DIY: Beuteltasche „Julchen“

Beuteltasche „Julchen“

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„Julchen“ ist leicht und schnell nachzunähen, so dass man sie mit wenig Mühe aus verschiedenen Stoffen und in unterschiedlichen Farben herstellen kann. Zum Behalten oder auch zum Verschenken.

Sie sieht pfiffig aus, ist geräumig und verfügt über Außen- und Innenfächer.

Für Julchen eignen sich Reststoffe – die sich mit der Zeit in jedem Nähstübchen ansammeln – weil sie aus drei verschiedenen Oberstoffen zusammengesetzt wird.

Die Näh-Anleitung ist ausführlich geschrieben, so können gerade Anfänger diese Tasche problemlos nacharbeiten.

Bitte vor Arbeitsbeginn die Anleitung einmal komplett durchlesen.

Das Schnittmuster erstellt man sich mit Stift, Lineal, einem Bogen Packpapier und einer genauen Anleitung selbst, es läßt Raum für individuelle Anpassungen und Veränderungen.

Die Außentasche besteht aus drei verschiedenen Stoffen:

Oberstoff 1/ Größe: ca. 50 cm x 50 cm ( 2 x)

Oberstoff 2/ Größe: ca. 25 cm x 50 cm (2 x)

Oberstoff 3/ Größe: ca. 25 cm x 50 cm (2 x)

Die Tasche läßt jedoch ebenso gut aus nur einem oder zwei Stoffen nähen.

Die Innentasche besteht ebenfalls aus drei verschiedenen Stoffen:

Futterstoff 1/ Größe: ca. 50 x 50 cm (2 x)

Futterstoff 2/ Größe: ca. 25 cm x 50 cm (2 x, optional)

Futterstoff 3/Größe: ca. 25 cm x 50 cm (2 x, optional)

Doch auch hier kann man auch nur einen Stoff verwenden. Wer keine Innenfächer benötigt, lässt sie einfach weg.

Material:

Passende Stoffe (Taschen-/ Futterteil 4 mal 50 x 50 cm, Außenfächer 8 mal 25 cm x 50 oder wer keine Innenfächer haben möchte 4 mal 25 cm x 50 cm)

Vlieseline H 640 oder H 630 (für Außentasche und Boden, wenn der Stoff verstärkt werden muss)

Gurtband 4 cm breit/ etwa 150 cm (muss individuell an die Größe der Trägerin angepasst werden)

Stift, langes Lineal, Packpapier, Geodreieck, Schneiderkreise/Markierstift, Schere, Rollschneider, großer Zirkel o.ä.

Zunächst fertigt ihr auf einen ausreichend großen Bogen Packpapier folgendes Schnittmuster an:

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Dieses Papierschnittmuster ausschneiden.

Eine ausführliche Beschreibung zur Erstellung des Schnittmusters findet ihr im Anhang.

Oberstoff 1 rechts auf rechts legen und das Schnittmuster ausschneiden.

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Das Schnittmuster zur Hälfte umklappen:

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Oberstoff 2 rechts auf rechts legen und das umgeklappte Schnittmuster ausschneiden:

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Oberstoff 3 ebenfalls rechts auf rechts legen und das umgeklappte Schnittmuster ausschneiden.

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Ihr habt jetzt also 6 Schnittteile vor euch liegen:

2 x Oberstoff 1 (Original-Schnittmuster)

2 x Oberstoff 2 ( umgeklapptes Schnittmuster)

2 x Oberstoff 3 (umgeklapptes Schnittmuster)

Beide Außenfächer nähen

Jeweils 1 Teil von Oberstoff 2 auf einen Teil von Oberstoff 3 rechts auf rechts legen und an der markierten Linie (siehe Foto) zusammennähen/steppen. Das werden die späteren Außenfächer.

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Kleine Knipser in die Nahtzugabe schneiden, die Stoffe wenden und die Naht gut glattbügeln.

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Auf der rechten Seite einmal in Nähfüßchenbreite absteppen.

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Wer mag, kann ein wenig vom Oberstoff 3 rausschauen lassen (siehe Foto oben), so dass es wie eine Paspel aussieht.

Vlieseline

Bei der gelben Tasche habe ich festen Ripsstoff verwendet, der nicht mit einem Stück Vlieseline verstärkt werden musste. Der Baumwollstoff dieser schwarzgemusterten Tasche ist jedoch viel dünner und muss vor der Weiterverabeitung durch Vlieseline ein wenig Standfestigkeit bekommen.

Auf beiden Teilen von Oberstoff 1 Vlieseline aufbügeln.

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Nach dem Aufbügeln die überstehende Vlieseline abschneiden.

Vlieseline bügel ich immer mit einem Stück Backpapier auf, damit das Bügeleisen -wenn es versehentlich in Kontakt mit der Klebeseite kommt- nicht verschmutzt.

Die Außenfächer mittig auf Oberstoff 1 legen und die weiß markierten Linien absteppen (siehe Foto).

Beim Einzeichnen der Linien orientiert ihr euch an dem oberen geraden Stück (6 cm) der Taschenkante (siehe Foto unten)

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In dieses schmale Fach schieben wir später den Tragegurt, also vorher einmal testen, ob er auch wirklich hineinpasst.

Wie ihr auf dem oberen Foto sehen könnt, habe ich den Oberstoff 1 etwas gequiltet, weil er sich mit seinem geografischen Muster geradezu anbot.

