Veronika und Lothar fliegen aus: Corvette-Treffen in Rheinhessen

Ein Wochenende in Rheinhessen ….

Jetzt waren wir mal in Sachen Auto unterwegs. Lothar ist in einem Forum, in dem sich Anhänger amerikanischer Autos tummeln, die Corvette-Fans.

Und bei denen ist es üblich, dass man sich gelegentlich zu gemeinsamen Ausfahrten trifft, auch mal für ein ganzes Wochenende.
Wegen der fahrtechnischen Organisation war die Teilnehmerzahl auf 30 Fahrzeuge begrenzt, die dann auch in 2 Gruppen unterwegs waren, sonst wird das nix. Und so treffen dann die verschiedensten Modelljahrgänge von den 50ern bis heute aufeinander.

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Dieses Treffen war überregional. Die Teilnehmer aus dem Großraum Köln reisten jedoch gemeinsam an und nutzen schon den Anfahrtstag für schöne Strecken abseits der Autobahn.

 

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Der zuständige Wettergott hatte ein Einsehen, so dass wir bei unerwartet schönem Wetter durch die noch schönere Landschaft cruisen konnten.

 

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Und natürlich war auch wieder ein Programm abseits der Benzingespräche dabei, ein Besuch im Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein, wo auch noch die Sonderausstellung „Fliegende Juwelen“ lief.

Private Sammler haben in Jahrzehnten zusammengetragen, was farblich zusammen passt, erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen Insekten und Mineralien.

 

Aber auch so ist das Museum einen Besuch wert, es finden sich außergewöhnliche Stücke dort, und eine Führung ist sehr interessant.

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Die Abende vergingen bei gutem Essen und schönen Gesprächen wie im Flug. Es ist immer wieder spannend neben alten Bekannten auch Leute zu treffen, die man vorher nur virtuell kannte.

 

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Veronika näht: Espadrilles

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Mir war mal wieder nach nähen, aber dann kam die Auflage mal etwas „Sinnvolles“ zu machen.
Hallo?
Was ist z.B. an einem Teddy nicht sinnvoll?
Na gut, also mache ich mal in Bekleidung und versuche Espadrilles zu nähen.
Wenn man sich die Sohlen in der passenden Größe von Prym kauft, ist man schon ein ganzes Stück weiter, denn da ist ein Schnittmuster für klassische Espadrilles gleich dabei. Also nur noch schönen Stoff aussuchen und los gehts!
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Wenn man etwas festeren Stoff wählt, könnte man rein theoretisch auf die Innenteile verzichten, aber es sieht natürlich nicht so hübsch aus, wenn man auf die Rückseite der Stoffe schaut. Also habe ich mit „Futter“ gearbeitet.
Bei dünneren Stoffen sollte man eine Verstärkung aus Vlies auf die linke Seite des Stoffes bügeln.
Und ebenso ist es mit der Innensohle, die braucht man nicht unbedingt. Wenn man in Spanien Espadrilles kauft, sind sie oft ohne Innensohle.
Man läuft ebenso bequem, denn die Sohlen sind recht angenehm, aber es sieht eben auch nicht so nett aus.
Zuerst werden nun also alle Außen- und Innenseiten zuzsammen genäht.
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Es empfiehlt sich, das dann noch einmal gut zu bügeln.
Danach näht man Ferse und Spitze aneinander.
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Nun gibt es 2 Möglichkeiten.
Oft wird empfohlen die Innensohle zuerst aufzunähen und dann erst das Schuh-Oberteil. Ebenso funktioniert es aber, wenn man Innensohle und Oberteil zusammen auf die Sohle steckt und dann mit Langettenstichen festnäht. Das finde ich persönlich praktischer.
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Da man diese Langetten-Stiche nachher noch sieht, empfiehlt es sich, dazu ein optisch ansprechendes Garn zu wählen.
(Bild fehlt noch, hatte kein passendes Garn ….)
So, nun sind sie endlich fertig. Da die Sohlennaht sichtbar bleibt, hatte ich mir so ein Bändchengarn bestellt. Das sieht auch wirklich nett aus, lässt sich aber äußerst unwillig vernähen …. Wie gut, dass ich so viel Geduld habe, aber beim nächsten Paar gibt es ein glattes Garn. 🙂
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Veronika backt: Waffeln mit Stevia

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Der nächste Test für zuckerfreie Leckereien war fällig, heute gab es Waffeln.
Da ich inzwischen weiß, dass es verschieden große Waffeleisen gibt, gebe ich hier mal das Maß an, denn wir haben wohl ein großes Waffeleisen. Eine Waffel hat einen Durchmesser von 21 cm.

