Veronika näht: Hühnerpullis

Ab und zu nähe ich ganz gerne was. Meist Teddys, da muss ich aber aufpassen, so langsam besteht hier Einreiseverbot.
Gut, nähe ich eben Sachen für andere. Diesmal für Hühner. Echt jetzt.

Hier: http://www.rettet-das-huhn.de/ findet man eine Anleitung für Hühnerpullis. Hört sich richtig lustig an, macht aber Sinn, wenn man mal nachliest, die armen Viecher!
Das Schnittmuster herunterladen, ausdrucken, aneinander kleben, und schon ist es fertig, ganz einfach.

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Damit es den Hühnern warm genug ist, sollte es Fleece oder Vergleichbares sein. Strickware ist ungeeignet, weil sich die Krallen darin verfangen können.

Hier ein fettes Dankeschön für die schönen Stoffspenden, da werden die Hühner sich freuen!
Zugeschnitten ist auch sehr schnell, so kompliziert ist ein Hühnerpulli gar nicht.

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Damit man es sich besser vorstellen kann, habe ich ein Plüsch-Huhn besorgt.

Hier ist sie, Huhnigunde:

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So viel zu nähen ist ja gar nicht dran, aber die Kanten müssen irgendwie befestigt werden, damit nichts ausfranst.

Bei manchen Stoffen muss kein Saum gemacht werden, die fusseln gar nicht so, also kann man das Ganze recht gelassen betrachten. Hübsch soll es trotzdem werden, darum habe ich mich für Kontrastfarben entschieden.

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Und dann ist auch schon alles fertig, das geht wirklich recht schnell, mal eben so zwischendurch.

Hier trägt Huhnigunde ein kuschelig weiches Modell, das die Hühner hoffentlich auch im Winter warm hält.

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Wer sich an der Aktion Hühnerpulli beteiligen möchte:

http://www.rettet-das-huhn.de/h%C3%BChnerhaltung/h%C3%BChnerpullis/

Eine „Hühnerrettung“:

http://gitta-diemiesi.blogspot.de/2015/02/bodenhaltung-oder-nun-sind-sie-da.html

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Veronika kocht: Coquelet aux Pêches

Heute habe ich mal wieder gekocht. Also nicht nach langer Zeit mal wieder, sonst koche ich auch, aber eher so Sachen, die jeder andauernd macht, wie Spaghetti Bolognese oder so.
Heute gab es ein Rezept, das ich vor gefühlten 100 Jahren (na gut, es waren wohl nur knapp 30 …) in einem Restaurant in Südfrankreich abgestaubt habe, da hieß es „Coquelet aux Pêches“, also Hähnchen in Pfirsichsauce.
Lecker. Und ganz fix gemacht.
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man nehme (für 2 Personen):

1 Hähnchen oder 2 Stubenküken
2 Schalotten
Tortenpfirsiche aus der Dose oder dem Glas (es geht auch mit frischem Obst, wird dann aber nicht ganz so saftig)
Butter, Salz, Pfeffer, Paprikapulver (scharf), Honig

Hier wird der Vogel immer halbiert, man kann ihn aber auch ganz lassen und zum Schluss tranchieren, halbiert ist er schneller gar.


Mit Salz, Pfeffer und etwas Paprika würzen, mit den Schalotten kurz von beiden Seiten in etwas Butter anbraten und dann auf ein Backblech legen, im Backofen bei 180° fertig garen.

Die Schalotten lasse ich erst mal ganz, wenn das Hähnchen dann in den Ofen kommt, schneide ich sie ein- oder zweimal durch und reibe damit noch mal durch die Pfanne, dann werden sie entsorgt.
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In diesem Anbratfett werden die abgetropften Pfirsichspalten nun erhitzt, sie können auch noch mal eine Portion Pfeffer vertragen.
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Kurz vor dem Servieren kommen noch ca. 3 Esslöffel Honig zu den Pfirsichen, wir haben festgestellt, dass ein dunkler, würziger Honig am besten passt.
Dazu passen Reis, Salat, Baguette oder sonstwas, wir essen es einfach so, beilagenfrei.