Mit dem zweiten Taschenteil ebenso verfahren.

Ihr habt jetzt also zwei Taschenteile mit aufgenähten Außenfächern vor euch liegen.

Tragegurt anbringen

In einen Taschenteil schiebt ihr den Gurt bis zum unteren Ende ( dort wo später der Boden eingesetzt wird) durch und näht ihn (wie auf Foto unten zu sehen) an den eingezeichneten Linien auf dem Oberstoff 1 fest.

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Näht den Gurt nicht bis zur Taschenkante an den Oberstoff fest, dort wird später noch etwas Platz für das Einnähen der Innentasche benötigt. Also etwa 3 cm Platz lassen.

In der Lasche näht ihr den Gurt so fest, wie es auf dem Foto unten zu sehen ist.

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An das andere Ende des Gurtes näht ihr das zweite Taschenteil nach dem selben Schema fest. Bevor ihr das andere Gurtende festnäht, testet ihr aus -in dem ihr euch die Teile einmal über die Schulter hängt- ob die angegebene Gurtlänge von etwa 145 cm für euch passend ist.

Wir haben jetzt also zwei Taschenteile, die mit einem Gurt verbunden sind (siehe Skizze)

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Beide Taschenteile rechts auf rechts legen und die Seitenkanten -links und rechts- festnähen. Vor dem Nähen begradige ich mit einem langen Lineal/ Patchworklineal und einem Rollschneider die Kanten.

Die Kanten entweder mit einer Overlock-Maschine oder einem Zickzackstich versäubern.

Die Seitennaht nach einer Seite umklappen, feststecken und auf der rechten Seite mit einer Stichlänge von 3,5 absteppen. Das sieht hübscher aus und macht die Tasche natürlich auch strapazierfähiger.

So sollte eure Tasche nun aussehen:

Die Seitenkanten sind verschlossen, oben und unten ist die Tasche noch offen.

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Auf dieselbe Art und Weise stellt ihr nun die Innentasche her. Für die Innentasche muss man nicht -wie bei der Außentasche- verschiedene Futterstoffe wählen. (Einen Gurt bringt man natürlich auch nicht an 😉 )

Und wer keine Innenfächer benötigt, schneidet sich lediglich zweimal den Futterstoff aus und näht ihn an den Seitenkanten zusammen.

Boden für Außen- und Innentasche

Der Durchmesser der Taschenböden beträgt etwa 31,5 cm.

Mit einem Zirkel (oder einem passenden Essteller) fertigt man das Schnittmuster für den Taschenboden an.

Wenn ihr wissen möchtet, wie man den passenden Durchmesser eines runden Taschenbodens ausrechnet:

r = U geteilt durch 2pi

r = radius

U = Umfang

pi = 3,14

also: 96 cm ( 2 x die Taschenbreite) geteilt durch 6,28 ( 1 Pi ist etwa 3, 14) = 15,3 cm

Das ist der Radius (also der halbe Durchmesser des Kreises). Wir nehmen noch 1 cm dazu, wegen der Nahtzugabe.

Der Durchmesser des Kreises beträgt also 2 x Radius plus 2 cm Nahtzugabe = ca. 32,5 cm

Falls ihr also einmal die Taschengröße verändern möchtet, könnt ihr mit dieser Formel berechnen wie groß der Boden sein muss.

Ihr benötigt den Boden einmal für die Außentasche und einmal für die Innentasche.

Auch hier gilt: ist es ein robuster Stoff, kann man auf Vlieseline verzichten. Handelt es sich wie bei der schwarzen Tasche um einen normalen Baumwollstoff, benötigt er Vlieseline, sonst wird die Tasche später „labberig“.

Wenn also nötig, auf beide Böden Vlieseline aufbügeln.

Boden und Tasche „vierteln“

Um einen runden Boden gut einsetzen zu können, gibt es einen „Trick“

Den Boden einmal mittig falten und rechts und links an den Faltstellen (Bruch) markieren. Dazu nehmt ihr entweder einen Stift (z.B. Aqua Trickmarker) oder Stecknadeln. Boden wieder aufklappen und nun Markierung auf Markierung legen. Die Faltstellen (Bruch) wieder markieren. Wenn ihr den Boden wieder aufklappt, ist er in Viertel unterteilt.

Ich zeige es euch einmal an dem Schnittmuster des Bodens:

Boden mittig falten und und jeweils rechts und links an den Faltstellen markieren

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Boden wieder aufklappen und nun Markierung auf Markierung legen und wieder die Seiten markieren

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Wenn ihr den Boden wieder aufklappt, ist er in Viertel unterteilt

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Bei der Tasche legt ihr Seitennaht auf Seitennaht und markiert die Seiten mit Stecknadeln oder mit einem Trickmarker. So habt ihr ebenfalls die Tasche geviertelt: zwei Seitennähte und zwei Markierungen.

Ihr habt jetzt

Außen- und Innenboden mit „Viertelmarkierung“

Außen- und Innentasche mit „Viertelmarkierung“

Einsetzen des Bodens

Die Außentasche auf links ziehen.

Boden und Außentasche an den Markierungen rechts auf rechts zusammenstecken.

Zwischen den Vierteln Boden und Außentasche gleichmäßig zusammenstecken. Evtl. muss man -wenn es nicht so ganz passt- eine kleine Falte einarbeiten.

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Einmal vorsichtig rundherum – mit etwa einem Zentimeter Abstand zum Rand – nähen.

