Veronika näht: Espadrilles

Mir war mal wieder nach nähen, aber dann kam die Auflage mal etwas „Sinnvolles“ zu machen.
Hallo?
Was ist z.B. an einem Teddy nicht sinnvoll?
Na gut, also mache ich mal in Bekleidung und versuche Espadrilles zu nähen.
Wenn man sich die Sohlen in der passenden Größe von Prym kauft, ist man schon ein ganzes Stück weiter, denn da ist ein Schnittmuster für klassische Espadrilles gleich dabei. Also nur noch schönen Stoff aussuchen und los gehts!
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Bild 1
Wenn man etwas festeren Stoff wählt, könnte man rein theoretisch auf die Innenteile verzichten, aber es sieht natürlich nicht so hübsch aus, wenn man auf die Rückseite der Stoffe schaut. Also habe ich mit „Futter“ gearbeitet.
Und ebenso ist es mit der Innensohle, die braucht man nicht unbedingt. Wenn man in Spanien Espadrilles kauft, sind sie oft ohne Innensohle.
Man läuft ebenso bequem, denn die Sohlen sind recht angenehm, aber es sieht eben auch nicht so nett aus.
Zuerst werden nun also alle Außen- und Innenseiten zuzsammen genäht.
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Es empfiehlt sich, das dann noch einmal gut zu bügeln.
Danach näht man Ferse und Spitze aneinander.
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Nun gibt es 2 Möglichkeiten.
Oft wird empfohlen die Innensohle zuerst aufzunähen und dann erst das Schuh-Oberteil. Ebenso funktioniert es aber, wenn man Innensohle und Oberteil zusammen auf die Sohle steckt und dann mit Langettenstichen festnäht. Das finde ich persönlich praktischer.
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Da man diese Langetten-Stiche nachher noch sieht, empfiehlt es sich, dazu ein optisch ansprechendes Garn zu wählen.
(Bild fehlt noch, hatte kein passendes Garn ….)

Veronika näht: Bananentasche

In meinem gesegneten Alter schwelgt man ja gern mal in schönen Erinnerungen, und eine davon ist die Bananentasche.

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Für alle (viel) jüngeren: Nein, man transportierte keine Bananen damit, sie sah nur so bananig aus. Meine damalige war – der Zeit angemessen –  aus goldfarbenem Knautschlack mit schwarzen Zierpaspeln. Und sie war aus einem sehr dünnen Material, so dass es eigentlich ein recht unkomfortabler haltloser Sack war.
Und ich hätte wieder gern eine, nur schöner und besser.
Ich habe lange nach Schnittmustern gesucht, aber nicht das Passende gefunden, also habe ich mir selbst eins ausgedacht, immer in der Erinnerung an das goldene Stück aus den 80ern.
Die Form habe ich mithilfe von Platzteller und Tortenplatte hinbekommen. Diesen Schnitt habe ich aus Kunstleder und aus einem Baumwollstoff fürs Futter ausgeschnitten.

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Da die alte Tasche so instabil war, habe ich mir überlegt, wie sie etwas mehr die Form halten könnte. Früher war die Tiefe der Tasche ein Streifen aus dem gleichen Material, jetzt habe ich dafür Gurtband in einer Kontrastfarbe genommen.

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Daran habe ich nun die ausgeschnittenen Taschenteile angenäht, einmal Kunstleder, einmal Futterstoff, so dass nachher also 2 Taschen-Rohlinge vor mir lagen, die ich dann nur noch ineinander stecken musste.

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Und ich kann sagen, es hat geklappt, durch das festere Gurtband hält auch die leere Tasche gut ihre Form.
Die Gurtbandenden der äußeren Tasche habe ich umgeschlagen und mit D-Ringen versehen um später daran den Trageriemen zu befestigen. Man könnte aber wohl auch das Gurtband gleich so lang wählen, dass es ohne Karabiner oder so als Trageriemen reicht. Ich habe mich dieses Mal für eine Kette entschieden, das ist natürlich Geschmacksache.

