Veronika backt: Noch mal Kuchen mit Stevia

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Das ist schon der Zweite dieser Art, aber den ersten habe ich vergessen zu knipsen. Als ich das meinem Mann erzählte, hat er sich gleich bereit erklärt, noch einen Kuchen zu essen, ist das nicht tapfer von ihm?

Wie schon beim Mürbeteig wird auch der hier viel fester, also schließe ich daraus, dass man bei Steviateig am besten gleich zum Knethaken greift, dann klappt es prima.

Der erste Versuch war etwas flach, also nicht im Geschmack, sondern tatsächlich in der Höhe. Ich habe nie darüber nachgedacht, dass die Zuckermenge auch Volumen bringt, das bisschen Steviapulver ist natürlich mengenmäßig nahezu unsichtbar. Gut, hab ich eben die Teigmenge verdoppelt, passt schon.

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Das Originalrezept hat eigentlich einen Biskuitteig, aber das kann man mit Steviapulver ja knicken, also werden die Zutaten einfach gnadenlos so gemischt, die Eier habe ich auch gar nicht mehr getrennt, das macht überhaupt nichts (wozu hab ich mir dann früher nur immer so eine Mühe gemacht?).

Man nehme …

250 g Butter
6 Eier
400 g Mehl
1/2 Beutel Backpulver
4-5 Esslöffel Wasser oder Milch
Steviosid-Extrakt passend zu 200 g Zucker (sind bei meinem Fabrikat 20 der winzigen Messlöffelchen)
Obst nach Wahl, hier sind es … naaaa, ratet mal … Richtig! Sauerkirschen! Aber es klappt auch mit jedem anderen Obst aus dem Glas oder frischen Apfelstücken oder Rosinen oder Nüssen.

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Bei Dosenobst/Obst aus dem Glas die gewünschte Menge gut abtropfen lassen.
Zimmerwarme Butter, Eier, Wasser/Milch und Steviapulver verrühren, dann nach und nach Mehl und Backpulver dazu geben.
Die abgetropften Früchte darunter heben. Man braucht sie nicht mit Mehl bestäuben oder so, die sinken nicht weiter ein, da der Teig so zäh ist.

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Alles in eine Springform (28 cm Durchmesser) füllen.
Bei 180° (Umluft) ca. 50 Minuten backen.

Veronika näht: Teddy-Wundertüte

Von Veronika

Bei baerenladle.de kann man Teddy-Wundertüten kaufen, die alles zum Nähen eines Teddys enthalten sollen (außer einem Bild vom fertigen Teddy, richtig spannend). Man weiß nur, welche Endgröße man sich aussucht, alles andere bleibt geheim. Das ist was für mich, das probier ich mal aus.
Es kommt tatsächlich eine Papiertüte, also Wundertüte stimmt sogar. Darin befindet sich ein Schnittmuster, Fellstoff, Pfotenstoff, Nasengarn, Glasaugen und Scheiben und Stifte. Mein Teddy heißt Rosalie und wird also voll beweglich sein, klasse.
Das Einzige, was nicht dabei ist, ist Füllmaterial. Das macht mir nichts aus, hab ich immer im Haus, aber man sollte es dem Käufer gegenüber vielleicht erwähnen (oder hab ich den Hinweis nur übersehen?).
Der Schnitt ist gut beschriftet, die Stoffe großzügig bemessen, man könnte sich tatsächlich auch das ein oder andere verschnittene Teil leisten, das finde ich sehr gut.

Spannend wird es schon beim Zuschneiden. Da Pfotenstoff vorhanden ist, gehe ich natürlich davon aus, dass die Sohlen daraus sind, auch die Handinnenflächen haben ein exra Schnitt-Teil, also werden die wohl auch aus Pfotenstoff abgesetzt. Aber bei den Ohren steht nix weiter. Ich mag es bei Teddys ganz gern, wenn die Innenohren aus glatterem Stoff sind, also schneide ich die auch mal aus dem Pfotenstoff zu, aber man könnte sie auch rundherum „pelzig“ machen, beide Stoffe reichen für beide Varianten.

 

Nun werden die Teile zusammen genäht, was eigentlich einfach und recht offensichtlich ist, wie was zusammen gehört.

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Aber etwas fisselig ist es schon. Ich hatte eine Endgröße von ca. 17 cm gewählt und nicht bedacht, dass dann einige Teile doch etwas winzig sind. Das macht beim Nähen gar nichts aus, aber beim Wenden. Grobmotoriker sollten also besser ein etwas größeres Exemplar aussuchen.
Und noch etwas merkt man bei der Mikrochirurgie. Der Fellstoff ist dafür nicht ideal. Bei Arm oder Bein geht es ja noch, dass das Fell so dezent behaart ist, beim Öhrchen fällt es dann aber auf, da stehen dann nur noch 2 Haare und ansonsten blickt man auf das Untergewebe. Für so einen kleinen Teddy wäre ein dichterer Plüsch vielleicht etwas besser.

 

Alle Teile werden nun zusammengenäht, ausgestopft und dann angebracht. Auf den Schnittmusterteilen ist angezeichnet, wo die Gelenke für Arme und Beine sitzen sollen, man muss also nicht erst herumtüfteln, wie es wohl zu den Proportionen passen könnte, sehr praktisch.

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Und jetzt ist „Rosalie“ fertig. Der Name ist schon klar, das Fell schimmert ein wenig Richtung altrosa.
Das Nasengarn war auch wieder reichlich bemessen, das reicht dicke für 2 Nasen, und für die Augen war sogar extra ein spezielles Garn dabei. Der Faden fühlt sich an als wäre er irgendwie gewachst oder sowas. Bisher habe ich mich mit den Augen immer recht schwer getan, aber mit diesem Garn ging das ratz-fatz, so ein Augengarn muss ich mir auch mal zulegen.

