -sozusagen mit mir- verschwinden würden, deswegen mache ich mir gern die Arbeit und notiere sie.

Da es bei uns zu Haus nicht üblich war, dass wir Kinder beim Kochen helfen durften, konnte ich als junge Frau weder kochen, noch hatte ich irgendwelche Küchenerfahrung. Als ich anfing, mich für das Kochen zu interessieren, musste ich mir alles anlesen, einige Kurse besuchen und üben, üben, üben.

Als ich mich dann irgendwann für diese alten Rezepte interessierte, habe ich meine Mutter ausgefragt und die Tanten ausgequetscht, weil die eine wunderbar kochen, die andere wunderbar backen und wieder eine andere wunderbar einkochen konnte.

Erfragt mal alte Rezepte von Oma, Mutter oder Tanten. Das ist ein mühseliges Unterfangen, denn es heißt oft: Ach Gott, wieviel ich davon nehme, weiß ich nicht. Eben nach Gefühl!

Es heißt: Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers. Vielleicht kann ich meiner Tochter oder den Beutetöchtern auf diesem Weg ein kleines Feuer mitgeben.

Und auch den Töchtern zuliebe wage ich mich heute an ein Experiment, in dem ich die Rinderrouladen in Twist-Off-Gläsern einkoche und -na klar- sie ihnen per Post sende.

Normalerweise nehme ich Rinderrouladen aus der Oberschale, aber die Fleischerin war der Meinung, dass Rouladen aus der Unterschale ebenso gut seien und ich solle das doch einmal ausprobieren.

Zutaten:

Rinderrouladen ( dieses Mal eben aus der Unterschale)

Senf, Salz, Pfeffer, Öl zum Braten

Zwiebeln, eingelegte Gürkchen/ Cornichons

Speckstreifen

Rotwein, Knoblauchzehe

 

Zunächst einmal werden sie gesalzen und gepfeffert und großzügig mit Senf bestrichen.

20171006_191342_resized

Zwiebeln und Gürkchen in Würfel schneiden und auf die Rouladen verteilen.

20171006_191918_resized

Jeweils zwei Streifen geräucherten und gestreiften Speck auf die Rouladen legen.

20171006_192021_resized

Einige legen in die Füllung noch ein kleines Bällchen Hackepeter hinein, meine Mutter hat darauf verzichtet und ich mache es je nach Lust und Laune.

Rouladen vorsichtig aufrollen.

20171006_192229_resized

Bei uns werden die Rollen nicht mit Rouladenklammern festgesteckt, sondern mit einem Bindfaden (Nähgarn aus Baumwolle) zusammengebunden. Das Abwickeln ist später zwar etwas mühsam, aber da sie durch das Band fest zusammengehalten werden, kann man sie besser anbraten.

20171006_192606_resized

Portionweise anbraten.

20171006_195457_resized

Für das Anbraten sollte man sich etwas Zeit nehmen, denn nur von gut angebratenen Rouladen bekommt man eine würzige Soße. Also: nicht zu heiß anbraten und von allen Seiten gut bräunen. Eine kleine Knoblauchzehe fein schneiden und kurz mitbräunen.

20171006_195504_resized

Rouladen aus dem Topf nehmen und Bratenfond mit trockenem Rotwein ablöschen.

20171006_201654_resized

Rouladen und Soße (also Bratenfond mit Rotwein) in eine backofenfeste Form geben.

In den Sud kann man noch etwas Senf, Salz, restliche Gürkchen, einige grüne Pfefferkörner geben. Meine Mutter gab auch einen kleinen Brühwürfel dazu.

20171006_201500_resized

Ich habe dafür eine große Form aus Edelstahl mit einem umgebogenen Rand. Der ist praktisch, weil nun alles gut mit Alufolie verschlossen wird, die ich unter diesen Rand perfekt feststecken kann und somit kein Dampf entweicht.

20171006_212916_resized

 

Bei etwa 175 Grad Umluft für eine gute Stunde in den Backofen geben.

Normalerweise werden sie nun „unausgepackt“ über Nacht kühl gestellt, ich habe jedoch für euch die Alufolie geöffnet, damit ihr sehen könnt, wie sie jetzt aussehen.