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Mit dem Einnähen des Reißverschlusses habe ich dann Futter- und Außenstoff zusammengefasst, innen habe ich die beiden Taschen nicht weiter miteinander verbunden, ich denke dank der Schwerkraft bleibt das Futter an seinem Platz. Ansonsten ist aber auch schnell noch mal durch die Gurtbänder gesteppt, das sollte kein Problem sein.
Da das Kunstleder silberfarben ist, der Reißverschluss dunkelblau (passend zu Futter und Gurtband), und ich mit der Hand nähe, habe ich für das Einnähen einen durchsichtigen Nylonfaden gewählt (danke an Kathriene für diesen guten Tipp), damit die Naht nicht so auffällt. Mit der Maschine könnte man natürlich auch eine kontrastfarbene Ziernaht wählen.

Veronika wünscht sich eine Tasche…

eine Handgemachte. Ein Unikat. Liebevoll genäht.

Von den  TT -„Nadel &Faden-Näherinnen“

 

von Senta

„Also das Muster wie die grün-blaue Umhängetasche aus Patchworkstoffen, nur in Blautönen, mit Jeans und/oder Türkis dabei. Können uni und gemusterte Stoffe sein, ruhig mit was aus dem Wasser drauf, Muscheln, Fische oder so.“

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Gedöns darf auch dran, Troddeln, Taschenbaumler, Perlchen, egal.“
Format hätte ich gern ein Rechteck, Größe etwa wie ein iPad (das sollte gut reinpassen/ 27 cm x 20 cm ?), nur nicht so flach  , vielleicht so die Breite/Tiefe einer Scheckkarte, damit mein fettes Kellner-Portemonnaie reinpasst.“
Langer Riemen (darf auch Kette sein) zum über die Schulter hängen, Innentaschen sind nicht nötig.“

„Mitte/ Ende April hätte ich sie gern

Die Fotos/Fragen bitte an

kathriene@ewe.net

 

Dieser „Aufruf“ war eine aufregende Geschichte. Wer wird sich wohl melden, und vor allen Dingen mit was. Die Angaben waren zwar ein Anhaltspunkt, aber der Rest war eindeutig den kreativen Köpfen überlassen.
Wenn man – wie ich – so einen Nähthread beobachtet, dann entdeckt man doch Fähigkeiten, die man Laien nie zugetraut hätte. Wenn auch durch die Schnittmuster gewisse Gemeinsamkeiten da sind, die Auswahl der Stoffe und Accessoires machen jedes Stück wieder zum Unikat. Und dann gibt es ja noch die, die sich sogar den Schnitt selbst ausdenken, also wirklich eine komplett spannende Sache.
Und – um es gleich vorweg zu nehmen – ich habe nicht nur eine Tasche bekommen, sondern gleich drei. Das ist fein, denn Taschen hat frau ja nun mal nie genug. Und meine drei Neuen sind so verschieden wie sie nur sein können.

Tasche Nr. 1 war eine echte Überraschung und kam von Kathriene.

Bei den Dreien nenne ich sie „die Elegante“, es ist eine Handtasche in blau-weiß, maritim und mit vielen tollen Details liebevoll verziert. Das Format ist super praktisch, nicht zu groß und nicht zu klein, der Stoff unheimlich schön, und sie passt zu wahnsinnig vielen meiner Outfits.

Die Tasche, die als Modell für diese Anfrage diente, kam aus der Sammlung von nebil_seine_oma, und von ihr kam auch Tasche Nr. 2.

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Genau in diesem Patchworkstil, aus ganz tollen Stoffen (mit viel Getier aus dem Wasser …) in wunderschönen Farben super zusammengestellt.
Vorder- und Rückseite verschieden gestaltet, Innenstoff noch einmal anders, diese Tasche ist rundherum ein Hingucker!