Dabei darauf achten, dass alle Stofflagen mitgefasst werden. Der Boden liegt beim Nähen oben.

Tasche auf rechts drehen und überprüfen, ob alles gut genäht/gesteppt wurde. Tasche wieder auf links ziehen und die Nahtzugabe entweder mit einer Overlock-Maschine oder mit einem Zickzackstich versäubern.

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Mit der Innentasche und dem Innenboden ebenso verfahren.

Zusammensetzen von Außen- und Innentasche

Die Außentasche auf links ziehen, die Innentasche auf rechts.

Innentasche in die Außentasche stecken und dabei drauf achten, dass beim Zusammenstecken Seitennaht auf Seitennaht liegt.

In Nähfußbreite einmal rundherum steppen, dabei eine Wendeöffnung von etwa 20 cm lassen.

Jetzt seht ihr auch, wie wichtig es ist, den Gurt nicht bis zum Taschenrand festzunähen. Man muss nun nämlich zwischen Gurt und Taschenrand nähen und benötigt dafür ein wenig Platz.

Tasche vorsichtig durch die Wendeöffnung wenden.

Auf der rechten Seite einmal rundherum absteppen und dabei die Wendeöffnung schliessen. Gurt dabei mitfassen.

Taaadaaa…fertig 🙂

Anhang

  • Schnittmuster

Nehmt einen halben Bogen Packpapier (50 cm x 70 cm), faltet ihn einmal längs und zeichnet die Bruchkante ein:

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Ziemlich weit oben (siehe Foto unten) zeichnet ihr eine waagerechte Linie ein: jeweils 3 cm nach rechts und 3 cm nach links

Danach parallel zur oberen Linie und im Abstand von 10,5 cm eine zweite Linie ein: jeweils 24 cm nach rechts und 24 cm nach links

Und es folgt noch eine dritte Linie, die ebenfalls parallel zu den oberen Linien verläuft: wie die zweite Linie 24 cm nach rechts und 24 cm nach links. Der Abstand zur zweiten Linie beträgt 36, 5 cm

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Nun verbindet ihr die äußeren Punkte

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Das Schnittmuster ausschneiden.

Für die Außenfächer wird das Schnittmuster einmal mittig gefaltet, überstehende Ecken nach hinten geklappt.

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Nur zur Info:

Auf diesen Fotos stimmen die Proportionen nicht mit dem Original-Schnittmuster überein, weil ich zum Fotografieren ein kleineres Blatt Papier genommen habe.

Einkaufsbeutel Heinrich

Links zu irgendwelchen Schnittmustern werden in unserer virtuellen Nähgruppe alle paar Tage gepostet. Meist sind es Schnittmuster von Taschen.

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Kosmetiktaschen, Reisetaschen, Rucksäcke, eine Clutch, Wickeltaschen, eine Laptoptasche, eine Umhängetasche,  Bade- und Sportbeutel, eine Snack Bag oder ein „Shopper“.

So viele Taschen benötigt natürlich kein Mensch, zumal  ein und dasselbe Modell oft nur in Farbe und Stoff variieren, aber es macht einfach Spaß sie -mehrfach- nachzunähen. Und irgendein dankbarer Abnehmer findet sich immer.

Einige Schnittmuster entwickeln sich zu regelrechten Lieblingsmodellen, wie zum Beispiel die Schnabelina (Gruß an die „Designerin“, die sich mit der Anleitung so unglaublich viel Mühe gegeben hat, dass man sich sogar als Nähanfängerin daran wagen darf), die Milow (Gruß an Christina von Zucker &Zimt) oder die pfiffige Boxy Bag (ganz besonders lieben Gruß an Sabine von Sew Simple).

Ein derzeitiges Lieblingsprojekt ist der Einkaufsbeutel Heinrich. Er hat eine angenehme Größe, eine gefällige Form und ist schnell zu nähen.

Entworfen hat ihn Bine von was eigenes und hier  findet ihr auch die Anleitung und das kostenlose Schnittmuster.

Von einigen „Heinrich-Näherinnen“ habe ich die ersten Fotos bekommen:

 

 

 

 

 

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Ich habe  „Heinrich“ mit einer zusätzlichen Tasche (Dank an „Buttze“ für die Idee) versehen.

Die Tasche kann sowohl außen als auch innen angebracht sein, außen jedoch peppt sie meiner Meinung nach die Tasche auf, weil man verschiedene Farben oder Materialien kombinieren kann.

 

In den letzten Monaten habe ich unzählige Schnabelinas genäht und dort wird u.a. eine schmale Außentasche  aufgesetzt. Ungefähr so eine wollte ich für den Heinrich haben.

 

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Bei mir beträgt die Breite der Außentasche etwa 18 cm. Die Länge ist natürlich so lang wie das Original- Schnittmuster, an der oberen Kante habe ich  die Taschenrundung vom Schnittmuster übernommen.

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Zwei passend geschnittene Stoffstücke rechts auf rechts legen und am besten an den Seiten festklammern, damit sie nicht verrutschen. Ich habe hier zwei unterschiedliche Stoffstücke genommen, aber für die erste Tasche -also zum Üben- sollte man besser zwei identische Stoffe verwenden.