Weiterlesen „Veronika kocht: Coquelet aux Pêches“

Veronika und Lothar fliegen aus: Ausflug nach Hürtgenwald

Im Urlaub schaut man sich ja immer alles ganz genau an, aber daheim lässt das meist nach. Wir fliegen auch hier gern mal aus und schauen uns die Umgebung an, manchmal einfach nur so, manchmal mit einem mehr oder weniger zufälligen Ziel.
Aber jeder Ausflug fängt gleich an: Erst mal raus aus der Stadt!
Dieses Mal ging es von Köln aus Richtung Westen … immer der Nase nach oder so.

Die Landschaft hier kennen wir ja, Spaziergehmöglichkeiten gibt es reichlich, aber so ab und zu mal was anschauen ist ja auch nicht übel.

In der Art haben wir uns schon einige Sachen angesehen, auch bei den Nachbarn in Belgien, und wir sind immer wieder überrascht und begeistert, wieviel Energie Privatleute aufbringen um etwas auf die Beine zu stellen.

Das heutige Ziel war ein kleines, von einem Heimatverein betriebenes Museum.

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Himmel, so einen Schrank hatte nicht nur Oma, sondern sogar meine Eltern noch …

Neben einer derzeitigen kleinen Sonderaustellung über Funde aus römischer Zeit, findet man auch nett gestaltete „heimatkundliche“ Ecken.

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Aber wir sind nach Hürtgenwald gefahren, geschichtlich versierten Lesern sagt das jetzt schon was. Der doch recht umfangreiche Hauptteil der Ausstellung befasst sich mit der Zeit 1944/45, einem wenig erfreulichen Kapitel der Geschichte.
Es gibt viele Funde, Karten, Bilder und Dokumente Beteiligter, die einem die Geschichte so ganz persönlich verdeutlichen.

Wikipedia:

Im Mittelalter stand beim Ortsteil Bergstein auf dem Burgberg als ehemalige Reichsburg die Burg Berenstein, die nur noch als Burgstall zu erkennen ist. Aktuell stehen dort der Aussichtsturm Krawutschketurm sowie ein Bunker des im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) angelegten Westwalls. In diesem Krieg fand vom 6. Oktober 1944 bis zum 10. Februar 1945 im Gemeindebereich um Vossenack und Hürtgen die Schlacht im Hürtgenwald statt. Während keine Seite unmittelbare strategische Erfolge erzielen konnte, zählt die Schlacht zu den schwersten Kämpfen im Westen Europas in der Endphase des Krieges. Im Rahmen der Schlacht gab es Schätzungen zufolge insgesamt rund 24.000 Tote.

Der Name Hürtgenwald bezog sich bis zu diesen Ereignissen lediglich auf das staatliche Forstamt. Die US-amerikanische Bezeichnung des gesamten Gebietes mit „Huertgen Forest“ führte erst bei einer späteren Gebietsreform zum Namen „Hürtgenwald“.

Anfahrt und Öffnungszeiten Hürtgenwald

Und irgendwann geht es dann wieder zurück, voller neuer Eindrücke, mit wieder einem Ausflugstipp mehr für Interessierte und einem gefüllten Kofferraum, denn einen Buchladen zum Thema gab es im Museum auch noch ….

Und da hinten, ganz in der Ferne, da sehen wir schon wieder die Domspitzen … bis zum nächsten Ausflug.

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Veronika backt: Noch mal Kuchen mit Stevia

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Das ist schon der Zweite dieser Art, aber den ersten habe ich vergessen zu knipsen. Als ich das meinem Mann erzählte, hat er sich gleich bereit erklärt, noch einen Kuchen zu essen, ist das nicht tapfer von ihm?

Wie schon beim Mürbeteig wird auch der hier viel fester, also schließe ich daraus, dass man bei Steviateig am besten gleich zum Knethaken greift, dann klappt es prima.

Der erste Versuch war etwas flach, also nicht im Geschmack, sondern tatsächlich in der Höhe. Ich habe nie darüber nachgedacht, dass die Zuckermenge auch Volumen bringt, das bisschen Steviapulver ist natürlich mengenmäßig nahezu unsichtbar. Gut, hab ich eben die Teigmenge verdoppelt, passt schon.

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Das Originalrezept hat eigentlich einen Biskuitteig, aber das kann man mit Steviapulver ja knicken, also werden die Zutaten einfach gnadenlos so gemischt, die Eier habe ich auch gar nicht mehr getrennt, das macht überhaupt nichts (wozu hab ich mir dann früher nur immer so eine Mühe gemacht?).

