Elisabeths Indienreise Teil 2

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Text und Fotos: Elisabeth E.

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Foto: Leiterin Schwester Stella und ihre „Meisterschuelerin“ in einem selbstentworfenen Kleid

In der Naehschule freute man sich ueber Aida- und andere Stoffe, vorkonfektionierte Tischdecken samt Garnen zum Aussticken, riesige Mengen an Stickgarn sowie Buecher und Hefte mit einer Unmenge selbsterklaerender Kreuzstich-Vorlagen sowie Burda-Hefte mit „westlicher Mode“.

Fuer die Abschlusspruefung mit staatlich anerkanntem Diplom, Fashion Design and Garment Technology, in etwa vergleichbar mit einer deutschen Meisterpruefung, werden in Naehen und Sticken eigene Entwuerfe verlangt.

Die angehenden Schneiderinnen freuen sich ueber jede Anregung. (Selbst in Pothys, Keralas groesstem Kaufhaus, habe ich trotz ewiger Suche und Nachfragen noch nie Handarbeitsbuecher gefunden.)

Danke an „schwubbel“, „internettchen“ und „agatha“ fuer ihre grosszuegigen Spenden

 

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 Foto: Sonntagsausflug mit Frederick

Nach zwei Wochen im Bethsaida machten wir FMI-Miglieder am 14.2. einen Ausflug mit Frederick.

In einem Strandrestaurant in Kovallam vergassen fast alle von uns die Ernaehrungstipps der Aerzte fuer ein paar Stunden.

Das Bethsaida ist alkohol- und nikotinfrei, nach gefuehlter ewiger Abstinenz mit Unmengen Kraeutertee und Obstsaeften freuten wir uns ueber Bier und Wein.

Frischer Fisch und reiche Auswahl an Seafood waren ein Genuss (Nur mittwochs und samstags gibt es im Bethsaida Fisch bzw. Huehnchen, an den anderen Tagen vegetarisches Essen).

Zurueck im Bethsaida ueberraschten uns abends die Koch-Azubis der Hotelfachschule mit einer wunderschoen herzig dekorierten Valentinstagstorte fuer meinen Mann (er heisst Valentin).

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Fotos: In den nahegelegen Backwaters

Am 15.2. hatten die Rosa Rockers, die Band des Waisenhauses Rosa Mysica, ihren Auftritt. Im sogenannten Amphitheater, einer kleinen Buehne auf dem Bethsaida-Gelaende traten sie auf.

 

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Foto: Rosa Rockers

Rockers – wir alle dachten an Jugendliche, die Heavy Metal recovern. Umso ueberraschter waren wir….. Keine wilde Rockmusik, keine Rockerkluft, die Jungen traten im traditionellen indischen Festtagsgewand auf. Die Gruppe gab eigene Stuecke zum besten, getextet von ihrem dreizehnjaehrigen Songwriter, komponiert mit Hilfe ihres Musiklehrers, begleitet von klassischen indischen Saiten- und Percussion Instrumenten. Fuer europaeische Ohren etwas ungewohnt. Der Saenger ist 16, seine beiden Mitsaenger sind erst elf.

Der anschliessende Auftritt der Jungen-Tanzgruppe war um einiges wilder. Fuenf junge Burschen mit ordentlich Gel im Haar, gekleidet in Skinny-Jeans und neonfarbene Shirts, betraten schwer macho-maessig die Buehne. Zu lauter Musik vom Band legten sie los mit einem wilden Bollywood-Mix, kombiniert mit Breakdance-Einlagen, die uns beim Zuschauen schwindelig machten.

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Foto: Tanzgruppe

 

Ca. 150 aeltere Jungen aus dem Waisenhaus sassen mit uns auf dem Rasenhang vor der kleinen Buehne und feuerten ihre Freunde an. Wir und Hotelgaeste tobten mit!

Bei dem anschliessenden kleinen Fest in der Saft-Bar zusammen mit den Jugendlichen wurde uns die CD der Rosa Rockers ueberreicht, als Dank fuer unser Engagement.