Auf der linken Seite des einen Stoffes habe ich mir einen Schlitz eingezeichnet, dort wird später der Reißverschluss eingesetzt. Die Außentasche ist nicht besonders breit, deswegen habe ich den Schlitz schräg gezeichnet. Bei dieser Tasche ist er etwa 16 cm lang und 1 cm breit. Dieser Schlitz wird nun rundherum abgesteppt und zwar möglichst exakt, sonst sitzt der Reißverschluss anschließend nicht gut.

Den Schlitz aufschneiden und -damit es perfekt passt- links und rechts an den Enden ein Y einschneiden ( siehe Fotos).

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So wird geschnitten:

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Einen der beiden Stoffe durch diesen Schlitz ziehen.

 

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Die Kanten ein wenig in Form zupfen und glattbügeln.

 

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Den Reißverschluss einnähen.

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Beide Stoffstücke habe ich an den Seiten und an der unteren Kante mit einer Overlock (ein Hexenstich geht ebenso gut) versäubert.

 

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Tasche mittig auf eine Außenseite des Heinrichs aufnähen und die seitlichen Kanten mit einem aufgenähten Web- oder Gurtband verdecken.

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Ab jetzt geht es mit der Original-Anleitung weiter.

Fotos von weiteren „Heinrichen“ folgen…

Wimpelkette

Bis vor kurzem wusste ich nicht, warum es so viele Anleitungen für Wimpelketten im Netz gibt. Meine Tochter klärte mich auf, dass ein Kinderzimmer ohne Wimpelkette gar kein richtiges Kinderzimmer ist 😉 Und bestellte sich gleich eine bei mir für den jüngsten Sohn.

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Zwischen den Wimpeln habe ein wenig „Strandgut“ aufgezogen, damit sie in ein maritim eingerichtetes Kinderzimmer passt.

DIY: Meine liebste Kosmetiktasche

Vor einiger Zeit sah ich bei Sabine von Sew Simple  die Anleitung für eine Kosmetiktasche, die genau nach meinem Geschmack war. Natürlich mußte ich sie sofort nachnähen:

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Kosmetiktasche DIN A 3

Bei dieser sieht der  Reißverschluss ordentlich eingesetzt aus, weil er nicht -wie bei den üblichen Kosmetiktaschen- an den Enden gequetscht wird.

Durch die kastenförmige Form ist die Tasche sehr geräumig und behält auch nach dem Befüllen ihre Form. Außerordentlich gut gefällt mir die Idee, den Stoff vorab zu steppen. Es sieht zum einen hübsch aus und zum anderen bekommt die Tasche dadurch Stabilität.

Die Kosmetiktasche wird aus einem rechteckigem Stück Stoff genäht. Man kann sie also sehr einfach in allen möglichen Größen nähen.

Auf den nächsten Fotos könnt ihr eine Boxy Bag sehen, die ich aus einem Stückchen Leder genäht habe. Es ist sehr weich und nicht besonders dick und ich habe die Tasche ohne Ledernadel nähen können.

Für meine Tochter habe eine winzige Tasche genäht, die sie am Buggy befestigt hat und Pflaster und Desinfektionsspray enthält.

Eine recht große habe ich für mich genäht, die Nagellackentferner, Handcreme, Feilen, Lacke und Wattepads enthält.

Diese Tasche ist einfach zu nähen und unbedingt für Anfänger geeignet.

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Kosmetiktasche DIN A 4

Zuerst schneidet man sich den passenden Stoff zu. Es wird ein Oberstoff, ein Unterstoff (Futter) und eine „Einlage“/ Vlies benötigt.

Als Einlage bei Kosmetiktaschen nehme ich normalerweise das Volumenvlies H630, doch im letzten Sommer habe ich auf einem Flohmarkt mehrere nagelneue Fleecedecken für sehr wenig Geld bekommen, die sich ebenfalls gut dafür eignen. Eine Kurs-Teilnehmerin hat mir erzählt, dass sie auch schon mal ein neues „Spültuch“genommen hat, weil sie gerade nichts anderes zur Hand hatte.

Als Schnittmuster dient ein Blatt Papier. Die Kosmetiktasche ganz oben wurde in der Größe eines  DIN A 3-Blatts genäht, die untere etwa in der Größe DIN A 4.

Ober- und Unterstoff werden links auf links (!) zusammengelegt, dazwischen kommt die Einlage/ das Vlies.

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Mit einer Overlock-Maschine werden alle vier Kanten vom Ober-, Unterstoff und Vlies zusammengenäht. Sabine nennt es „Quilt-Sandwich“, das trifft es ganz gut. Wer keine Overlock hat, näht einen Zickzack-Stich um die Kanten.

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Mit einem Kreidestift o.ä. zeichnet man  das Quiltmuster auf.

Ich habe es noch einmal auf  einem Blatt Papier gezeichnet, damit es besser zu erkennen ist. Wer kein Patchwork-Lineal hat, nimmt einfach ein normales Lineal und zeichnet in gleichmäßigen Abständen ( z. B. Linealbreite) diagonale Linien ein. Oder waagerechte und senkrechte Linien.

Linie für Linie mit passendem Faden und mit der von Sabine empfohlenen Stichlänge von 3, 5 steppen.

Einen Zipper auf einen ausreichend langen Endlosreißverschluss aufziehen. Das geht am besten, wenn man auf einer Seite ein Stück der Raupe abschneidet:

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Den Endlos-Reißverschluss auf die kürzere Seite des Oberstoffs stecken. Die Raupe des Reißverschlusses liegt auf der rechten Seite des Stoffs.