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Wie sie da so vor mir saß, kam sie mir noch ein wenig nackt vor, bei den Proportionen muss irgendwass um den Hals. Ich hab es mal mit einem Reste-Fitzelchen getestet, ja, sieht entschieden besser aus, da werde ich noch eine endgültige Lösung in Form von Halstuch oder Schal nachliefern.
Mir hat es großen Spaß gemacht, diesen Überraschungsteddy zu machen (ich habe auch immer gern Puzzles ohne Vorlage gemacht), das mache ich bestimmt noch einmal irgendwann.

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Kiyaks Theater Kolumne: „Hören Sie gut zu! Das wollen wir nicht.“

Von Mely Kiyak

Wir wissen Bescheid. Sollte demnächst im Mittelmeer ein Boot mit Flüchtlingen untergehen und jemand von der Bundesregierung traurig bedauernd Beileid bekunden wird, können wir entgegnen: “Bitte heucheln Sie woanders. Nie war es einfacher seine Hand zu heben und gegen das Sterben zu votieren als letzten Freitag im Bundestag. Sie aber haben gewollt, dass Frauen, Männer und Kinder ertrinken, statt ihnen zu erlauben Flugzeuge zu besteigen.”
That’s it, so einfach!

Hier könnte die Kolumne enden. Weil das Thema in meinen Augen damit eigentlich ausreichend behandelt wurde.

Das Gesetz, das Fluggesellschaften nicht erlaubt Flüchtlinge ohne gültige Einreisepapiere transportieren zu dürfen, ist eine Menschenrechtsverletzung. Die Fluggesellschaften halten sich an das Verbot. Nicht aber die Flüchtlinge. Sie kommen trotzdem, auf anderem Weg. Es ist also ein Gesetz, das nicht wirkt. Normalerweise werden Gesetze, die nicht wirken, geändert. In der Flüchtlingspolitik aber herrscht verkehrte Welt. Wer zu Fuß ohne Einreisepapiere in Deutschland ankommt, wird nicht sanktioniert und darf einen Antrag auf Asyl stellen. Warum nicht auch jener Mensch, der mit dem Flugzeug kommt?

Allein das Wort: Flüchtlingspolitik. Erkennt irgendjemand in irgendeiner Maßnahme, die in Sachen Geflohener beschlossen wurde, irgendetwas, das irgendeinem Kriegsflüchtling nützt? Ich sehe keine Vorteile. Weil: Es gibt keine. Diese ganzen Gesetze und Regelungen sind an Flüchtlingsgegner adressiert. Warum erhalten Syrer vermehrt nur einen subsidiären Schutz und keinen auf der Grundlage der Genfer Flüchtlingskonvention? Und warum ist der Familiennachzug für jene, die subsidiären Schutz bekommen, für zwei Jahre ausgesetzt worden? Warum müssen sie zwei Jahre warten, bis sie Elternteile oder Kinder nachholen dürfen? Ich verrate es gerne. Damit es sich biologisch erledigt. Zwei Jahre warten bewirkt, dass das Risiko dieser Kinder in Syrien zu sterben eklatant steigt. Nichts anderes. Oder sieht irgendwer etwas Positives an dieser neuen Regel, das ich nicht erkenne? Kann ja sein, dass ich doof bin und nichts verstehe.

Die Begründung des Innenministers klingt übrigens so:
„Die Einschränkung des Familiennachzugs mag hart erscheinen. – Sie ist hart, einverstanden. Sie ist aber notwendig, um eine Überlastung der Aufnahmesysteme in unserem Land zu verhindern. Hören Sie gut zu! Der nächste Satz wird Sie vielleicht noch mehr ärgern; aber ich halte ihn trotzdem für richtig. – Wir wollen nicht, dass Eltern ihre Kinder vorschicken, teilweise einer Lebensgefahr aussetzen, um anschließend selbst nachzukommen. Das wollen wir nicht.“

Wir wollen die Kinder vor der Lebensgefahr auf dem Meer schützen? Sie sollen lieber im sicheren Syrien ausharren? Hören Sie gut zu! Wir sind gegen sichere Fluchtwege. Das wollen wir nicht. Das ist so verwirrend, dass man nicht weiß, wie man diese verquere Logik entwirren soll.

Man könnte seitenlang so weitermachen. Ein anerkannter Flüchtling bekommt 135 Euro. Warum muss er neuerdings 10 Euro für seinen Deutschkurs bezahlen? Warum, wie in Berlin üblich, zusätzlich fast 40 Euro für sein Monatsticket?

Ich denke, das Asylpaket II ist einfach nur schmieriges Angetörne für die neue Rechte. Eine Art Wichsvorlage. Es gibt keinen einzigen seriösen Kommentator, der in den beschlossenen Flüchtlingsgesetzen auch nur einen Hauch einer sinnvollen Entscheidung gesehen hat. Aber das war nicht das Thema meiner Kolumne. Das Thema war die Abstimmung am vergangenen Freitag im Bundestag. Ich hoffe, dass die Flüchtlinge ganz bald gut Deutsch sprechen werden, damit sie nachlesen können, welche Parteien es waren, die in Kauf nahmen, dass ihre Leute im Meer ertrinken. Freitag haben sie für die Lebensgefahr und gegen sichere Fluchtwege gestimmt. CDU. CSU. SPD.

Mely Kiyak