Ein Musiker-Ehepaar aus der Schweiz, ebenfalls FMI-Miglieder und vor Ort, hatte bei Musikauftritten mit seinen Schuelern in Schweizer Staedten Geld gesammelt.

Fuer alle war es ein wunderschoener Abend!

Am meisten hat uns beeindruckt, dass dank Frederick die Kinder nicht nur versorgt und beschult werden, sondern auch die Moeglichkeit haben, sich je nach Neigung und Faehigkeiten in verschiedenen AGs einzubringen: Kunst und Werken, Sport, Musik, Gesang, Tanz…. und sie an regionalen Veranstaltungen und Wettbewerben teilnehmen.

 

 

 

 

 

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Es war immer schon schlimm. Aber jetzt betrifft es auch Euch!

Kiyaks Theater Kolumne:

Es ist Jahre her, da schrieb ich für eine gedruckte Tageszeitung politische Kolumnen. Es war die Zeit nach der ersten deutschen Islamkonferenz, vor Sarrazins Riesenskandalbuch, vor dem Enttarnen des NSU – nennen wir es eine Zwischenzeit.
Manchmal schrieb ich über die Verachtung der Deutschen gegenüber jenen Gruppen, die sie als Nichtdeutsche betrachteten. Manchmal auch über Angriffe von Rechtsradikalen. Über eine fiese, aggressive Stimmung in der Bevölkerung. Über das Erstarken des Rechtspopulismus in Europa. Über Rassismus in der Gesellschaft. Über den Missbrauch der Leserkommentarfunktion.

Ich wurde als Kolumnistin nie zuvor und nie danach so sehr bepöbelt, gehasst, verfolgt, bedroht, beschimpft, mit dem Tode bedroht. Ich hatte nie zuvor so viel mit Staatsanwaltschaften und Anzeigen bei der Polizei gegen mich zu tun, mit offenen Drohungen von rechtsradikalen Parteien und rechtsgerichteten Publizisten und ihren Parallelweltenblogs wie in jenen Jahren.

Hier und da saß ich auf Podien und beschrieb das. Nicht die Angriffe gegen mich, sondern die Angriffe auf die Demokratie und andere Menschen. Alte Zeiten. Nun schlage ich die Zeitung auf und lese Kommentare von ehemaligen Mitdiskutanten, die heute Preise für ihre politische Berichterstattung gegen rechtspopulistische Bewegungen und die damit einhergehenden Bedrohungen erhalten. Ich sehe Bilder von Kollegen, die von Heulkrämpfen geschüttelt, dringende Appelle an die Öffentlichkeit richten. Dabei handelt es sich zunehmend oft e x a k t um jene Journalisten, die bei früheren, öffentlichen Veranstaltungen negierten, dass es eine hasserfüllte und rassistische Gesellschaft gibt. Dieses Damals ist vielleicht fünf Jahre her. Heute, da dieser Hass auf die breite Mitte trifft und auch vor populären Fernsehpersönlichkeiten keinen Halt macht, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund, ist das Problem angekommen.

Ich denke, traurig, aber so ist es nun einmal. Der Mensch wird nur aufgerüttelt durch die Ungerechtigkeit, die er selbst erlebt. Wenn Diskriminierung einen anderen betrifft, sieht das aus der Entfernung eben einfach nicht so schlimm aus. Aber funktioniert Gerechtigkeit nicht dann am Schönsten, wenn ein Anderer für dein Recht einsteht?

Wir Journalisten waren sehr schlecht darin, füreinander Solidarität zu zeigen. Das hat viel mit Konkurrenz zu tun. Gerade jene unter uns, die einen Migrationshintergrund haben, gingen den Weg der Überassimilation in den Redaktionen. Der Graben verlief durch das migrantische Milieu. Ich hörte oft Kollegen sagen: „Ich bin hier, weil ich gut bin.“ Wenn man zurück fragte: “Warum sind wir nur zu zweit hier?“, lautete die Antwort: „Die anderen sind eben nicht so gut wie wir!“. Strukturelle Benachteiligung war etwas, was man aus dem Geschichtsbuch über Südafrika kannte und woanders verortete.