20171007_093238_resized

 

Am nächsten Tag werden die Rouladen für etwa eine Stunde im Ofen weitergeschmurgelt. Also…ein wenig nach Gefühl 🙂

Zwischendurch hole ich die Form mit den Rouladen kurz heraus und prüfe, ob sie zart geworden sind, wickel vorsichtig das Band ab und schmecke die Soße ab. Anschließend wieder gut verschließen. Die Soße etwas abbinden und die Rouladen wären nun eßfertig.

 

Einkochen in Twist-Off-Gläsern

Da ich die Rouladen einkochen möchte, habe ich sie heute morgen jedoch nur leicht erhitzt und sie dann in Twist-Off-Gläser gefüllt.

Gläser und Deckel müssen sehr sauber sein. Meistens stelle ich sie für eine kurze Zeit in kochendes Wasser oder trocken in den heißen Backofen.

Rouladen mit der filtrierten, heißen Soße auffüllen. Sofort mit dem Deckel verschließen. Die Soße darf nicht vor dem Einkochen mit Stärke/ Sahne/ Soßenfix  o.ä. abgebunden werden.

Gläser in ein  Wasserbad (kochendes Wasser verwenden)  in den Backofen geben und bei etwa 150 Grad eine Stunde einkochen. Die Gläser ein wenig beobachten und evtl. die Temperatur -wenns arg drin brodelt- herunterstellen.

20171008_145749_resized

Gläser abkühlen lassen. Kühl stellen und recht zügig verbrauchen.

Da ich die Gläser versenden will und nicht weiß, ob sich meine Töchter an meine Anweisung, die Rouladen zügig zu verbrauchen halten werden, koche ich Fleisch oder auch eine Erbsensuppe nach 1 bis 2 Tagen ein zweites Mal ein.

 

Demnächst: die weltbeste Bolognese-Soße einkochen oder: Mama, wie machst du Nudelsoße?

 

Eine Mauer aus Sprachmüll und Politfolklore

von Mely Kiyak

Diese Rede am Tag der Deutschen Einheit von unserem Bundespräsidenten war – falls mich jemand fragt – so ziemlich das Schrillste, was ich in Sachen Resozialisierung von Rassisten seit der Bundestagswahl gehört habe.

Ich mag es kaum zitieren. Muss ich auch nicht. Wurde ja schon hoch- und runtergenudelt. Irgendwer schrieb, dass es sich um Steinmeiers Ruckrede gehandelt hätte. Nach dem Motto, endlich sagt er, was mal gesagt werden musste.

Also gut, ich zitiere doch:

Ja, die deutsche Einheit ist politischer Alltag geworden. (…) Aber am 24. September wurde deutlich: Es sind andere Mauern entstanden (…)

Ich meine die Mauern aus Entfremdung, Enttäuschung oder Wut, die bei manchen so fest geworden sind, dass Argumente nicht mehr hindurchdringen. 

Nun sind also 13 Prozent AfD-Wähler, die im Wesentlichen dafür gestimmt haben, dass Rassismus, Nationalismus, Islamophobie und eine Retro-Version von Völkisch-Germany Bundespolitik wird, eine Ansammlung von Enttäuschten und Wütenden.

In meiner Welt gibt es für Rassisten, Nationalisten und Anti-Europäer drei ziemlich präzise Begriffe: Rassisten, Nationalisten und Anti-Europäer.

Verstehe gar nicht, weshalb der gesamte politische Apparat auf Euphemismusjagd ist.

Warum glaubt man, AfD-Wähler nicht wie erwachsene Menschen behandeln zu müssen? Die Formulierung Protestwähler ist doch ebenfalls der Versuch, sie von allem Bösen freizusprechen. Selbst wenn sie aus Protest so wählten, na und? Warum gilt dieses Argument nicht für Wähler der NPD? Oder der CDU? Man wählt eine Partei doch immer aus Gründen der Abgrenzung zu einer anderen. Nicht umsonst spricht man bei abgegebenen Stimmen ja auch von „Zustimmung für eine Partei“.