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Für 10 – 11 Waffeln:

500 g Mehl
250 g weiche Butter
6 Eier
1/2 l Milch
1 Päckchen Backpulver
Rumaroma oder Vanillearoma, je nach Geschmack
3 Portionslöffelchen Steviosidextrakt (entsprechen 3 gehäuften Esslöffeln Zucker)

Butter schaumig rühren, nach und nach die Eier, Aroma und das Steviapulver einrühren. Dann abwechselnd das mit Backpulver gemischte Mehl und die Milch zugeben und den Teig glatt und recht leicht fließend rühren, damit er sich im Eisen schön ausbreiten kann.

 
Wir backen jede Waffel einzeln frisch am Tisch und belegen sie da nach Wunsch mit Puderzucker (gibt es auch als Steviapulver), heißen Kirschen, Sahne oder Marmeladen. Man kann aber auch alle vorbacken, sie halten abgekühlt unter einer Tortenhaube auch noch gut 2 Tage.

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Auch schon erfolgreich getestet wurde die Zugabe von Lebensmittelfarbe, so dass man für Kinder auf Wunsch blaue Schlumpf-Waffeln, pinkfarbene Barbie-Waffeln oder giftgrüne Hexen-Waffeln zaubern kann.

Veronika näht: Bananentasche

In meinem gesegneten Alter schwelgt man ja gern mal in schönen Erinnerungen, und eine davon ist die Bananentasche.

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Für alle (viel) jüngeren: Nein, man transportierte keine Bananen damit, sie sah nur so bananig aus. Meine damalige war – der Zeit angemessen –  aus goldfarbenem Knautschlack mit schwarzen Zierpaspeln. Und sie war aus einem sehr dünnen Material, so dass es eigentlich ein recht unkomfortabler haltloser Sack war.
Und ich hätte wieder gern eine, nur schöner und besser.
Ich habe lange nach Schnittmustern gesucht, aber nicht das Passende gefunden, also habe ich mir selbst eins ausgedacht, immer in der Erinnerung an das goldene Stück aus den 80ern.
Die Form habe ich mithilfe von Platzteller und Tortenplatte hinbekommen. Diesen Schnitt habe ich aus Kunstleder und aus einem Baumwollstoff fürs Futter ausgeschnitten.

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Da die alte Tasche so instabil war, habe ich mir überlegt, wie sie etwas mehr die Form halten könnte. Früher war die Tiefe der Tasche ein Streifen aus dem gleichen Material, jetzt habe ich dafür Gurtband in einer Kontrastfarbe genommen.

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Daran habe ich nun die ausgeschnittenen Taschenteile angenäht, einmal Kunstleder, einmal Futterstoff, so dass nachher also 2 Taschen-Rohlinge vor mir lagen, die ich dann nur noch ineinander stecken musste.

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Und ich kann sagen, es hat geklappt, durch das festere Gurtband hält auch die leere Tasche gut ihre Form.
Die Gurtbandenden der äußeren Tasche habe ich umgeschlagen und mit D-Ringen versehen um später daran den Trageriemen zu befestigen. Man könnte aber wohl auch das Gurtband gleich so lang wählen, dass es ohne Karabiner oder so als Trageriemen reicht. Ich habe mich dieses Mal für eine Kette entschieden, das ist natürlich Geschmacksache.

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Mit dem Einnähen des Reißverschlusses habe ich dann Futter- und Außenstoff zusammengefasst, innen habe ich die beiden Taschen nicht weiter miteinander verbunden, ich denke dank der Schwerkraft bleibt das Futter an seinem Platz. Ansonsten ist aber auch schnell noch mal durch die Gurtbänder gesteppt, das sollte kein Problem sein.
Da das Kunstleder silberfarben ist, der Reißverschluss dunkelblau (passend zu Futter und Gurtband), und ich mit der Hand nähe, habe ich für das Einnähen einen durchsichtigen Nylonfaden gewählt (danke an Kathriene für diesen guten Tipp), damit die Naht nicht so auffällt. Mit der Maschine könnte man natürlich auch eine kontrastfarbene Ziernaht wählen.

