Veronika und Lothar fliegen aus: Fuerteventura

„Veronika und Lothar fliegen aus“ haben wir nun mal wörtlich genommen und sind ausgeflogen wie die Zugvögel um einen Teil des Winters auf Fuerteventura zu verbringen.

Nachdem wir uns schon seit Jahren diverse Überwinterungsmöglichkeiten angeschaut haben, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass der Süden von Fuerte am besten zu uns passt.

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Wer solche Pläne macht, sollte gut überlegen, welche Ansprüche überhaupt da sind und welche davon wie wichtig.

Für uns ist das Wichtigste im Winter Sommer spielen zu können, das grenzt die Ziele ja schon ziemlich ein. Und da schwimmen ein absolutes Muss ist, fällt sogar der komplette Mittelmeerraum weg, da ist es im Januar doch zu frisch.

Die Karibik ist wunderschön, gar keine Frage, aber der Flug ist nicht gerade kurz, unter 10 Stunden ist da nichts zu machen. Und je nachdem, welche Insel man wählt, kommen noch Aufenthalte beim Umsteigen dazu. Nein, das ist auf Dauer und fürs älter werden nicht perfekt.

Dreimal hin und zweimal her überlegt bleiben dann nur noch die Kanaren. Ein Direktflug von um die vier Stunden ist wirklich nahezu ein Klacks, und schwuppdiwupp raus aus dem Thermomantel und rein ins kurzärmelige Shirt!

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Die Insel ist ideal für faule Sonnenabeter, Wassersportler oder Wanderer. Und wenn man sich zu einer dieser Gruppen zählen kann, dann ist man hier wirklich gut aufgehoben.

Wir gehören zur ersten Gruppe, eindeutig, aber ab und zu bewegen wir uns auch mal von Strand oder Pool weg und schauen uns etwas um.

Auf Fuerteventura kann man sich einiges ansehen, aber wirklich viel ist es nicht, darüber muss man sich im Klaren sein.

Es gibt ein paar kleinere Museen, Käserei (den Ziegenkäse kann ich sehr empfehlen) oder eine Saline mit Salzmuseum, aber großartig Kunst und Kultur sucht man hier vergebens.
Auch landschaftlich ist es hier eher mondmäßig, hügelig, viel Sand, viel Stein.

Üppigere Bepflanzungen findet man nur an den Hotels, die größtenteils sehr schöne Gärten haben, oder aber in La Lajita im Oasis Park, einem großen Tierpark mit einem botanischen Garten darin.

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Andere Sonnenanbeter trifft man meist am Strand, logisch, aber es gibt noch eine Möglichkeit!

An bewölkten Tagen, ja, auch das kommt vor, machen alle Wassersportler und Wanderer das, was sie immer tun.

Nur der Sonnenanbeter ist etwas ratlos, aber nicht lange. Denn dann fällt man in den Urlaubsorten ein und bummelt an den Geschäften entlang, oder sitzt im Straßencafé.

Das geht im Süden sowohl in Morro Jable als auch in Jandia sehr gut, die beiden Orte sind ohnehin fast wie einer, so zusammen gewachsen sind sie.

Für den extremen Fall eines nahenden Regentropfens empfiehlt sich Jandia, denn dort liegt eine ganze Reihe der Geschäfte an einem überdachten Gang, inklusive Restaurants und Cafés.

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Da die kanarischen Inseln zwar zu Spanien gehören, ansonsten aber eine Sonderstellung in der EU einnehmen, kann man tatsächlich sehr günstig einkaufen, denn Zoll und Mehrwertsteuer fallen komplett weg.

Das bedeutet bei Markenzigaretten zum Beispiel, dass eine Stange um die 25 Euro kostet, aber es gibt auch unbekannte Sorten, die es für 15 Euro pro Stange gibt.

Lederwaren wie Handtaschen oder Schuhe sind ebenso günstig, auch Kosmetikartikel. Kaufen sollte man das allerdings in offiziellen Geschäften, denn auf den Märkten werden ausschließlich Plagiate angeboten.

Ähnlich günstig – im Verhältnis zu Deutschland – sind auch die Restaurantbesuche. Die Auswahl ist nicht riesig, aber wie fast alle Urlaubsgebiete leidet auch Fuerteventura unter den günstigen all inclusive Angeboten der Hotels mit ihren üppigen Buffets, jedes Jahr ist wieder ein Restaurant mehr verschwunden.
Noch findet man hier im Süden einiges, vom Chinarestaurant bis zum Steakhaus, Pizzeria oder heimische Küche, in Morro Jable mehr als in Jandia. Und dem Tourismus angemessen findet man auch die klassische Paella hier, die zwar nicht zur kanarischen Küche gehört, aber trotzdem irgendwie immer zum „Spanienurlaub“ zählt.

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Die kanarische Küche ist nicht sehr vielseitig, auf den Inseln wächst so gut wie nichts, wenig auf Gran Canaria oder Teneriffa, noch weniger auf Lanzarote, gar nichts auf Fuerte.

Es gibt natürlich eine immense Auswahl an frischen Fischen, Wasser ist ja nun genug drumherum. Dazu werden im Schnitt kanarische Kartoffeln gereicht, kleine Kartoffeln, die mit der Schale und sehr viel Salz zubereitet werden.

Perfekt passen dann die Mojo-Saucen dazu, die es hier auch überall in Gläsern zu kaufen gibt, damit man daheim dann noch mal in Erinnerungen schwelgen kann.

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Scampi gegrillt

In einigen Lokalen wird als Spezialität Zicklein angeboten, denn Ziegen gibt es hier reichlich. Im Gegensatz zum bei uns bekannteren Lamm ist das Fleisch recht fest und auch relativ fett. Und, wie so oft im Süden üblich, es wird nicht wie bei uns tranchiert oder filetiert, sondern sehr grob zerkleinert, so dass man viel Geknusper um Knochen herum hat.