Dann folgte diese Passage in der Steinmeierschen Rede:

Wer in Deutschland Heimat sucht, kommt in eine Gemeinschaft, die geprägt ist von der Ordnung des Grundgesetzes und von gemeinsamen Überzeugungen: Rechtsstaatlichkeit, die Achtung der Verfassung, die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Zunächst einmal bin ich mir nicht sicher, ob Syrer, die vor Krieg geflohen sind, hier Heimat suchen. Die meisten syrischen Flüchtlinge, die ich in Berlin kenne, suchten zuerst Schutz vor Bomben. Nun suchen viele von ihnen einen Schlafplatz außerhalb einer Einrichtung, wo sie übereinander gestapelt schlafen. Außerdem sind sie permanent damit beschäftigt, Papiere von Amt A nach Amt B zu bringen, wo dann alles verloren geht und sie wieder von vorne anfangen müssen. Ich meine, ich habe nichts gegen Menschen, die eine neue Heimat suchen, aber I swear, die, die ich kenne, fangen langsam an Syrien zu vermissen, weil es so katastrophal schwer ist, in Deutschland Fuß zu fassen. Die Bürokratie macht die Leute fix und fertig. Am meisten sehnen sie sich nach ihren Familien, die sie in ihrer Heimat zurück ließen. Na gut, ich will auf diesen Punkt der Heimatsuche nicht beharren.

Aber nach 13 % AfD-Wählern, das sind immerhin 6 Millionen Bürger, zu behaupten, dass die Geflohenen in ein Land kämen, wo eine gemeinsame Auffassung von Rechtsstaat und Gleichstellung gelte, ist schon ein bisschen schräg, oder? Weil es nämlich nicht stimmt.

So geht das die ganze Zeit weiter:

Die Lehren zweier Weltkriege, die Lehren aus dem Holocaust, die Absage an jedes völkische Denken, an Rassismus und Antisemitismus, die Verantwortung für die Sicherheit Israels – all das gehört zum Deutsch-Sein dazu.

Vielleicht bin ich jetzt bescheuert, aber ich versuche es mal so zu erklären. Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe waren mustergültige Beispiele von Menschen, die sich völlig abgekehrt hatten von allem, was Steinmeier da aufzählte. Sie waren Antisemiten, Rassisten, völkisch und so weiter. Aber spricht man ihnen deshalb jetzt das Deutsch-Sein ab? Sind jetzt alle Deutschen von Natur aus Antirassisten?

Verstehe ich das richtig? Wenn ein Geflohener Juden hasst, ist er ein Antisemit. Wenn ein Deutscher Juden hasst, handelt es sich um eine Mauer aus Enttäuschung und Wut. .

Wenn es dem Bundespräsidenten Steinmeier so wichtig war, am Tag der Deutschen Einheit Politikkunde für Geflohene statt an Einheimische zu adressieren, hätte er doch relaxt sagen können: „Hey, ihr da draußen, wenn ihr zu uns nach Deutschland kommt, um uns mit eurem Rassismus die Stimmung hier zu vergiften oder mit sonstigem antidemokratischen Scheiß zu nerven, bleibt bitte wo ihr seid. Das können wir hier nicht gebrauchen. Wir haben nämlich selber schon genug von dem Mist.“

Es ist übrigens interessant, dass die Worte „Rassist“ und „Antisemit“ in jener Passage vorkommen, die eingeleitet werden mit den Worten „Istanbul“, „Bosporus“, „die Neuen“, „Einwanderer“, „Integrationsaufgabe“ – in dieser Reihenfolge. Am Anfang seiner Rede, als von „Wir Deutschen“ die Rede war und der „Mauer“, da fielen die hässlichen Begriffe nicht. Da war von Misstrauen gegenüber der Demokratie die Rede, von Verunsicherung und Sorgen, ja sogar von Sprachlosigkeit.

Diese Rede ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie im deutschen Diskurs Rassismus bei „den Anderen“ geparkt wird und der eigene Fremdenhass verhüllt wird in eine berechtigte und nachvollziehbare Sehnsucht nach Heimat oder Demokratiemüdigkeit.  Anders gesagt: wie eine Mauer aus Sprachmüll und Politfolklore errichtet wird.

Schließlich kommt in seiner Rede eine kleinlaute Einschränkung vor, die so klingt:

Doch wie sollen wir dieses Bekenntnis von Zuwanderern erwarten, wenn es in der Mitte unserer Demokratie nicht unangefochten bleibt? 