Veronika und Lothar fliegen aus: Verdun

Das Wetter war ja brauchbar, also waren wir endlich mal wieder unterwegs.
Da es die Champagne werden sollte, war ein kleines Hotel auf dem Land gebucht, ganz romantisch, und flugs ein Köfferchen gepackt.
Nun ist Frankreich ja nicht mit so einem dichten Autobahnnetz gesegnet wie Deutschland, also haben wir dem Navi die Wahl der günstigsten Strecke überlassen, es ging von Köln aus nach Westen, dann durch Belgien, Luxembourg kurz links liegen gelassen und schwupps ist man in Frankreich.
Und das war dann (außer den Übernachtungen im wirklich schnuckeligen Hotel) alles, was von der geplanten Reise übrig blieb.
Denn der erste größere Ort, der dann auf den Schildern auftaucht, ist Verdun. Und der geschichtsbegeisterte Ehemann schaltete verdammt schnell: „Da gibt es aber viel zu sehen!“
Na gut, ich bin kein Spielverderber, die Champagne läuft nicht weg, und ein Blick in die Geschichte schadet ja auch nicht.
Also Verdun.
Und Umgebung.
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Um es vorweg zu nehmen, wer an solchen Dingen interessiert ist, sollte da wirklich einige Tage einplanen und bequeme Schuhe mitnehmen, es gibt wirklich viel zu sehen.
Verdun selbst ist – wie fast alle Orte in der Gegend – nicht sehr schön.

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Im Ersten Weltkrieg wurde alles zerstört, also wirklich flächendeckend, und danach schnell und mit wenigen Mitteln wieder aufgebaut, und das sieht man.
Viele kleine Orte erinnern an alte Zechensiedlungen im Ruhrgebiet, und äußerlich ist nicht viel saniert/renoviert worden, denn der Landstrich gehört immer noch zu den ärmeren Ecken Frankreichs.
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Viel umfangreicher wird in Museen, Soldatenfriedhöfe und Gedenkstätten investiert, da ist alles penibel gepflegt und auf neuestem Stand.
Als erste Station haben wir das „Memorial Verdun“ gewählt, ein komplett neu gestaltetes Museum mit interessanten Ausstellungsstücken und einem teilweise ungewöhnlichen Konzept.
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Man hat stellenweise den Boden so gestaltet, wie er damals ausgesehen haben muss, und der Besucher kann über Glasscheiben darüber gehen. Das fiel nicht nur uns wirklich schwer, es ist ein seltsames Gefühl, und jeder blieb erst einmal stehen und tastete sich vorsichtig voran.
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Für einen Besuch dort sollte man um die 2 Stunden einplanen.
Ganz in der Nähe ist dann das „Beinhaus“, in dem ca. 130000 Gefallene bestattet sind.
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Wie auch im Memorial kann man dort Filme zum Thema schauen, teilweise mit Kopfhörern für die Verdolmetschung.
Die beiden naheliegenden Forts, Fort Douaumont und das etwas kleinere Fort de Vaux, können innen besichtig werden, und man kann die Anlagen auch außen begehen, es führen Treppen mit Handläufen nach oben, aber auch hier sind halbwegs feste und bequeme Schuhe von Vorteil.
Innen gibt es die verschiedenen Abteilungen, wie Schlafräume, Sanitätsstation, Befehlsstand oder auch den Taubenschlag für die damals gehaltenen Brieftauben zu sehen.
Bewegt man sich von einer Gedenkstätte zur nächsten kommt man an einigen zerstörten Dörfern vorbei, die nie wieder aufgebaut und besiedelt wurden. Die Ruinen sind inzwischen stark bewachsen, aber man erkennt immer noch etliche Umrisse und Reste von den damaligen Häusern.
Überhaupt merkt man auch beim einfachen Waldspaziergang noch immer die Folgen des Krieges. Es reiht sich Krater an Krater, und auch viele Schützengräben sind noch erhalten.
Das vom ursprünglichen Reiseplan beibehaltene Hotel ist sehr zu empfehlen, es liegt in Marre und heißt „Le Village Gaulois“, das gallische Dorf, und so sieht es auch fast aus.
Es kommt einem vor wie der Lebenstraum der Betreiber, die in jahrelanger Arbeit alles so liebevoll gestaltet haben.
Man wird sehr freundlich und familiär aufgenommen, und der Patron findet immer Zeit für ein persönliches Wort.
Die Steine für die einzelnen Gebäude wurden nach und nach gesammelt, die runde „Hütte“ des Restaurants sieht so aus als käme jeden Moment Majestix heraus mit der einzigen Sorge, dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen könnte. Dicke, niedrige Holztüren und ein offener Kamin runden das Bild perfekt ab.
Die Zimmer sind alle individuell und sehr einfallsreich gestaltet, sie haben keine Nummern sondern Namen, wir bewohnten „Tulipe“, welches eine hübsche Terrasse im üppigen Bauerngarten hat.
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Und die Küche ist so hervorragend, dass wir jeden Abend im Hotel geblieben sind und dort gegessen haben.
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Marre scheint ein guter Ausgangspunkt für Touren aller Art zu sein, nicht nur Richtung Verdun, denn wir trafen einige Radler und Wanderer dort. So wird es sicher noch einmal unser Ziel sein, wenn wir dann die andere Richtung erkunden werden, die Champagne und Reims.