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Den Reißverschluss einnähen, einmal umschlagen und von der anderen Seite gegennähen:

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Das „Sandwich“ einmal hochschlagen und die andere Seite ebenfalls einnähen, wenden und gegennähen:

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So wie auf dem oberen Foto sollte die Tasche jetzt aussehen.

Tasche wenden, einmal mittig falten und Mitte markieren:

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Der Reißverschluss läßt sich bequemer öffnen und schließen, wenn man zwei kleine Laschen anbringt:

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Die Seiten der Tasche steppen, dabei einige Male vorsichtig über den Reißverschluss nähen. Unbedingt darauf achten, dass sich der Zipper in der Tasche befindet, sonst kann man sie später nicht wenden. Überstehenden Reißverschluss abschneiden.

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Jetzt fehlen noch die Ecken:

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Ich habe ein Geodreieck an die mittlere Naht gelegt und jeweils 3 Zentimeter nach rechts und 3 Zentimeter links die Ecke eingezeichnet.

Ecke nähen, abschneiden versäubern. Mit den anderen Ecken ebenso verfahren:

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Tasche wenden und wer mag, näht noch ein paar Perlen auf:b25

Weitere schöne Näh-Ideen findet ihr bei Sabine von Sew Simple

Endlossreißverschlüße habe ich online im Nähkaufhaus gekauft.

Die meisten (und schönsten) Stoffe kaufe ich vor Ort bei Seligkeitsding (sie haben aber auch einen Dawanda-Shop).

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DIY: Eine Kosmetiktasche, in der man alles wiederfindet

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Mich nerven Kosmetiktaschen, in denen man endlos herumsuchen muss, um beispielweise einen winzigen Eyeliner zu finden. Deswegen haben ich  herumprobiert, ob man nicht eine komfortablere Kosmetiktasche nähen könnte. Kann man.

Diese Tasche ist auch für Nähanfänger geeignet.

Hier die Anleitung:

Zunächst müßt ihr euch ein passendes Schnittmuster zuschneiden. Ich habe dazu ein Stück Packpapier gefaltet, etwa ein Viertel  des runden Boden eines Papierkorbs  daraufgestellt und abgezeichnet.

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Bei diesem Schnittmuster ist die kürzeste Seite ( dort wo das Packpapier gefaltet wurde) ca. 17 cm und die längste ca. 23,5 cm.

Aufgeklappt sieht es nun so aus:

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Also eher „halbeiförmig“.

Einen Futter- und einen Oberstoff rechts auf rechts legen, das Schnittmuster feststecken und ohne Nahtzugabe ausschneiden.

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Futterstoff = beige / Oberstoff = blau

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Futterstoff (beige) beiseite legen und den Oberstoff (blau) auf ein Stückchen Vlies legen, Stoff glattstreichen, mit einigen Stecknadeln feststecken und ausschneiden.

Einen halben Endlos-Reißverschluss in ausreichender Länge abschneiden ( hier sind es ca. 85 cm). „Stylefix“ ( das ist ein dünnes Klebeband, welches man in Stoff-Läden u.ä. kaufen kann) bereitlegen.

Das „Vlies“ liegt unten, darauf der Oberstoff und um die gesamte Rundung wird nun nah an der Kante das Stylefix geklebt. Das ist ein bißchen fummelig, aber nach der dritten Tasche schafft man es im Schlaf.

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Die Schutzfolie vom Stylefix vorsichtig abziehen und den halben Reißverschluß mit der rechten Seite aufkleben. (Die „Raupe“ des Verschlusses zeigt nach unten, die rechte Seite des Verschlusses liegt auf der rechten Seite des Oberstoffs)

Wie man auf den obigen Fotos sehen kann, habe ich mittig noch eine kleine Lasche zwischen Reißverschluss und Oberstoff gelegt. Der Verschluss läßt sich dann später besser öffnen.

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Der Futterstoff wird nun mit der rechten Seite auf die rechte Seite des Oberstoffs gelegt.

Es liegen nun Vlies, Oberstoff, Reißverschluß und Futterstoff aufeinander.

Alle Lagen sorgfältig feststecken. Ich habe hier „Clips“ benutzt, Stecknadeln tun es aber auch. Die Reißverschlussenden schauen links und rechts ein Stückchen heraus.

Einmal vorsichtig entlang der „Raupe“nähen. Normalerweise benutzt  man dafür einen Reißverschlussfuß, mit dem“ normalen“ Nähfuß geht es aber auch. Langsam nähen, weil diese Naht schön gleichmäßig werden soll.

Nach dem Nähen die Tasche wenden, feststecken und eine weitere Naht ( hier kann man gut eine Ziernaht nehmen) auf die rechte Stoffseite steppen.

Nun wird es noch ein kleines bißchen fummelig, aber die Tasche ist schon so gut wie fertig. Der Zipper des Reißverschlusses wird aufgezogen:

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Die Tasche mittig falten. Wer eine Lasche eingesetzt hat, faltet direkt an der Lasche.

Gefaltete Tasche mit Clips/ Klammern oder mit Stecknadeln feststecken, damit sie beim Aufziehen des Zippers nicht verrutscht.

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Reißverschluss wie auf dem obigen Foto zurechtschneiden, dann geht es mit dem Aufziehen ganz leicht. Zipper aufziehen.