Und dann das:

Diesem Land anzugehören, bedeutet Anteil an seinen großen Vorzügen, aber eben auch an seiner einzigartigen historischen Verantwortung zu haben. Für mich gehört genau das zu einem aufgeklärten deutschen Patriotismus.

Hä?? Wieso denn Patriotismus? Wo kommt das denn jetzt her? Ist das jetzt die Frage der Stunde? Da sitzen demnächst fast 100 durchweg politisch unappetitliche Gestalten im Bundestag und der Bundespräsident sieht die dringlichste Aufgabe darin, eine Anleitung zum politisch korrekten Patriotismus abzugeben?

Ich glaube nicht, dass Frank-Walter Steinmeier das alles privat so sieht. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass er persönlich abgestoßen ist von der ganzen Stimmung im Land. Saß er doch jahrelang mit Initiativen zusammen, die das Abdriften der  deutschen Politik in den ureigenen, deutschen Rassismus beharrlich thematisierten. Er ist eben nicht der mutigste Politiker, den wir haben, sondern derjenige, der am wenigsten stören möchte.

Jetzt aber wäre genau die richtige Zeit gewesen zu stören. Wenn nicht jetzt, wann dann? Wann dann?

Sorry, jetzt habe ich die ganze Zeit nur zitiert. Nächstes Mal werde ich, wie gewohnt an dieser Stelle über Erziehung, Ernährung und Sex plaudern.

Mely Kiyak

„Maluks“ Pflaumen-Streusel-Sahnekuchen

IMG_4742
Zutaten
130 g Butter
200 g Zucker
1 Ei
1 P. Vanillezucker
250 g Mehl
1/2 P. Backpulver
500 g Pflaumen
100 ml Sahne
Butter, Zucker,Vanillezucker und das Ei verrühren.
Mehl und Backpulver dazu geben und zu Streusel verarbeiten.
3/4 des Streuselteiges in eine Springform drücken.
Die Pflaumen darauf verteilen.
Mit der Sahne übegießen.
Die restlichen Streusel auf der Masse verteilen.
Backen: 180 Grad Umluft/45 Minuten
 20170930_180648
Ruck-zuck fertig und auch für Apfel, Kirsche oder Aprikosen geeignet.
Viele Grüße
Maluk

Einkaufsbeutel Heinrich

Links zu irgendwelchen Schnittmustern werden in unserer virtuellen Nähgruppe alle paar Tage gepostet. Meist sind es Schnittmuster von Taschen.

IMG_9754.jpg

Kosmetiktaschen, Reisetaschen, Rucksäcke, eine Clutch, Wickeltaschen, eine Laptoptasche, eine Umhängetasche,  Bade- und Sportbeutel, eine Snack Bag oder ein „Shopper“.

So viele Taschen benötigt natürlich kein Mensch, zumal  ein und dasselbe Modell oft nur in Farbe und Stoff variieren, aber es macht einfach Spaß sie -mehrfach- nachzunähen. Und irgendein dankbarer Abnehmer findet sich immer.

Einige Schnittmuster entwickeln sich zu regelrechten Lieblingsmodellen, wie zum Beispiel die Schnabelina (Gruß an die „Designerin“, die sich mit der Anleitung so unglaublich viel Mühe gegeben hat, dass man sich sogar als Nähanfängerin daran wagen darf), die Milow (Gruß an Christina von Zucker &Zimt) oder die pfiffige Boxy Bag (ganz besonders lieben Gruß an Sabine von Sew Simple).

Ein derzeitiges Lieblingsprojekt ist der Einkaufsbeutel Heinrich. Er hat eine angenehme Größe, eine gefällige Form und ist schnell zu nähen.

Entworfen hat ihn Bine von was eigenes und hier  findet ihr auch die Anleitung und das kostenlose Schnittmuster.

Von einigen „Heinrich-Näherinnen“ habe ich die ersten Fotos bekommen:

 

 

 

 

 

Heinrich3 (1)

 

Ich habe  „Heinrich“ mit einer zusätzlichen Tasche (Dank an „Buttze“ für die Idee) versehen.

Die Tasche kann sowohl außen als auch innen angebracht sein, außen jedoch peppt sie meiner Meinung nach die Tasche auf, weil man verschiedene Farben oder Materialien kombinieren kann.