Veronika wünscht sich eine Tasche…

eine Handgemachte. Ein Unikat. Liebevoll genäht.

Von den  TT -„Nadel &Faden-Näherinnen“

 

von Senta

„Also das Muster wie die grün-blaue Umhängetasche aus Patchworkstoffen, nur in Blautönen, mit Jeans und/oder Türkis dabei. Können uni und gemusterte Stoffe sein, ruhig mit was aus dem Wasser drauf, Muscheln, Fische oder so.“

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Gedöns darf auch dran, Troddeln, Taschenbaumler, Perlchen, egal.“
Format hätte ich gern ein Rechteck, Größe etwa wie ein iPad (das sollte gut reinpassen/ 27 cm x 20 cm ?), nur nicht so flach  , vielleicht so die Breite/Tiefe einer Scheckkarte, damit mein fettes Kellner-Portemonnaie reinpasst.“
Langer Riemen (darf auch Kette sein) zum über die Schulter hängen, Innentaschen sind nicht nötig.“

„Mitte/ Ende April hätte ich sie gern

Die Fotos/Fragen bitte an

kathriene@ewe.net

 

Dieser „Aufruf“ war eine aufregende Geschichte. Wer wird sich wohl melden, und vor allen Dingen mit was. Die Angaben waren zwar ein Anhaltspunkt, aber der Rest war eindeutig den kreativen Köpfen überlassen.
Wenn man – wie ich – so einen Nähthread beobachtet, dann entdeckt man doch Fähigkeiten, die man Laien nie zugetraut hätte. Wenn auch durch die Schnittmuster gewisse Gemeinsamkeiten da sind, die Auswahl der Stoffe und Accessoires machen jedes Stück wieder zum Unikat. Und dann gibt es ja noch die, die sich sogar den Schnitt selbst ausdenken, also wirklich eine komplett spannende Sache.
Und – um es gleich vorweg zu nehmen – ich habe nicht nur eine Tasche bekommen, sondern gleich drei. Das ist fein, denn Taschen hat frau ja nun mal nie genug. Und meine drei Neuen sind so verschieden wie sie nur sein können.

Tasche Nr. 1 war eine echte Überraschung und kam von Kathriene.

Bei den Dreien nenne ich sie „die Elegante“, es ist eine Handtasche in blau-weiß, maritim und mit vielen tollen Details liebevoll verziert. Das Format ist super praktisch, nicht zu groß und nicht zu klein, der Stoff unheimlich schön, und sie passt zu wahnsinnig vielen meiner Outfits.

Die Tasche, die als Modell für diese Anfrage diente, kam aus der Sammlung von nebil_seine_oma, und von ihr kam auch Tasche Nr. 2.

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Genau in diesem Patchworkstil, aus ganz tollen Stoffen (mit viel Getier aus dem Wasser …) in wunderschönen Farben super zusammengestellt.
Vorder- und Rückseite verschieden gestaltet, Innenstoff noch einmal anders, diese Tasche ist rundherum ein Hingucker!

Tasche Nr. 3 ist die Riesen-Überraschung, im wahrsten Sinne des Wortes. Erst mal ist sie richtig groß, viel größer als eine klassische Handtasche, das ist nun unsere „wir-sind-mal-unterwegs-Tasche“, die kam gerade passend, denn ihre Vorgängerin war hinüber. Und längst nicht so schön. Vorher war alles in dunkelblau-schwarz verstaut, nun wohnt das ganze Zeugs in der Karibik, mindestens.

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Sensationelle Stoffe in kräftigen Farben mit tollen Quallen (das ist hier ein kleiner Insider) und Fischen, mutig kombiniert von Kathriene. Da hat sie sich mal richtig was getraut, und das Ergebnis ist ein Traum.
Besonders raffiniert bei diesem Taschenschnitt („Schnabelina“) ist der Reißverschluss im doppelten Boden, so dass man sie mit einem Handgriff schnell mal verbreitern kann, da ist der Unterwegs-Spontaneinkauf auch gleich zu verstauen.

Diese Aktion war ein voller Erfolg, und ich hoffe, dass es den Näherinnen wenigstens halb so viel Spaß wie mir gemacht hat, auf jeden Fall kommt hier noch einmal ein fettes Dankeschön!
Und ich gehe morgen wieder aus und lasse mich gern auf eins meiner neuen Designerstücke ansprechen, bis jetzt hat noch kaum jemand geglaubt, dass so etwas daheim in Handarbeit herzustellen ist. Ich hätte es ja auch nicht geglaubt, bis ich hier bei backsbeern die tollen Beispiele gesehen habe.

