DIY: Fotoalbum

Buchbindeprojekt I

Bei einem gekauften Fotobuch sind die Formate vorgegeben, ebenso die Anzahl der Seiten und das Aussehen des „Covers“ und des Fotopapiers.

Oft möchte ich  jedoch nur einige Fotoabzüge von einem besonderen Ereignis verschenken, dann soll das „Fotobuch“ nicht noch zig leere Seiten aufweisen. Oder der Einband passt  nicht zu meinem Thema oder ich hätte gern ein außergewöhnliches Format oder ein besonderes Papier.

Mit etwas Übung kann man sich (s)ein Fotobuch selbst binden und vielfältig gestalten. Es ist immer ein Original und nicht käuflich zu erwerben. Es ist ein individuelles Geschenk oder ein besonderer Schatz für sich selbst.

Ich habe mir beispielweise ein Album „gebaut“, in welches ich Fotos meiner selbstgemachten Schmuckstücke eingeklebt habe.

Ein Album für meine Nähprojekte ist gedanklich in Arbeit.

Ebenfalls in Arbeit ist ein „Nizza-Album“, hinein kommen neben Fotos auch Stadtkartenausschnitte, ein Stückchen von der Brötchentüte mit der Adresse des Lieblingsbäckers, Eintrittskarten von Museen, Postkarten und Notizen.

Gelungene Porträtaufnahmen meines Enkels klebe ich großformatig auf schwarzen Fotokarton und binde sie irgendwann zu einem Album zusammen.

Wer zeichnen oder malen kann, nimmt z.B. als Einlage nicht Fotokarton, sondern schneidet sich Aquarell-/Zeichenpapier passend zu und hat somit „Malpapier to go“

Los gehts:

ich habe hier der Einfachheit halber Trennblätter genommen, die es in jedem Schreibwarenladen in verschiedenen Farben zu kaufen gibt.

Mit ihnen kann man gut für ein erstes Album üben, sie sind billig und müssen nicht mühselig von Hand zugeschnitten werden.

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Foto: Trennblätter und Falzbein

Fotobücher arbeite ich immer mit einem Zwischenstreifen, weil Fotos auftragen und das Album später unschön aufklaffen würde. Sie dienen also als „Höhenausgleich“.

Wer die einzelnen Seiten „scrapbookmäßig“ verschönern möchte, also mit Aufklebern, Eintrittskarten, gepressten Blumen oder gebastelten Sachen versehen will, kann bei einzelnen Seiten zum Ausgleich auch zwei oder mehr Zwischenstreifen einfügen.

Die Zwischenstreifen werden normalerweise passend zugeschnitten, hier legt man einfach ein Lineal an und zieht mit einem Falzbein eine Falz  (siehe orangefarbenen Streifen auf dem obigen Foto). Entlang der Falz knickt man das Papier um und hat somit schon einen Zwischenstreifen. Löcher markieren und mit einer Lochzange ausstanzen.

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Foto: Trennblätter und Lochzange

Es werden so viele Blätter vorbereitet, wie man  im späteren Album haben möchte.

Da das Album geschraubt wird, ist es jedoch kein Problem, es um weitere Blätter (=Einlagen) zu erweitern, falls mehr Seiten benötigt werden.

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Foto: Buchschrauben

Buchschrauben gibt es in verschiedenen „Füllhöhen“, z.B. in der Höhe 2mm bis hin  zur Füllhöhe von 20 mm. Sie können vernickelt oder vermessingt oder schwarz lackiert sein.

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Foto: Trennblätter und Graupappe

Nachdem die Trennblätter fertig gefalzt und gelocht sind, werden die Vorder- und Rückseite des Albums angefertigt. Man benötigt dafür Graupappe (Stärke 1,5 bis 2 mm), die es auch in Schreibwarenläden oder online zu kaufen gibt. Außerdem ein Teppichmesser und ein Metalllineal zum Schneiden der Graupappe.

Die Graupappe etwas größer als das Fotopapier/Einlage zuschneiden und einen Streifen davon in der Breite der Zwischenstreifen abschneiden (siehe obiges Foto) Das ist notwendig, um später gut umblättern zu können.

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Foto: Leim Planatol BB/ rechts mit Wasser verdünnter Leim

Die zugeschnittene Graupappe wird auf ein Blatt Fotopapier gelegt und man kennzeichnet nun die gewünschte Höhe/ Breite:

Der Einband (=Graupappe) sollte vielleicht in der Höhe jeweils unten und oben einen halben Zentimeter überstehen.