 

In den letzten Monaten habe ich unzählige Schnabelinas genäht und dort wird u.a. eine schmale Außentasche  aufgesetzt. Ungefähr so eine wollte ich für den Heinrich haben.

 

IMG_9735

Bei mir beträgt die Breite der Außentasche etwa 18 cm. Die Länge ist natürlich so lang wie das Original- Schnittmuster, an der oberen Kante habe ich  die Taschenrundung vom Schnittmuster übernommen.

IMG_9736

Zwei passend geschnittene Stoffstücke rechts auf rechts legen und am besten an den Seiten festklammern, damit sie nicht verrutschen. Ich habe hier zwei unterschiedliche Stoffstücke genommen, aber für die erste Tasche -also zum Üben- sollte man besser zwei identische Stoffe verwenden.

Auf der linken Seite des einen Stoffes habe ich mir einen Schlitz eingezeichnet, dort wird später der Reißverschluss eingesetzt. Die Außentasche ist nicht besonders breit, deswegen habe ich den Schlitz schräg gezeichnet. Bei dieser Tasche ist er etwa 16 cm lang und 1 cm breit. Dieser Schlitz wird nun rundherum abgesteppt und zwar möglichst exakt, sonst sitzt der Reißverschluss anschließend nicht gut.

Den Schlitz aufschneiden und -damit es perfekt passt- links und rechts an den Enden ein Y einschneiden ( siehe Fotos).

IMG_9737

So wird geschnitten:

IMG_9746

 

Einen der beiden Stoffe durch diesen Schlitz ziehen.

 

IMG_9738

Die Kanten ein wenig in Form zupfen und glattbügeln.

 

IMG_9739

 

Den Reißverschluss einnähen.

IMG_9740

 

Beide Stoffstücke habe ich an den Seiten und an der unteren Kante mit einer Overlock (ein Hexenstich geht ebenso gut) versäubert.

 

IMG_9742

 

Tasche mittig auf eine Außenseite des Heinrichs aufnähen und die seitlichen Kanten mit einem aufgenähten Web- oder Gurtband verdecken.

IMG_9748

Ab jetzt geht es mit der Original-Anleitung weiter.

Fotos von weiteren „Heinrichen“ folgen…

Veronika und Lothar fliegen aus: Corvette-Treffen in Rheinhessen

Ein Wochenende in Rheinhessen ….

Jetzt waren wir mal in Sachen Auto unterwegs. Lothar ist in einem Forum, in dem sich Anhänger amerikanischer Autos tummeln, die Corvette-Fans.

Und bei denen ist es üblich, dass man sich gelegentlich zu gemeinsamen Ausfahrten trifft, auch mal für ein ganzes Wochenende.
Wegen der fahrtechnischen Organisation war die Teilnehmerzahl auf 30 Fahrzeuge begrenzt, die dann auch in 2 Gruppen unterwegs waren, sonst wird das nix. Und so treffen dann die verschiedensten Modelljahrgänge von den 50ern bis heute aufeinander.

30407347ta.jpg

 

Dieses Treffen war überregional. Die Teilnehmer aus dem Großraum Köln reisten jedoch gemeinsam an und nutzen schon den Anfahrtstag für schöne Strecken abseits der Autobahn.

 

30407445tw.jpg

 

Der zuständige Wettergott hatte ein Einsehen, so dass wir bei unerwartet schönem Wetter durch die noch schönere Landschaft cruisen konnten.

 

30407464wz.jpg

 

30407518ov.jpg

 

Und natürlich war auch wieder ein Programm abseits der Benzingespräche dabei, ein Besuch im Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein, wo auch noch die Sonderausstellung „Fliegende Juwelen“ lief.

Private Sammler haben in Jahrzehnten zusammengetragen, was farblich zusammen passt, erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen Insekten und Mineralien.

 

Aber auch so ist das Museum einen Besuch wert, es finden sich außergewöhnliche Stücke dort, und eine Führung ist sehr interessant.

30407639zn.jpg

Die Abende vergingen bei gutem Essen und schönen Gesprächen wie im Flug. Es ist immer wieder spannend neben alten Bekannten auch Leute zu treffen, die man vorher nur virtuell kannte.

 

30407723xx.jpg