Veronika und Lothar fliegen aus: Fuerteventura

„Veronika und Lothar fliegen aus“ haben wir nun mal wörtlich genommen und sind ausgeflogen wie die Zugvögel um einen Teil des Winters auf Fuerteventura zu verbringen.

Nachdem wir uns schon seit Jahren diverse Überwinterungsmöglichkeiten angeschaut haben, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass der Süden von Fuerte am besten zu uns passt.

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Wer solche Pläne macht, sollte gut überlegen, welche Ansprüche überhaupt da sind und welche davon wie wichtig.

Für uns ist das Wichtigste im Winter Sommer spielen zu können, das grenzt die Ziele ja schon ziemlich ein. Und da schwimmen ein absolutes Muss ist, fällt sogar der komplette Mittelmeerraum weg, da ist es im Januar doch zu frisch.

Die Karibik ist wunderschön, gar keine Frage, aber der Flug ist nicht gerade kurz, unter 10 Stunden ist da nichts zu machen. Und je nachdem, welche Insel man wählt, kommen noch Aufenthalte beim Umsteigen dazu. Nein, das ist auf Dauer und fürs älter werden nicht perfekt.

Dreimal hin und zweimal her überlegt bleiben dann nur noch die Kanaren. Ein Direktflug von um die vier Stunden ist wirklich nahezu ein Klacks, und schwuppdiwupp raus aus dem Thermomantel und rein ins kurzärmelige Shirt!

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Die Insel ist ideal für faule Sonnenabeter, Wassersportler oder Wanderer. Und wenn man sich zu einer dieser Gruppen zählen kann, dann ist man hier wirklich gut aufgehoben.

Wir gehören zur ersten Gruppe, eindeutig, aber ab und zu bewegen wir uns auch mal von Strand oder Pool weg und schauen uns etwas um.

Auf Fuerteventura kann man sich einiges ansehen, aber wirklich viel ist es nicht, darüber muss man sich im Klaren sein.

Es gibt ein paar kleinere Museen, Käserei (den Ziegenkäse kann ich sehr empfehlen) oder eine Saline mit Salzmuseum, aber großartig Kunst und Kultur sucht man hier vergebens.
Auch landschaftlich ist es hier eher mondmäßig, hügelig, viel Sand, viel Stein.

Üppigere Bepflanzungen findet man nur an den Hotels, die größtenteils sehr schöne Gärten haben, oder aber in La Lajita im Oasis Park, einem großen Tierpark mit einem botanischen Garten darin.

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Andere Sonnenanbeter trifft man meist am Strand, logisch, aber es gibt noch eine Möglichkeit!

An bewölkten Tagen, ja, auch das kommt vor, machen alle Wassersportler und Wanderer das, was sie immer tun.

Nur der Sonnenanbeter ist etwas ratlos, aber nicht lange. Denn dann fällt man in den Urlaubsorten ein und bummelt an den Geschäften entlang, oder sitzt im Straßencafé.

Das geht im Süden sowohl in Morro Jable als auch in Jandia sehr gut, die beiden Orte sind ohnehin fast wie einer, so zusammen gewachsen sind sie.

Für den extremen Fall eines nahenden Regentropfens empfiehlt sich Jandia, denn dort liegt eine ganze Reihe der Geschäfte an einem überdachten Gang, inklusive Restaurants und Cafés.

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Da die kanarischen Inseln zwar zu Spanien gehören, ansonsten aber eine Sonderstellung in der EU einnehmen, kann man tatsächlich sehr günstig einkaufen, denn Zoll und Mehrwertsteuer fallen komplett weg.

Das bedeutet bei Markenzigaretten zum Beispiel, dass eine Stange um die 25 Euro kostet, aber es gibt auch unbekannte Sorten, die es für 15 Euro pro Stange gibt.

Lederwaren wie Handtaschen oder Schuhe sind ebenso günstig, auch Kosmetikartikel. Kaufen sollte man das allerdings in offiziellen Geschäften, denn auf den Märkten werden ausschließlich Plagiate angeboten.

Ähnlich günstig – im Verhältnis zu Deutschland – sind auch die Restaurantbesuche. Die Auswahl ist nicht riesig, aber wie fast alle Urlaubsgebiete leidet auch Fuerteventura unter den günstigen all inclusive Angeboten der Hotels mit ihren üppigen Buffets, jedes Jahr ist wieder ein Restaurant mehr verschwunden.
Noch findet man hier im Süden einiges, vom Chinarestaurant bis zum Steakhaus, Pizzeria oder heimische Küche, in Morro Jable mehr als in Jandia. Und dem Tourismus angemessen findet man auch die klassische Paella hier, die zwar nicht zur kanarischen Küche gehört, aber trotzdem irgendwie immer zum „Spanienurlaub“ zählt.

