Der Stadtgarten

Ich habe eine Vogeltränke gekauft, die fünfte. Die Vögel lieben diese Tränken und hüpfen oft von einer Wasserstelle zur anderen. Da sich gerade im Sommer schnell mal die für die Vögel tödlichen Salmonellen oder Trichomonaden entwickeln können, wird meist täglich das Wasser gewechselt. Geht schnell, da ich nur einen Wasserschlauch hineinhalte und die Becken durchspüle. Ab und an gieße ich die Steine durch ein altes Nudelsieb und schrubbe sie mit ein paar Tropfen Spülmittel ab.

 

 

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Der alte Schweinetrog auf dem Foto (zwei Drachen sitzen drauf), sollte eigentlich das größte Vogelbad werden. Mein Mann hat sich auf einem Flohmarkt schrecklich mit dem schweren Ding abgeschleppt, aber für solch ein schönes Bad nimmt man ja einiges an Mühsal auf sich. Der Verkäufer hat uns versichert, dass der Trog frostfest ist. Tja, reingefallen. Nichts mit frostfest, lauter Risse sind nach einem Winter drin. Er taugt aber zumindest noch zum Blumenkübel.

 

 

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Das Vogelbad, an dem alte Kellen hängen, war eigentlich ein gußeiserner Grill.

Ich habe ihn auf einem verlassenen Grundstück liegen sehen, mich aber nicht getraut ihn zu „klauen“.

Meine Tante war zum Glück mutiger als ich und hat ihn mir geholt. Er war schon durchgegammelt und hatte einige Löcher. Ich habe ihn mit Erde gefüllt, eine flache Vogeltränke hineingestellt und den Rand bepflanzt.

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In den Kübeln habe ich hauptsächlich Stauden, wie Rittersporn, Margerite, Phlox, Lavendel, Lupine und einige andere. Die Hortensie Endless Summer wächst ebenfalls in einem Kübel.

 

 

Stauden sehen zum einen einfach schöner aus, weil sie von Jahr zu Jahr üppiger werden und zum anderen sind sie günstiger. Staudenableger bekommt man oft sogar umsonst, einjährige Sommerblumen alljährlich kaufen zu müssen, geht dagegen ins Geld und man spart viele Euros, wenn man sie nur als Farbtupfer zwischen die Stauden setzt.

 

 

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Es sieht noch recht trist in unserem norddeutschen Garten aus. In den letzen Wochen war es kalt und die Pflanzen trauen sich nur zaghaft aus dem Boden.

Vor einigen Jahren fand mein Mann bei Baumschnittarbeiten an der Grundstücksgrenze ein „hübsches Gewächs“, buddelte es aus und pflanzte es in sein Rosenbeet. Es ist eine Monatserdbeere, die nun von Jahr zu Jahr kräftiger wird und winzige, aromatische Beeren hervorbringt.

 

 

 

Vor seiner Pensionierung konnte mein Mann nicht zwischen Petunie und Petersilie unterscheiden -wenn ich das mal so überspitzt sagen darf- und nun hat er ein eigenes Rosenbeet und die Rosen sehen auch noch prächtig aus.

 

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Der Waldmeister hat sich weiter ausgebreitet, der Duo-Apfelbaum und die weisse Johannisbeere blühen wie noch nie und die Pfingstrosen werden bald blühen.

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Sogar die Spalierbirne ist kräftig am Blühen, trägt später aber meist nur wenige, jedoch sehr wohlschmeckende Früchte. Wir haben die Birne vor vielen Jahren „gerettet“, sie sollte aus einem hessischen Garten entfernt und weggeschmissen werden, weil sie stark unter Birnenrost litt.

Wir haben sie samt altem Spalier vorsichtig ins Auto gelegt und -etwa 500 km vom alten Standort entfernt-  wieder eingegraben. Es scheint ihr im Norden gut zu gefallen…

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Die Tomaten sind pikiert und stehen im warmen Gewächshaus. Die ersten Kräuter wurden neu gepflanzt.

 

 

Das Eichhörnchen-Futterhaus wurde geputzt und wird bald wieder neu gefüllt. Sie sind wahre Fressmaschinen, diese Eichhörnchen. Im Winter verputzen sie Nüsse und mal ein paar Rosinen oder getrocknete Maiskörner (die habe ich im Herbst zur Deko draußen liegen), im Sommer mögen sie Melonenschalen abnagen und sagen bei einem Stück Pfirsich oder Apfel, einigen Weintrauben oder Kirschen nicht nein.

 

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Es sieht niedlich aus, wenn diese possierlichen Tierchen die Klappe hochheben und sich das Futter herausklauben. Einige fressen es gleich vor Ort auf und lassen sich durch unsere Blicke kein bißchen stören, andere räumen das Haus Stück für Stück leer und schaffen das Futter erst einmal in Sicherheit.