So muss die Tasche nun aussehen:

Die Tasche wenden und -wie auf dem unteren Foto zu sehen ist- etwas verdrehen:

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Darauf achten, dass der nun innen liegende Oberstoff und das Vlies faltenfrei liegen.

Die Tasche unten etwas begradigen:

Ich habe es mit einem „alten“ Rollschneider und einem Patchworklineal gemacht, mit einer Schere geht es aber ebenso gut

Nun nur noch den Boden zusammennähen, dabei vorsichtig mehrere Male über den Reißverschluss steppen und sie ist fertig:

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Tasche wenden:

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Die Tasche kann nun bis zum Boden aufgezogen werden und ein mühseliges Rumkramen entfällt.


Ober- und Unterstoff

Vlies ( ich nutze teilweise auch dünne „Billigwolldecken“)

Stylefix

Endlosreißverschluss (halb), Zipper

Endlosreissverschlüsse habe ich in verschiedenen Farben bei Nähkaufhaus gekauft.

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Nadelkissen und Nähgewichte

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Nadelkissen

Schöne Stoffreste kann man schnell zu niedlichen Nadelkissen oder Nähgewichten verarbeiten. Bei mir liegen mittlerweile bestimmt vier, fünf davon am Nähplatz. Ein winziges Nadelkissen habe ich in eine Plastikdose mit Schraubverschluss gesteckt: „Nadelkissen to go“ sozusagen, denn ich nehme es zu Nähkursen mit.

Natürlich kann man Nadelkissen (und auch Nähgewichte) zusammen mit einem Stück Stoff sehr gut an Nähbegeisterte verschenken. Oder -wie in meinem Fall- an die Töchter, zusammen mit Nähgarn, damit sie sich zur Not einen Knopf annähen können.

Man sucht sich also hübsche Stoffreste aus, legt sie „rechts auf rechts“ und zeichnet einen Kreis. Meine haben meistens einen Durchmesser um die 10 cm.

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Steppen und dabei eine Wendeöffnung lassen.

Nadelkissen auf rechts wenden und mit Zauberwatte füllen. Zauberwatte bekommt man günstig bei IKEA , indem man dort ein billiges Kissen kauft und es aufschneidet.

Wendeöffnung verschließen.

Dieses Nadelkissen habe ich nach dem Wenden mit einem kleinen Rand verziert, in dem ich vor dem Füllen einmal rundherum genäht habe ( an die Wende/Füllöffnung denken)

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Mit Stickgarndurch die Mitte des Nadelkissens stechen und das Kissen mehrfach „umnähen“

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Das Stickgarn dabei gut festziehen (sieht zu Anfang ein wenig schief aus)

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Wer mag, näht einen Knopf drauf.

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Ein wenig zurechtzupfen und es ist fertig.

Nähgewicht

Nähgewichte gibt es in allen möglichen Variationen. Sie lassen sich aber eben auch prima aus  kleinen Reststücken nähen.

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Gefüllt werden sie beispielsweise mit Reis oder Vogelsand.

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Wendeöffnung schliessen. Wer mag, kann das Nähgewicht mit Knöpfen, Spitze oder Litze verzieren.

In dem Stoffgeschäft Seligkeitsding habe ich diese witzigen Nähgewichte gesehen

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DIY: Kosmetiktäschen

In einer guten Stunde kann man dieses niedliche Kosmetiktäschen nähen

Gefüllt mit ein paar Kosmetikproben, einem Duschgel und Körpercreme, einem Gutschein oder einfach ein paar Schokoladentäfelchen, ist es ein schönes Mitbringsel.

Teil 1/ Vorbereitung

Benötigt wird:

ca. 25 cm Außenstoff

ca. 25 cm Futterstoff

ca. 25 cm Vlies ( z.b. H630 oder H640)

ca. 50 cm Endlos-Reißverschluss plus Zipper

evtl. Stylefix

Zunächst fertigt man sich ein Schnittmuster an

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Die Ecken für den Boden ausschneiden:

am Stoffbruch 4 cm x 5 cm, an der offenen Seite 5 cm x 5 cm

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Man kann sich ein ausreichend großes Stück Papier vorher falten ( am „Stoffbruch“), die obige Skizze aufmalen, Ecken ausschneiden und auseinderklappen. Dann sollte es in etwa so aussehen, wie mein schon oft benutztes:

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Außen- und Innenstoff  jeweils einmal mit Nahtzugabe ausschneiden.

Bei mir ist  Außen- und Innenstoff identisch.

Vlieseline schneide ich etwas kleiner (jeweils 1 cm) aus, weil sich die Tasche dann besser nähen lässt. Diesen Tipp bekam ich von Anna, die Nähkurse im Laden „Seligkeitsding“ anbietet.

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Vlieseline aufbügeln (ein Stück Backpapier hilft dabei, dass nie etwas am Bügeleisen oder am Bügelbrett kleben bleibt)

Endlos-Reißverschluss einmal teilen ( man benötigt nur eine Hälfte)

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Die rechte Seite ( die „Zahnreihe“ liegt oben) des Reißverschlusses liegt oben und anstatt ihn mit Stecknadeln festzustecken, habe ich „Style-Fix“ ( auch ein Tipp von Anna) genommen.

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Stylefix, doppelseitiges Klebeband, 50 m lang, 4mm breit, ca. 5,90 Euro

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So wie auf dem Foto zu sehen, wird das Klebeband aufgeklebt

Danach zieht man den Schutzstreifen des Klebebands ab und klebt den Reißverschluss an die Kante des Oberstoffs (rechts auf rechts).