Tasche Nr. 3 ist die Riesen-Überraschung, im wahrsten Sinne des Wortes. Erst mal ist sie richtig groß, viel größer als eine klassische Handtasche, das ist nun unsere „wir-sind-mal-unterwegs-Tasche“, die kam gerade passend, denn ihre Vorgängerin war hinüber. Und längst nicht so schön. Vorher war alles in dunkelblau-schwarz verstaut, nun wohnt das ganze Zeugs in der Karibik, mindestens.

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Sensationelle Stoffe in kräftigen Farben mit tollen Quallen (das ist hier ein kleiner Insider) und Fischen, mutig kombiniert von Kathriene. Da hat sie sich mal richtig was getraut, und das Ergebnis ist ein Traum.
Besonders raffiniert bei diesem Taschenschnitt („Schnabelina“) ist der Reißverschluss im doppelten Boden, so dass man sie mit einem Handgriff schnell mal verbreitern kann, da ist der Unterwegs-Spontaneinkauf auch gleich zu verstauen.

Diese Aktion war ein voller Erfolg, und ich hoffe, dass es den Näherinnen wenigstens halb so viel Spaß wie mir gemacht hat, auf jeden Fall kommt hier noch einmal ein fettes Dankeschön!
Und ich gehe morgen wieder aus und lasse mich gern auf eins meiner neuen Designerstücke ansprechen, bis jetzt hat noch kaum jemand geglaubt, dass so etwas daheim in Handarbeit herzustellen ist. Ich hätte es ja auch nicht geglaubt, bis ich hier bei backsbeern die tollen Beispiele gesehen habe.

Veronika näht: Hühnerpullis

Ab und zu nähe ich ganz gerne was. Meist Teddys, da muss ich aber aufpassen, so langsam besteht hier Einreiseverbot.
Gut, nähe ich eben Sachen für andere. Diesmal für Hühner. Echt jetzt.

Hier: http://www.rettet-das-huhn.de/ findet man eine Anleitung für Hühnerpullis. Hört sich richtig lustig an, macht aber Sinn, wenn man mal nachliest, die armen Viecher!
Das Schnittmuster herunterladen, ausdrucken, aneinander kleben, und schon ist es fertig, ganz einfach.

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Damit es den Hühnern warm genug ist, sollte es Fleece oder Vergleichbares sein. Strickware ist ungeeignet, weil sich die Krallen darin verfangen können.

Hier ein fettes Dankeschön für die schönen Stoffspenden, da werden die Hühner sich freuen!
Zugeschnitten ist auch sehr schnell, so kompliziert ist ein Hühnerpulli gar nicht.

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Damit man es sich besser vorstellen kann, habe ich ein Plüsch-Huhn besorgt.

Hier ist sie, Huhnigunde:

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So viel zu nähen ist ja gar nicht dran, aber die Kanten müssen irgendwie befestigt werden, damit nichts ausfranst.

Bei manchen Stoffen muss kein Saum gemacht werden, die fusseln gar nicht so, also kann man das Ganze recht gelassen betrachten. Hübsch soll es trotzdem werden, darum habe ich mich für Kontrastfarben entschieden.

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Und dann ist auch schon alles fertig, das geht wirklich recht schnell, mal eben so zwischendurch.

Hier trägt Huhnigunde ein kuschelig weiches Modell, das die Hühner hoffentlich auch im Winter warm hält.