Wir hatten schon Eichhörnchen, die sich direkt in das Futterhaus gequetscht haben -der Schwanz hing raus- und sich genüßlich die unter ihnen liegenden Nüsse zu Gemüte geführt haben.

Der Rasen wurde vertikutiert, gedüngt und nachgesät. Und Kalk hat er in diesem Jahr auch schon bekommen. Warum ich bislang nicht einmal eine Bodenprobe genommen und untersuchen lassen habe, ist mir selbst ein Rätsel. Beruflich sitze ich ja quasi an der Quelle, es würde mich nichts kosten, ich müßte nur in eine andere Abteilung unseres Instituts gehen. Faulheit oder ich mag zu Haus einfach nicht an die Arbeit denken.

 

 

Weiße, pinkfarbene und lila Rhodendren säumen die Rasenkanten. Wir können übrigens nicht bestätigen, dass Vögel mit einer Rhododendronhecke nichts anfangen können. Die Hecke wird sehr viel genutzt, ob zum Brüten oder zum Schutz und besitzt regelrechte „Einflugschneisen“.

 

 

 

Das Insekten-Hotel: eine tote Korkenzieher-Haselnuss, die wir in eine Ecke des Garten gesetzt haben und die von Efeu überrankt wird. In den Ästen haben sich Insekten Löcher gebohrt, sie scheinen das Totholz also zu nutzen.

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Bevor man sich ein Insektenhotel, das es ja in allen Variationen auf dem Markt zu kaufen gibt, zulegt, sollte man einen Blick auf diesen link werfen:

https://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/nisthilfen/lochziegel/

 

 

Unter dem Efeu befindet sich ein weiteres Totholz, eine abgesägte Tanne. Eichhörnchen deponieren schon mal obendrauf  ein paar Nüsse, Vögel starten und landen von dort aus  und als Halter für eine alte Lampe taugt es ebenfalls.

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Direkt auf der Terrasse steht ein Mörtelkübel, den wir mit zwei Gurken bepflanzt haben. Sie ranken im Laufe des Sommers mithilfe eines Seil bis hoch zur Pergola. Im letzen Jahr haben wir diesen Versuch gestartet und für gut befunden.

Eigentlich hätten wir uns in der Zwischenzeit mal einen dekorativen Kübel zulegen können, aber die Gurken kamen so plötzlich (ein Bekannter sät sie für uns mit aus), dass wir uns wieder den alten Mörteleimer schnappten und die Gurken einpflanzten. Ich habe  ein paar Zauberglöckchen/ Millionbells an den Rand gepflanzt und hoffe, dass sie den häßlichen Kübel bald verdecken. Für ein paar Kräuter ist auch noch Platz.

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Ein Blick auf die Pergola: der Wein treibt kräftig aus und die Blätter werden uns bald mit Naturschatten versorgen. Er bringt uns im Herbst auch eine reiche Ernte, aber oft sind die Trauben zu sauer oder verderben, wenn es zuviel regnet. Die Vögel freuen sich trotzdem drüber. Zum Dank kacken sie auf die Terrasse, wenn sie zuviel von diesen Trauben gefressen haben. Undankbares Gefieder!

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Die Kletterhortensie überwuchert an einem Pfosten der Pergola den Wein, im Herbst wird sie wieder etwas gestutzt.

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Den roten Fächerahorn haben wir rigoros  beschnitten. Das soll man zwar nicht machen, da Ahorne größere Rückschnitte nicht gut vertragen, aber er wurde uns einfach zu voluminös.

Also: hopp oder top, wir werden es im nächsten Jahr sehen.  Unterm Ahorn wachsen Waldmeister, Fetthenne, Pfingstrosen und eine Staude, deren Namen ich nicht weiß. Ich habe sie mal in einem holländischen Pflanzencenter gekauft.

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Unter drei Obstbäumen, die zwar immer viel Blattwerk, aber kaum Früchte tragen, wachsen Akeleien. Eine der wenigen Pflanzen, die bei uns von den Schnecken komplett ignoriert werden. In diesem Jahr habe ich dort auch Lein  -Dank an Gisela- ausgesät. Aufgelaufen ist die Saat, mal schauen, ob es den Pflanzen bei uns gefällt.

 

Heiß geliebt von Schnecken wird dagegen die Funkie. Sie fressen nicht nur die Blätter an, sondern „beißen“ ein paar Male in den Stengel und die wunderschönen großen Blätter knicken ab.

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Der mexikanische Feuertopf wurde von uns so gut wie nie benutzt, weil er uns zuviel „quiemelte“ und wir weder uns noch die Nachbarn in schönen Sommernächten einräuchern wollten. Als Deko taucht er allemal, ebenso wie die alte Putte.

 

 

 

Fortsetzung folgt…