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Die kanarische Küche ist nicht sehr vielseitig, auf den Inseln wächst so gut wie nichts, wenig auf Gran Canaria oder Teneriffa, noch weniger auf Lanzarote, gar nichts auf Fuerte.

Es gibt natürlich eine immense Auswahl an frischen Fischen, Wasser ist ja nun genug drumherum. Dazu werden im Schnitt kanarische Kartoffeln gereicht, kleine Kartoffeln, die mit der Schale und sehr viel Salz zubereitet werden.

Perfekt passen dann die Mojo-Saucen dazu, die es hier auch überall in Gläsern zu kaufen gibt, damit man daheim dann noch mal in Erinnerungen schwelgen kann.

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Scampi gegrillt

In einigen Lokalen wird als Spezialität Zicklein angeboten, denn Ziegen gibt es hier reichlich. Im Gegensatz zum bei uns bekannteren Lamm ist das Fleisch recht fest und auch relativ fett. Und, wie so oft im Süden üblich, es wird nicht wie bei uns tranchiert oder filetiert, sondern sehr grob zerkleinert, so dass man viel Geknusper um Knochen herum hat.


Ansonsten ist eigentlich für jeden was dabei … also für fast jeden sag ich mal. Vegetarier werden noch ganz gut zurecht kommen, wenn sie genügsam sind.

Salate, Beilagen, Pizza und Pasta gibt es überall. Veganer sind hier noch gar nicht auf dem Plan, fast überall ist Käse oder Ei enthalten.

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Fangfrischer Fisch

Klimatisch sind die Kanaren für den durchschnittlichen Mittel- bis Nordeuropäer gut geeignet, extreme Temperaturen sind äußerst selten. Wir haben das in verschiedenen Aufenthalten zu unterschiedlichen Zeiten getestet.

Der richtige Hochsommer wäre uns persönlich etwas zu heiß hier, da geht es doch oft weit über 35 Grad hinaus, im Schatten natürlich. Aber ab Ende September/Anfang Oktober ist es einfach perfekt.
Tagsüber so warm, dass auch das Wasser eine angenehme Temperatur von teilweise über 25 Grad erreicht hat, abends noch so mild, dass man auch ohne Jacke noch lange draußen sitzen kann.
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Windschutz aus Lavasteinen

Erst ab Mitte November werden die Abende kühler, da sollte man dann schon eine windundurchläsdige Jacke dabei haben, dick muss sie aber nicht sein.
Der Wind ist fast immer da, den muss man mögen oder – wie die Wassersportler – sogar nutzen. Im Süden geht es etwas gemäßigter zu, im Norden, um Corralejo herum, weht es meist viel heftiger, da ist das Kite-Surfer-Paradies.
Auf fast allen Inseln kann man einen Unterschied zwischen Nord- und Südhälfte bemerken, mal mehr, mal weniger deutlich. Gran Canaria und Teneriffa sind wegen der häufigen Regenfälle dort im Norden richtig grün, während die vulkanischen Inseln ja ansonsten eher karg sind.
Jetzt im Januar ist es tagsüber zwischen 21 und 25 Grad mild, aber das Wasser ist mit knappen 19 Grad noch winterlich frisch, da schwimmt man dann schon etwas schneller .
Gestern war es stürmisch. Na gut, es war ein etwas mickriger Sturm, aber ich erwähne ihn jetzt trotzdem mal, damit ich es nicht vergesse. Gelegentlich ist es nämlich wirklich nicht nur windig sondern stürmisch, und das hat hier gerne mal Folgen.
Das erste, was bei Sturm schwächelt, ist WLAN, aber auch der Strom macht gern mal schlapp. Daher empfiehlt es sich, je nachdem, wo man gerade wohnt, Taschenlampen und Batterien immer griffbereit zu haben.
Ansonsten kann das recht romantisch sein, wenn beim Abendessen auf einmal Kerzenschein reichen muss und nur noch Salat serviert werden kann.
So sehr viele üppige Ausflugsziele gibt es auf Fuerteventura ja nicht, aber der Oasis Park in La Lajita (in der Nähe von Costa Calma) ist sehr zu empfehlen. Ein Tierpark mit botanischem Garten, üppig bepflanzt, sehr schön gestaltet, mit eher weniger Tierarten, aber dafür viel Platz.

 

 

Man hat sich sinnvollerweise ziemlich auf Afrikas Fauna eingestellt, liegt ja gleich gegenüber, so dass die Tiere sich klimatisch schon mal nicht groß umstellen müssen. Aber ein paar Ausnahmen wie z.B. Waschbären oder Seelöwen gibt es auch.