Ansonsten ist eigentlich für jeden was dabei … also für fast jeden sag ich mal. Vegetarier werden noch ganz gut zurecht kommen, wenn sie genügsam sind.

Salate, Beilagen, Pizza und Pasta gibt es überall. Veganer sind hier noch gar nicht auf dem Plan, fast überall ist Käse oder Ei enthalten.

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Fangfrischer Fisch

Klimatisch sind die Kanaren für den durchschnittlichen Mittel- bis Nordeuropäer gut geeignet, extreme Temperaturen sind äußerst selten. Wir haben das in verschiedenen Aufenthalten zu unterschiedlichen Zeiten getestet.

Der richtige Hochsommer wäre uns persönlich etwas zu heiß hier, da geht es doch oft weit über 35 Grad hinaus, im Schatten natürlich. Aber ab Ende September/Anfang Oktober ist es einfach perfekt.
Tagsüber so warm, dass auch das Wasser eine angenehme Temperatur von teilweise über 25 Grad erreicht hat, abends noch so mild, dass man auch ohne Jacke noch lange draußen sitzen kann.
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Windschutz aus Lavasteinen

Erst ab Mitte November werden die Abende kühler, da sollte man dann schon eine windundurchläsdige Jacke dabei haben, dick muss sie aber nicht sein.
Der Wind ist fast immer da, den muss man mögen oder – wie die Wassersportler – sogar nutzen. Im Süden geht es etwas gemäßigter zu, im Norden, um Corralejo herum, weht es meist viel heftiger, da ist das Kite-Surfer-Paradies.
Auf fast allen Inseln kann man einen Unterschied zwischen Nord- und Südhälfte bemerken, mal mehr, mal weniger deutlich. Gran Canaria und Teneriffa sind wegen der häufigen Regenfälle dort im Norden richtig grün, während die vulkanischen Inseln ja ansonsten eher karg sind.
Jetzt im Januar ist es tagsüber zwischen 21 und 25 Grad mild, aber das Wasser ist mit knappen 19 Grad noch winterlich frisch, da schwimmt man dann schon etwas schneller .
Gestern war es stürmisch. Na gut, es war ein etwas mickriger Sturm, aber ich erwähne ihn jetzt trotzdem mal, damit ich es nicht vergesse. Gelegentlich ist es nämlich wirklich nicht nur windig sondern stürmisch, und das hat hier gerne mal Folgen.
Das erste, was bei Sturm schwächelt, ist WLAN, aber auch der Strom macht gern mal schlapp. Daher empfiehlt es sich, je nachdem, wo man gerade wohnt, Taschenlampen und Batterien immer griffbereit zu haben.
Ansonsten kann das recht romantisch sein, wenn beim Abendessen auf einmal Kerzenschein reichen muss und nur noch Salat serviert werden kann.
So sehr viele üppige Ausflugsziele gibt es auf Fuerteventura ja nicht, aber der Oasis Park in La Lajita (in der Nähe von Costa Calma) ist sehr zu empfehlen. Ein Tierpark mit botanischem Garten, üppig bepflanzt, sehr schön gestaltet, mit eher weniger Tierarten, aber dafür viel Platz.

 

 

Man hat sich sinnvollerweise ziemlich auf Afrikas Fauna eingestellt, liegt ja gleich gegenüber, so dass die Tiere sich klimatisch schon mal nicht groß umstellen müssen. Aber ein paar Ausnahmen wie z.B. Waschbären oder Seelöwen gibt es auch.

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Was diesen Zoo, im Gegensatz zu den mir bekannten deutschen Anlagen, so bemerkenswert macht, ist der Kontakt zu den Tieren, der hier sehr gefördert wird.

Die meisten darf man mit vor Ort bereit gestelltem Futter füttern, dabei streicheln, und mit den Seelöwen dürfte man sogar schwimmen (das haben wir noch nicht gemacht).

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Das ist gerade für Kinder bestimmt ein unvergessliches Erlebnis, und auch wir Erwachsenen sind ganz hin und weg vom Schmusekurs Auge in Auge mit einer Giraffe.
Die Anlage ist insgesamt liebevoll gestaltet, immer blitzsauber, auch die Tiergehege werden konstant gereinigt, so dass selbst an heißen Tagen kein unangenehmer Geruch das Vergnügen beeinträchtigt.


Der dazu erforderliche Aufwand hat auch seinen Preis, günstig ist das Vergnügen nicht. Der Eintritt kostet 33 Euro für einen Erwachsenen, 19,50 pro Kind, Senioren über 60 Jahre sparen etwas und zahlen 28 Euro.
Eine Futtertüte kostet 1,50 Euro, was wieder recht günstig ist, denn sie ist gut gefüllt. Einer Giraffe kann man damit etwa 4 Möhren, 2 Tomaten und ein bis zwei Äpfel gönnen.
Es gibt mehrere Restaurants im Park, etliche Getränkeautomaten, die Möglichkeit zu einem Ritt auf einem Kamel, einige Tiershows und natürlich einen gut sortierten Souvenirladen.

Und, vielleicht auch nicht so ganz unwichtig, blitzsaubere Toiletten (mit Wickeltischen) in ausreichender Zahl gut übers Gelände verteilt.


Man kann sich am Eingang Bollerwagen leihen, und es gibt sogenannte Elektroscooter, ein- oder zweisitzig, wenn man nicht ganz so gut zu Fuß ist. Denn, wie ganz Fuerteventura, ist auch der Oasis Park sehr hügelig.

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