Man nehme …

250 g Butter
6 Eier
400 g Mehl
1/2 Beutel Backpulver
4-5 Esslöffel Wasser oder Milch
Steviosid-Extrakt passend zu 200 g Zucker (sind bei meinem Fabrikat 20 der winzigen Messlöffelchen)
Obst nach Wahl, hier sind es … naaaa, ratet mal … Richtig! Sauerkirschen! Aber es klappt auch mit jedem anderen Obst aus dem Glas oder frischen Apfelstücken oder Rosinen oder Nüssen.

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Bei Dosenobst/Obst aus dem Glas die gewünschte Menge gut abtropfen lassen.
Zimmerwarme Butter, Eier, Wasser/Milch und Steviapulver verrühren, dann nach und nach Mehl und Backpulver dazu geben.
Die abgetropften Früchte darunter heben. Man braucht sie nicht mit Mehl bestäuben oder so, die sinken nicht weiter ein, da der Teig so zäh ist.

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Alles in eine Springform (28 cm Durchmesser) füllen.
Bei 180° (Umluft) ca. 50 Minuten backen.

Veronika näht: Teddy-Wundertüte

Von Veronika

Bei baerenladle.de kann man Teddy-Wundertüten kaufen, die alles zum Nähen eines Teddys enthalten sollen (außer einem Bild vom fertigen Teddy, richtig spannend). Man weiß nur, welche Endgröße man sich aussucht, alles andere bleibt geheim. Das ist was für mich, das probier ich mal aus.
Es kommt tatsächlich eine Papiertüte, also Wundertüte stimmt sogar. Darin befindet sich ein Schnittmuster, Fellstoff, Pfotenstoff, Nasengarn, Glasaugen und Scheiben und Stifte. Mein Teddy heißt Rosalie und wird also voll beweglich sein, klasse.
Das Einzige, was nicht dabei ist, ist Füllmaterial. Das macht mir nichts aus, hab ich immer im Haus, aber man sollte es dem Käufer gegenüber vielleicht erwähnen (oder hab ich den Hinweis nur übersehen?).
Der Schnitt ist gut beschriftet, die Stoffe großzügig bemessen, man könnte sich tatsächlich auch das ein oder andere verschnittene Teil leisten, das finde ich sehr gut.

Spannend wird es schon beim Zuschneiden. Da Pfotenstoff vorhanden ist, gehe ich natürlich davon aus, dass die Sohlen daraus sind, auch die Handinnenflächen haben ein exra Schnitt-Teil, also werden die wohl auch aus Pfotenstoff abgesetzt. Aber bei den Ohren steht nix weiter. Ich mag es bei Teddys ganz gern, wenn die Innenohren aus glatterem Stoff sind, also schneide ich die auch mal aus dem Pfotenstoff zu, aber man könnte sie auch rundherum „pelzig“ machen, beide Stoffe reichen für beide Varianten.

 

Nun werden die Teile zusammen genäht, was eigentlich einfach und recht offensichtlich ist, wie was zusammen gehört.

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Aber etwas fisselig ist es schon. Ich hatte eine Endgröße von ca. 17 cm gewählt und nicht bedacht, dass dann einige Teile doch etwas winzig sind. Das macht beim Nähen gar nichts aus, aber beim Wenden. Grobmotoriker sollten also besser ein etwas größeres Exemplar aussuchen.
Und noch etwas merkt man bei der Mikrochirurgie. Der Fellstoff ist dafür nicht ideal. Bei Arm oder Bein geht es ja noch, dass das Fell so dezent behaart ist, beim Öhrchen fällt es dann aber auf, da stehen dann nur noch 2 Haare und ansonsten blickt man auf das Untergewebe. Für so einen kleinen Teddy wäre ein dichterer Plüsch vielleicht etwas besser.

 

Alle Teile werden nun zusammengenäht, ausgestopft und dann angebracht. Auf den Schnittmusterteilen ist angezeichnet, wo die Gelenke für Arme und Beine sitzen sollen, man muss also nicht erst herumtüfteln, wie es wohl zu den Proportionen passen könnte, sehr praktisch.

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Und jetzt ist „Rosalie“ fertig. Der Name ist schon klar, das Fell schimmert ein wenig Richtung altrosa.
Das Nasengarn war auch wieder reichlich bemessen, das reicht dicke für 2 Nasen, und für die Augen war sogar extra ein spezielles Garn dabei. Der Faden fühlt sich an als wäre er irgendwie gewachst oder sowas. Bisher habe ich mich mit den Augen immer recht schwer getan, aber mit diesem Garn ging das ratz-fatz, so ein Augengarn muss ich mir auch mal zulegen.