Der Reissverschluss sollte an beiden Stoffseiten ein gutes Stück überstehen, weil noch  er  vernäht werden und ein Zipper aufgesetzt werden muss.

Danach klebt man wieder einen Streifen Stylefix auf die nunmehr linke Seite des Reißverschlusses, zieht den Schutzstreifen ab  und klebt den Futterstoff auf.

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So sollte es jetzt aussehen:

Oberstoff mit aufgebügelter Vlieseline liegt unten

rechte Seite des Reißverschlusses liegt auf der rechten Seite des Oberstoffs

rechte Seite des Futterstoffs liegt auf der rechten Seite des Oberstoffs und somit auf der linken des Reißverschlusses.

Klingt kompliziert, ist es nicht und sieht so aus:

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Teil 2 / Nähen

Mit dem Reißverschluss-Nähfüsschen die Naht steppen.

Ich setze immer noch einen feinen Hexenstich auf die rechte Seite ( dafür die Tasche einmal links auf links falten und mit Stecknadeln feststecken)

Einen Zipper aufsetzen ( einen Tipp dafür gibt es später) und die Tasche einmal durch die Reissverschluss-Öffnung wenden.

Rechts liegt eine der Zauberklammern, die man anstatt Stecknadeln nutzen kann. Günstig sind sie allerdings nicht. Diese habe ich geschenkt bekommen ( danke an „nebilseineoma“).

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Die Stofftasche vorsichtig auseinander ziehen, so dass der Futterstoff rechts auf rechts und der Außenstoff ebenfalls rechts auf rechts liegt.

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Ich habe den Reissverschluss etwas gekürzt.

Zunächst näht man die Seitennaht. Dabei mehrmals vorsichtig über den Reißverschluss nähen.

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Danach steppt man die untere Bodennaht des Außenstoffs ( der mit der Vlieseline).

Die untere Bodennaht des Futterstoffs wird ebenfalls gesteppt, aber man lässt eine Wendeöffnung.

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Die vier seitlichen Bodennähte steppen. Dabei unbedingt darauf achten, dass Futter- und Aussenstoff gut “ gefasst“ werden. Mir ist es nämlich schon passiert, dass nach dem Wenden an einer seitlichen Bodennaht Vlieseline herausguckte.

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Tasche vorsichtig durch die Wendeöffnung ziehen und zurechtzupfen. Die Wendeöffnung schließen.

Fertig. Evtl. noch ein wenig aufbügeln und den Zipper mit ein paar Perlen verzieren.

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Ich freue mich auf Tipps und Tricks oder  über Fragen, wenn etwas unklar beschrieben wurde.

Hier habe ich Endlos-Reissverschlüsse (5 mm) zu einem sehr günstigen Preis bestellt.

Naehkaufhaus

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Genähtes Von Leserinnen

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DIY: Stoffreste-Kranz Eine Anleitung für „Mariechen“

Stoffreste kann man gut zu einem Restekranz verarbeiten. Wer ihn nicht aufhängen möchte, kann ihn auch flach auf eine Kommode oder Tisch legen und ein Glaswindlicht in die Mitte stellen.

Mir gefallen sie am besten „Ton in Ton“ oder eben zu Weihnachten aus verschiedenen Weihnachststoffen.

Sie sind leicht anzufertigen, man benötigt nur etwas Zeit, weil sie Unmengen an Stoffstücken verschlingen.

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Dekokranz in der Gäste-Toilette

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Stoffstücke in der Größe von ca. 5cm x 5cm grob zuschneiden. Das geht am schnellsten mit einem scharfen Rollschneider. Die Stücke müssen nicht quadratisch sein, je unregelmäßiger sie aussehen um so schöner der spätere Kranz

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Mit einer Stricknadel (ich nehme eine alte Rundstricknadel) die Stücke in einen Styroporkranz pieksen

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Die Stricknadel wieder herausziehen, das Stoffstück sitzt fest im Kranz.

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Den Kranz lückenlos mit Stoffstücken füllen.

Fotos:
http://tinyurl.com/nzphfjs

Veronika näht: Hühnerpullis

DIY: Patchworkdecke

oder:  altes Leinen trifft auf neue Baumwolle.

Eine sehr nette Dame hat mir ein paar Meter alten Leinens verkauft. Und weil ich mich so darüber gefreut habe, hat sie sich noch von drei weiteren Metern getrennt ( Dank an Frau Monika L.).

Normalerweiser mischt man diesen edlen Stoff nun nicht gerade mit schnöder, neuer Baumwolle, aber mich schaute der hübsche Weihnachtsstoff im Stoffladen an, er passt perfekt zum Leinen, ich mußte ihn also einfach kaufen.

Beide Stoffe wurden bei 60 °C in der Waschmaschine gewaschen und anschließend trocken gebügelt, damit sie sich gut verarbeiten lassen und später nicht einlaufen.

Teil 1/ das Vorderteil

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Zunächst schneidet man sich einige gleichgroße Quadrate aus. Das geht am besten mit Hilfe eines Rollschneiders und eines Patchwork-Lineals. Ich habe für diese Decke 9 Quadrate in der Größe  15 cm x 15 cm zugeschnitten.

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Die Stoff-Quadrate werden passend zurecht gelegt  und jeweils zu einer Reihe mit drei Quadraten aneinandergenäht.