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Was diesen Zoo, im Gegensatz zu den mir bekannten deutschen Anlagen, so bemerkenswert macht, ist der Kontakt zu den Tieren, der hier sehr gefördert wird.

Die meisten darf man mit vor Ort bereit gestelltem Futter füttern, dabei streicheln, und mit den Seelöwen dürfte man sogar schwimmen (das haben wir noch nicht gemacht).

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Das ist gerade für Kinder bestimmt ein unvergessliches Erlebnis, und auch wir Erwachsenen sind ganz hin und weg vom Schmusekurs Auge in Auge mit einer Giraffe.
Die Anlage ist insgesamt liebevoll gestaltet, immer blitzsauber, auch die Tiergehege werden konstant gereinigt, so dass selbst an heißen Tagen kein unangenehmer Geruch das Vergnügen beeinträchtigt.


Der dazu erforderliche Aufwand hat auch seinen Preis, günstig ist das Vergnügen nicht. Der Eintritt kostet 33 Euro für einen Erwachsenen, 19,50 pro Kind, Senioren über 60 Jahre sparen etwas und zahlen 28 Euro.
Eine Futtertüte kostet 1,50 Euro, was wieder recht günstig ist, denn sie ist gut gefüllt. Einer Giraffe kann man damit etwa 4 Möhren, 2 Tomaten und ein bis zwei Äpfel gönnen.
Es gibt mehrere Restaurants im Park, etliche Getränkeautomaten, die Möglichkeit zu einem Ritt auf einem Kamel, einige Tiershows und natürlich einen gut sortierten Souvenirladen.

Und, vielleicht auch nicht so ganz unwichtig, blitzsaubere Toiletten (mit Wickeltischen) in ausreichender Zahl gut übers Gelände verteilt.


Man kann sich am Eingang Bollerwagen leihen, und es gibt sogenannte Elektroscooter, ein- oder zweisitzig, wenn man nicht ganz so gut zu Fuß ist. Denn, wie ganz Fuerteventura, ist auch der Oasis Park sehr hügelig.

Veronika näht: Hühnerpullis

Ab und zu nähe ich ganz gerne was. Meist Teddys, da muss ich aber aufpassen, so langsam besteht hier Einreiseverbot.
Gut, nähe ich eben Sachen für andere. Diesmal für Hühner. Echt jetzt.

Hier: http://www.rettet-das-huhn.de/ findet man eine Anleitung für Hühnerpullis. Hört sich richtig lustig an, macht aber Sinn, wenn man mal nachliest, die armen Viecher!
Das Schnittmuster herunterladen, ausdrucken, aneinander kleben, und schon ist es fertig, ganz einfach.

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Damit es den Hühnern warm genug ist, sollte es Fleece oder Vergleichbares sein. Strickware ist ungeeignet, weil sich die Krallen darin verfangen können.

Hier ein fettes Dankeschön für die schönen Stoffspenden, da werden die Hühner sich freuen!
Zugeschnitten ist auch sehr schnell, so kompliziert ist ein Hühnerpulli gar nicht.

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Damit man es sich besser vorstellen kann, habe ich ein Plüsch-Huhn besorgt.

Hier ist sie, Huhnigunde:

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So viel zu nähen ist ja gar nicht dran, aber die Kanten müssen irgendwie befestigt werden, damit nichts ausfranst.

Bei manchen Stoffen muss kein Saum gemacht werden, die fusseln gar nicht so, also kann man das Ganze recht gelassen betrachten. Hübsch soll es trotzdem werden, darum habe ich mich für Kontrastfarben entschieden.

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Und dann ist auch schon alles fertig, das geht wirklich recht schnell, mal eben so zwischendurch.

Hier trägt Huhnigunde ein kuschelig weiches Modell, das die Hühner hoffentlich auch im Winter warm hält.

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Wer sich an der Aktion Hühnerpulli beteiligen möchte:

http://www.rettet-das-huhn.de/h%C3%BChnerhaltung/h%C3%BChnerpullis/

Eine „Hühnerrettung“:

http://gitta-diemiesi.blogspot.de/2015/02/bodenhaltung-oder-nun-sind-sie-da.html

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Veronika kocht: Coquelet aux Pêches

Heute habe ich mal wieder gekocht. Also nicht nach langer Zeit mal wieder, sonst koche ich auch, aber eher so Sachen, die jeder andauernd macht, wie Spaghetti Bolognese oder so.
Heute gab es ein Rezept, das ich vor gefühlten 100 Jahren (na gut, es waren wohl nur knapp 30 …) in einem Restaurant in Südfrankreich abgestaubt habe, da hieß es „Coquelet aux Pêches“, also Hähnchen in Pfirsichsauce.
Lecker. Und ganz fix gemacht.
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man nehme (für 2 Personen):

1 Hähnchen oder 2 Stubenküken
2 Schalotten
Tortenpfirsiche aus der Dose oder dem Glas (es geht auch mit frischem Obst, wird dann aber nicht ganz so saftig)
Butter, Salz, Pfeffer, Paprikapulver (scharf), Honig

Hier wird der Vogel immer halbiert, man kann ihn aber auch ganz lassen und zum Schluss tranchieren, halbiert ist er schneller gar.