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Wie sie da so vor mir saß, kam sie mir noch ein wenig nackt vor, bei den Proportionen muss irgendwass um den Hals. Ich hab es mal mit einem Reste-Fitzelchen getestet, ja, sieht entschieden besser aus, da werde ich noch eine endgültige Lösung in Form von Halstuch oder Schal nachliefern.
Mir hat es großen Spaß gemacht, diesen Überraschungsteddy zu machen (ich habe auch immer gern Puzzles ohne Vorlage gemacht), das mache ich bestimmt noch einmal irgendwann.

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Veronika backt: Mürbeteig mit Stevia

Backen mit Stevia: Mürbeteig

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Es gibt ja Leute, die – aus welchen Gründen auch immer – auf den Konsum von Zucker verzichten sollen oder möchten, aber gerne Kuchen essen. Mein Mann ist so einer, daher wird nun mal mit Stevia experimentiert.
Damit es nicht in Stress ausartet, fange ich einfach an, mit einem Boden-Grundrezept. Belegen kann man dann ja, wie man mag, mit Obst der Saison oder sonstwas.

Für eine Bodenform mit 28 cm Durchmesser nehme ich:

300 g Mehl
eine klitzekleine Menge Backpulver (ca. 1/4 TL oder so)
130 g Butter
2 Eier
und statt der 130 g Zucker die adäquate Menge Stevia-Extrakt.

Da sollte man natürlich darauf achten, dass es kein Gemisch oder so ist, welches dann auch nicht zum Backen geeignet ist. Als Extrakt ist es ein feines Pulver mit einer zigfachen Süßkraft gegenüber Zucker.
Bei dem von mir verwendeten ist ein kleiner Messlöffel dabei, dessen Inhalt dann 10 g Zucker entspricht, also 13 Minilöffelchen in diesem Fall.
Vorsicht! Nicht gutgemeint überdosieren, das schmeckt dann nicht mehr, das wird bitter.

Beim Mixen des Teiges stellte ich fest, dass die Konsistenz schon etwas anders wird als sonst mit Zucker, es wird irgendwie klebriger, zäher. Ich habe einen EL Büchsenmilch zugegeben, dann war alles schön glatt (funktioniert wahrscheinlich auch mit etwas Wasser).

Bei 175° (Umluft) ca. 35 Minuten backen. Fertig!

Auf dem Bild ist der Boden mit Sauerkirschen aus dem Glas belegt (natürlich auch ohne Zucker), wobei sich im Moment natürlich Erdbeeren anbieten. Aber diese Kirsch-Geschichte hat einen speziellen Hintergrund in der Familie (und der wird nicht verraten …).

Veronika kocht:Überbackener Fisch ohne Fisch, dafür mit Hackfleisch

Aus dem letzten Urlaub habe ich ein Rezept mitgebracht.

Gut, eigentlich nur ein Teilrezept, denn da ist es eigentlich ein Fischgericht, sowas in der Tonform überbackenes, bestellt mein Mann schon mal.

Aber diese Masse über dem Fisch, die fand ich echt lecker, und heute haben wir das mal auf einem Hackfleisch-Auflauf ausprobiert, schmeckte superlecker!

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Für 4 Personen:

500g Hackfleisch (egal, welches, wir hatten heute Lamm)
1 großer oder 2 kleine Brokkoli
2 Mettenden
3-4 Zwiebeln (kleinere, oder Schalotten)
350g Philadelphia
250 ml Hollandaise
2 Eigelb
Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Butter oder Öl

Brokkoli in Röschen teilen und blanchieren, Mettenden in Scheiben schneiden, die Zwiebeln würfeln und in Butter oder Öl anbraten. Das Hackfleisch dazu geben, mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen.


Die Wurstscheiben in eine Auflaufform legen (die muss man nicht fetten, da kommt genug aus den Mettenden), darauf die blanchierten Brokkoliröschen verteilen, dann mit dem gebratenen Hackfleisch auffüllen.
Philadelphia, Hollandaise, Salz, Pfeffer und 2 Eigelb zu einer glatten Masse verrühren und als letzte Schicht auf den Auflauf geben.


Bei 180° (Umluft) ca. 35 Minuten, bis die Creme leicht bräunt.