Die Quadrate dafür rechts auf rechts legen und in Nähfüßchenbreite absteppen.

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Die Nähte nicht auseinanderstreichen, sondern nach einer Seite hin umklappen und gut bügeln.

Tipp: um anschließend die einzelnen Reihen gut aneinander nähen zu können, bügelt man beispielsweise die Nähte der unteren Reihe alle nach rechts, die Nähte der mittleren Reihe nach links und die Nähte der oberen Reihe wieder nach rechts um.

Die mittlere Reihe wird rechts auf rechts auf die untere Reihe gelegt, festgesteckt und in Nähfüßchenbreite gesteppt.

Beim Feststecken merkt man jetzt, dass die gegengleich umgebügelten Nähte exakt einanderstoßen.

Mit der oberen oberen Reihe wird ebenso verfahren, also rechts auf rechts auf die beiden zusammengenähten Reihen legen, feststecken, absteppen.

So sollte es  jetzt aussehen:

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Mit dem Rollschneider und dem Patchwork-Lineal schneidet man sich  zwei Streifen, die etwas länger als das zusammengenähte Stoffquadrat sind. Ich habe bei den Streifen eine Breite von 7 cm genommen.

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Ein Streifen wird an der oberen Kante des genähten Quadrats rechts auf rechts festgesteckt und gesteppt.

Anschließend näht man am unteren Rand des Quadrats den zweiten Streifen fest.

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Mit dem Rollschneider und dem Patchwork-Linial werden  die Streifen an den Kanten exakt begradigt.

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Rollschneider: Olfa Rotary Cutter
Patchworklineal: Omnigrid
Schneidematte: „selbstheilend“ von Gerstaecker

Nun schneidet man sich zwei weitere Streifen in der selben Breite, aber etwas länger als Quadrat mit den angenähten Streifen sind.

Diese werden nun ebenfalls rechts auf rechts an den übrigen beiden Seiten festgesteckt und abgesteppt.

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Das Stoffquadrat mit den angenähten Streifen gut ausbügeln und -wie bei den beideren anderen Streifen- den überstehenden

Stoff mit Rollschneider und Lineal. Jetzt liegt ein exakt geschnittenes Quadrat vor.

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Ungefähr in der Größe des Stoffquadrats (Oberstoff)  schneidet man einen passenden Unterstoff zu. Er darf ruhig etwas größer als der Oberstoff sein, dann läßt es sich besser nähen.

Normalerweise bügelt man auf der linken Seite des Unterstoff  ein Vlies auf, ich habe bei dieser Decke darauf verzichtet, weil der Unterstoff aus grobgewirkten Leinen besteht.

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Ober- und Unterstoff legt man rechts auf rechts und steckt sie fest.

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In Nähfüßchenbreite steppt man nun beide Stoffe aufeinander, läßt jedoch eine Wendeöffnung. Nach dem Nähen werden nun

alle Kanten begradigt, die Ecken schräg abgeschnitten und gewendet.

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(Sieht noch ein wenig wie ein Kartoffelsack aus)

Die Ecken gut ausarbeiten und die Decke bügeln.

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Einmal rundherum in Nähfüßchenbreite absteppen und dabei die Wendeöffnung schließen.

Einzelne Quadrate mit Nähten verzieren, dabei werden Ober- und Unterstoff miteinander verbunden.

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Nach dieser Methode können z.B. alte Decken/ Servietten, die vielleicht aufwendig per Hand bestickt wurden, aufgearbeitet werden.  Man schneidet sich  passende Quadrate -die ohne Flecke oder Löcher sind- heraus und setzt sie mit anderen Stoffquadraten wieder zu einer neuen Decke -in der passenden Größe- zusammen.

Nadelkissen und Nähgewichte

DIY: Stoffschale

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Stoffschalen kann man in fast allen Größen und Breiten nähen. Die auf dem obigen Foto habe ich beispielsweise genäht, um darin in Zellophan eingewickelte Geldscheine zu verschenken.

Eine Schale aus schönem Stoff versteckt wunderbar das Strickzeug oder Nähsachen.

Oder man stellt ein Glasgefäß hinein und füllt es mit Blumen.

Zu Ostern füllt man sie entweder dekorativ mit Eiern und Federn  für den Ostertisch oder füllt sie mit Süßigkeiten und verschenkt es als Osternest.

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Foto: Muster Schablone

Man zeichnet sich auf Karton eine Schablone (siehe obiges Foto) oder nutzt den Download.

Download Stoffschale

Man benötigt 6 x  Außenstoff und 6 x Innenstoff

Weitere 6 x für Volumen-Vlies, den man auf die sechs Teile des Innenstoffs bügelt. Das gibt eine bessere Standfestigkeit der Schale und sie sieht nicht so „lappig“ aus.

Die einzelnen Teile des Innenstoffs an den Seiten zusammennähen, jedoch wegen der besseren Handhabung nicht ganz bis zur Spitze. Mit dem Oberstoff ebenso verfahren.

Beide Teile ineinanderstecken, den Rand umschlagen und sauber vernähen. Wenn die Naht nicht so gelungen ist, kann man eine passende Borte oder eine schöne Spitze als Randabschluss rundherum nähen.

Per Hand näht man nun  jeweils die Spitzen des Ober- und des Futterstoffs zusammen. Ich setze immer einen Knopf oder eine Stoffblüte darauf, weil es mir nie so schön gelingt.

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