Mit Salz, Pfeffer und etwas Paprika würzen, mit den Schalotten kurz von beiden Seiten in etwas Butter anbraten und dann auf ein Backblech legen, im Backofen bei 180° fertig garen.

Die Schalotten lasse ich erst mal ganz, wenn das Hähnchen dann in den Ofen kommt, schneide ich sie ein- oder zweimal durch und reibe damit noch mal durch die Pfanne, dann werden sie entsorgt.
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In diesem Anbratfett werden die abgetropften Pfirsichspalten nun erhitzt, sie können auch noch mal eine Portion Pfeffer vertragen.
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Kurz vor dem Servieren kommen noch ca. 3 Esslöffel Honig zu den Pfirsichen, wir haben festgestellt, dass ein dunkler, würziger Honig am besten passt.
Dazu passen Reis, Salat, Baguette oder sonstwas, wir essen es einfach so, beilagenfrei.

Veronika und Lothar fliegen aus: Ausflug nach Hürtgenwald

Im Urlaub schaut man sich ja immer alles ganz genau an, aber daheim lässt das meist nach. Wir fliegen auch hier gern mal aus und schauen uns die Umgebung an, manchmal einfach nur so, manchmal mit einem mehr oder weniger zufälligen Ziel.
Aber jeder Ausflug fängt gleich an: Erst mal raus aus der Stadt!
Dieses Mal ging es von Köln aus Richtung Westen … immer der Nase nach oder so.

Die Landschaft hier kennen wir ja, Spaziergehmöglichkeiten gibt es reichlich, aber so ab und zu mal was anschauen ist ja auch nicht übel.

In der Art haben wir uns schon einige Sachen angesehen, auch bei den Nachbarn in Belgien, und wir sind immer wieder überrascht und begeistert, wieviel Energie Privatleute aufbringen um etwas auf die Beine zu stellen.

Das heutige Ziel war ein kleines, von einem Heimatverein betriebenes Museum.

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Himmel, so einen Schrank hatte nicht nur Oma, sondern sogar meine Eltern noch …

Neben einer derzeitigen kleinen Sonderaustellung über Funde aus römischer Zeit, findet man auch nett gestaltete „heimatkundliche“ Ecken.

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Aber wir sind nach Hürtgenwald gefahren, geschichtlich versierten Lesern sagt das jetzt schon was. Der doch recht umfangreiche Hauptteil der Ausstellung befasst sich mit der Zeit 1944/45, einem wenig erfreulichen Kapitel der Geschichte.
Es gibt viele Funde, Karten, Bilder und Dokumente Beteiligter, die einem die Geschichte so ganz persönlich verdeutlichen.

Wikipedia:

Im Mittelalter stand beim Ortsteil Bergstein auf dem Burgberg als ehemalige Reichsburg die Burg Berenstein, die nur noch als Burgstall zu erkennen ist. Aktuell stehen dort der Aussichtsturm Krawutschketurm sowie ein Bunker des im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) angelegten Westwalls. In diesem Krieg fand vom 6. Oktober 1944 bis zum 10. Februar 1945 im Gemeindebereich um Vossenack und Hürtgen die Schlacht im Hürtgenwald statt. Während keine Seite unmittelbare strategische Erfolge erzielen konnte, zählt die Schlacht zu den schwersten Kämpfen im Westen Europas in der Endphase des Krieges. Im Rahmen der Schlacht gab es Schätzungen zufolge insgesamt rund 24.000 Tote.

Der Name Hürtgenwald bezog sich bis zu diesen Ereignissen lediglich auf das staatliche Forstamt. Die US-amerikanische Bezeichnung des gesamten Gebietes mit „Huertgen Forest“ führte erst bei einer späteren Gebietsreform zum Namen „Hürtgenwald“.

Anfahrt und Öffnungszeiten Hürtgenwald

Und irgendwann geht es dann wieder zurück, voller neuer Eindrücke, mit wieder einem Ausflugstipp mehr für Interessierte und einem gefüllten Kofferraum, denn einen Buchladen zum Thema gab es im Museum auch noch ….

Und da hinten, ganz in der Ferne, da sehen wir schon wieder die Domspitzen … bis zum nächsten Ausflug.

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