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Wer sich an der Aktion Hühnerpulli beteiligen möchte:

http://www.rettet-das-huhn.de/h%C3%BChnerhaltung/h%C3%BChnerpullis/

Eine „Hühnerrettung“:

http://gitta-diemiesi.blogspot.de/2015/02/bodenhaltung-oder-nun-sind-sie-da.html

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Veronika näht: Teddy-Wundertüte

Von Veronika

Bei baerenladle.de kann man Teddy-Wundertüten kaufen, die alles zum Nähen eines Teddys enthalten sollen (außer einem Bild vom fertigen Teddy, richtig spannend). Man weiß nur, welche Endgröße man sich aussucht, alles andere bleibt geheim. Das ist was für mich, das probier ich mal aus.
Es kommt tatsächlich eine Papiertüte, also Wundertüte stimmt sogar. Darin befindet sich ein Schnittmuster, Fellstoff, Pfotenstoff, Nasengarn, Glasaugen und Scheiben und Stifte. Mein Teddy heißt Rosalie und wird also voll beweglich sein, klasse.
Das Einzige, was nicht dabei ist, ist Füllmaterial. Das macht mir nichts aus, hab ich immer im Haus, aber man sollte es dem Käufer gegenüber vielleicht erwähnen (oder hab ich den Hinweis nur übersehen?).
Der Schnitt ist gut beschriftet, die Stoffe großzügig bemessen, man könnte sich tatsächlich auch das ein oder andere verschnittene Teil leisten, das finde ich sehr gut.

Spannend wird es schon beim Zuschneiden. Da Pfotenstoff vorhanden ist, gehe ich natürlich davon aus, dass die Sohlen daraus sind, auch die Handinnenflächen haben ein exra Schnitt-Teil, also werden die wohl auch aus Pfotenstoff abgesetzt. Aber bei den Ohren steht nix weiter. Ich mag es bei Teddys ganz gern, wenn die Innenohren aus glatterem Stoff sind, also schneide ich die auch mal aus dem Pfotenstoff zu, aber man könnte sie auch rundherum „pelzig“ machen, beide Stoffe reichen für beide Varianten.

 

Nun werden die Teile zusammen genäht, was eigentlich einfach und recht offensichtlich ist, wie was zusammen gehört.

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Aber etwas fisselig ist es schon. Ich hatte eine Endgröße von ca. 17 cm gewählt und nicht bedacht, dass dann einige Teile doch etwas winzig sind. Das macht beim Nähen gar nichts aus, aber beim Wenden. Grobmotoriker sollten also besser ein etwas größeres Exemplar aussuchen.
Und noch etwas merkt man bei der Mikrochirurgie. Der Fellstoff ist dafür nicht ideal. Bei Arm oder Bein geht es ja noch, dass das Fell so dezent behaart ist, beim Öhrchen fällt es dann aber auf, da stehen dann nur noch 2 Haare und ansonsten blickt man auf das Untergewebe. Für so einen kleinen Teddy wäre ein dichterer Plüsch vielleicht etwas besser.

 

Alle Teile werden nun zusammengenäht, ausgestopft und dann angebracht. Auf den Schnittmusterteilen ist angezeichnet, wo die Gelenke für Arme und Beine sitzen sollen, man muss also nicht erst herumtüfteln, wie es wohl zu den Proportionen passen könnte, sehr praktisch.

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Und jetzt ist „Rosalie“ fertig. Der Name ist schon klar, das Fell schimmert ein wenig Richtung altrosa.
Das Nasengarn war auch wieder reichlich bemessen, das reicht dicke für 2 Nasen, und für die Augen war sogar extra ein spezielles Garn dabei. Der Faden fühlt sich an als wäre er irgendwie gewachst oder sowas. Bisher habe ich mich mit den Augen immer recht schwer getan, aber mit diesem Garn ging das ratz-fatz, so ein Augengarn muss ich mir auch mal zulegen.

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Wie sie da so vor mir saß, kam sie mir noch ein wenig nackt vor, bei den Proportionen muss irgendwass um den Hals. Ich hab es mal mit einem Reste-Fitzelchen getestet, ja, sieht entschieden besser aus, da werde ich noch eine endgültige Lösung in Form von Halstuch oder Schal nachliefern.
Mir hat es großen Spaß gemacht, diesen Überraschungsteddy zu machen (ich habe auch immer gern Puzzles ohne Vorlage gemacht), das mache ich bestimmt noch einmal irgendwann.

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