In der Breite ist er links bündig und rechts kann er ebenfalls etwa einen guten halben Zentimeter länger sein. Dabei muss der Zwischenraum zwischen den beiden Pappstücken ( etwa 3 mm breit) berücksichtigt werden.

Ein wenig experimentieren gehört dazu, wenn man zukünftig individuelle Alben „bauen“ möchte. Man kann nicht auf vorgebene Maße zurückgreifen und muss selbst entscheiden, was einem gefällt und was nicht.

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Foto: bezogene, vordere Decke (aus Graupappe)

Auf dem obigen Foto sieht man eine Graupappe, die mit rotem Buchbinderleinen bezogen wurde.

Dazu schneidet man ein ausreichend großes Stück Buchbinderleinen ( oder Papier) zu.

Normalerweise beachtet man dabei die Laufrichtung des Leinens oder des Papiers, aber für ein erstes Übungsstück lassen wir das außer acht.

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Foto: Graupappe auf Leinen geklebt.

Zwischen dem Randstreifen ( das Stück Pappe mit den beiden Löchern) und der Decke (das größere Stück Pappe), lässt man einen kleinen Spalt von wenigen Millimeter ( das ist für das spätere Aufklappen wichtig).

Wer ein gutes Augenmaß hat, schätzt ab, ob der Spalt gleichmäßig ist. Alle anderen können beispielsweise den Rücken eines Holz-Lineals dazwischenstecken.

Es gibt verschiedene Arten eine Ecke zu kleben. Ich habe alle ausprobiert und mir gefällt folgende am besten:

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Foto: Graupappe Buchbinderleinen

Graupappe ( also beispielweise die Vorderdecke des Albums) auf ein ausreichend großes Stück Buchbinderleinen (oder Papier) kleben. Die Ecken des Leinens -wie auf dem Foto zu sehen- abschrägen.

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Foto: umgeklappte Ecke

Die Ecke leimen, umklappen und mit dem Falzbein gut ausarbeiten. Alle Ecken so bearbeiten.

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Erst dann die übrigen Überstände Seite für Seite leimen, umklappen und mit dem Falzbein gut andrücken.

Auf der Vorderseite den Spalt mit dem Falzbein nachzeichnen und überprüfen, ob alles gleichmäßig verleimt ist.

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Die Pappe wird nun mit einem passend zugeschnittenen Stück Buchbinderleinens „gegenkaschiert“( siehe Foto oben).

Zum einen natürlich wegen des Aussehens, zum anderen würde sich ein einseitig bezogenes Stück Pappe bei der Trocknung leicht verziehen und verbiegen.

Wenn beide Albendeckel, also Vorder- und Rückseite, fertig bezogen und gegenkaschiert sind, läßt man sie unter einen Stapel Bücher o.ä. trocknen.

Nach dem Trocknen werden die Löcher (sie lassen sich gut erfühlen) mit der Lochzange vorsichtig ausgestanzt.

Das Album kann nun verziert werden. ich habe eine Schachtel, in der ich Dinge aufbewahre, die man möglicherweis für ein Album (oder eine Schachtel – das wird das nächste Projekt) gebrauchen kann:

Kochlöffel in einem Mini-Format, Tiere wie z.B. eine Echse aus flachem Metall, kleine Sandtiere.

Sehr alte Puppenschuhe aus Seide und anderen Materialien, die sich schon in der Auflösung befinden, aber wunderbar zur Shabby-chic-Verzierung eines Albums zur Geburt eines Kindes geeignet sind.

Filzblüten, Filzreste, flache Schmuckstücke.

Einen genähten Beutel, der farblich passt.

Landkarte, Postkarte, Münzen für ein Urlaubsalbum.

Ein flache Metalldose.

Einfach die Augen offen halten und sammeln. Irgendwann gebraucht man es.

Das Album muss zum Schluss nur noch zusammengeschraubt werden.

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Materialien:

Schneideunterlage, z.B. von Gerstaecker

Falzbein, z.B. bei Boesner

Leim , z.B. bei Planatol BB oder selbstangerührt aus Tapetenkleister (Metylan) und Ovalit T ( aus dem Baumarkt)

Borsten-Pinsel/ Tuch/ Makulaturpapier (altes Papier zum Unterlegen bei Klebearbeiten)

Cutter/ Skalpell zum Schneiden von Papier/ Fotokarton

Teppichmesser zum Schneiden von Graupappe

Lineal aus Metall

Bezugspapier, für Anfänger eignet sich „Knautschpapier/ Kripspapier“ am besten

oder Buchbinderleinen

Fotokarton

Graupappe in 1,5  oder 2, 0 mm Stärke

Beim Suchen nach Materialien ist mir ein Buchbinder-Shop aufgefallen. Ich poste hier mal den link zum Shop, kann aber nichts darüber sagen, weil ich dort noch nie gekauft habe.

Eure Erfahrungen oder Tipps bezgl. Einkauf von Buchbinde-Materialien dürft ihr mir gern per mail mitteilen.

http://www.buchbinder-shop.de/Buchleinen-Buchgewebe

Viele Sachen bekommt man aber auch in einschlägigen Bastel-Online-Shops, bei Boesner, bei Gerstaecker, im Schreibwarenladen oder bei Dawanda oder bei Ebay.

Buchtipp:

„Bücher perfekt selbst binden“ Vasco Kintzel

Einige Buchbindearbeiten von mir:

http://tinyurl.com/znlxxng

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„Vintage-Kochbuch“

koch2

Mir ist ein wunderschönes Notizbuch in die Hände gefallen:

„Antoine de Saint-Exupéry“ von Paperblanks

https://shop.paperblanks.com/de/de/notizb%C3%BCcher/101-Saint-Exup%C3%A9ry-Wind-Sand-und-Sterne

Mir fallen ständig schöne Notizbücher in die Hände (okay, ich helfe etwas nach) und außerdem binde ich ab und an auch noch selbst schöne „Leerbücher“, so dass der Stapel „Notizbücher“ in meinem Regal eher größer als kleiner wird.

Dieses habe ich aber benutzt und mir ein „Vintage-Kochbuch“ draus gebaut. Vielmehr bin ich noch dabei.

Rezepte, die nicht in irgendeiner Datei, ein trübes Dasein fristen oder lediglich auf einem Blatt Papier mit einer x-beliebigen Schrift gedruckt sein sollen, bekommen nun einen besonderen Platz:

im „Vintage-Kochbuch“

handgeschrieben und mit Pressbildchen/ Oblaten verziert.

Das klingt nach mühseliger Fleissarbeit, ist aber die pure Entspannung.

Das Schneiden und Einkleben der Bildchen erinnert mich an meine Kindheit und macht mir Spass. Könnte ich zeichnen, so würden zusätzlich kleine Zeichnungen  die Seiten schmücken.

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Hin und wieder nehme ich mir Zeit und trage in aller Ruhe -bei einer Tasse Tee- Rezepte ein und schreibe mir Notizen oder Tipps dazu.

Da ich es hasse, mich zu verschreiben und im schlimmsten Fall an dem Buch -behaftet mit diesem Makel- nicht weiterarbeiten würde, musste ein Stift her, mit ich Fehler verbessern kann.

Den gibt es wirklich: „Frixion Ball von Pilot“ (gibt es bei Amazon). Ein Tintenroller mit radierbarer Geltinte.

Pressbilder/ Poesiebilder/ Oblaten bekommt man überall. Meine habe ich durch Zufall (ich suchte etwas ganz anderes, aber davon demnächst mehr) bei „Servietten Wimmel“ gefunden. Obst und Gemüse mit „Glanz“.

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Blätterkarte

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Einfach ein paar zarte Blätter sammeln und für ein paar Wochen in einem dicken Buch trocknen lassen. Wenn dann die Abende wieder länger werden und man wieder viel Zeit und Muße zum Basteln hat, klebt man sie auf Klappkarten als Vogelkörper. Die Augen zeichnet man mit einem weißen Lackstift ein und wenn der durchgetrocknet ist, tupft man die Pupille mit einem schwarzen Eding-Stift auf. Mit einem Fineliner zeichnet man sich mit wenigen Strichen eine „Geschichte“ dazu.

Für eine Geburtstagskarte könnte man z.b. mehrere „Vögel“ aufkleben und bemalen, die einen Luftballon im Schnabel halten.

Für eine Einladungkarte könnten zwei Vögel ein Blatt Papier festhalten, auf dem der Anlass der Einladung, der Tag und die Uhrzeit vermerkt sind

Man muss nicht zeichnen können, es wird lediglich mit wenigen Strichen skizziert.

Suppenkellen