In dieser Anfangszeit gründete ich mit einer Handvoll Kollegen eine Show, mit der wir durch die Lande tingelten und den Rassismus, mit dem wir es zu tun hatten, vorlasen. Das war mit einem hohen Risiko verbunden, weil wir damit alleine waren. Heute ist das Veröffentlichen von Rassismus eine Art Facebooksport geworden. Damals hieß es oft: Wer austeilt, muss auch einteilen können. Mit austeilen war übrigens gemeint, dass man einfach seine Meinung vertrat, die aber nicht der Haltung entsprach, dass Deutschland ein wunderschönes Land der gepflegten Manieren ist. Also solle man sich über den ganzen Bedrohungsmüll nicht wundern. Nur ganz nebenbei: Viele der ehemaligen Kollegen, egal ob Journalisten oder Politiker, die damals auf Podien beteuerten, dass es in Deutschland weder Rechtsruck noch Diskriminierung gebe, rufen uns heute an und bitten darum, auch mal mitmachen zu dürfen. Es sei ja alles so unglaublich schlimm geworden. Meine Standardantwort: Es war immer schon schlimm. Aber jetzt betrifft es auch Euch!

Es ist so unendlich peinlich, dass das Maxim Gorki Theater in Interviews immer wieder erklären darf, warum das Ensemble das Einzige in Deutschland ist, dass die Bevölkerungsstruktur widerspiegelt. Es ist so unendlich peinlich, dass wir in Deutschland Initiativen haben, die für ein Wahlrecht für ehemalige Gastarbeiter kämpfen, deren letzte Vertreter nun langsam sterben, ohne an der Demokratie jemals teilgehabt zu haben. Es ist so unendlich peinlich, dass es Zeitungsredaktionen gibt, auch und gerade in Berlin, die über nullkommanull Migrationshintergrund verfügen und damit natürlich über null Expertise, was das Thema betrifft. Es ist so unendlich peinlich, dass auf öffentlichen Ausschreibungen steht, dass Menschen mit Migrationshintergrund bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden, damit irgendwann in einer Milliongalaktischen Jahren der Migrationsanteil in öffentlichen Institutionen, Medien, Politik und Universitäten wenigstens einen Promillebereich erreicht.

Dieses Ungleichgewicht ist für die Verstimmungen in der Bevölkerung wesentlich. Wenn niemand von Rang und Namen und Amt und Würden dagegen vorgeht, bleibt es immer die Aufgabe von einigen wenigen Stimmen in der Öffentlichkeit, sich gegen Benachteiligung zu wehren. Häufig wird man ohnehin nicht ernst genommen. Denn durch den fremd klingenden Namen wird man nie als Experte zum Thema befragt sondern als Betroffener. Diejenigen, die derzeit in Amt und Würden sind, begreifen wiederum nicht, was Rassismus ist. Ich habe jahrelang in Redaktionen dafür gekämpft, dass man anerkennt, dass Kommentare wie diese gelöscht werden: „Geh nach Saudi Arabien, da gehörst du hin“. Es ist nicht gelogen, wenn ich sage, dass von der ersten Klage bis zum Löschen dieser Kommentare Jahre vergingen.

Da wir schon von d i e s e n Redaktionen sprechen. Dort arbeiten heute noch Kollegen, die vor Jahren in Emails, die ich selber gesehen habe, an Shermin Langhoff, die Intendantin des Maxim Gorki Theaters, schrieben, sie habe ihren Erfolg den Journalisten d i e s e r Redaktionen zu verdanken. Mit anderen Worten, Shermin Langhoff ist keine bedeutende Kulturmacherin sondern das Produkt dieser Redaktionshanseln, die damals das Wort „postmigrantisch“ nicht mal buchstabieren konnten und heute diesen Begriff – den am Gorki schon seit Jahrhunderten niemand mehr in den Mund nimmt – in ihre Überschriften basteln; so voll auskennermäßig.

Leute, Ihr seht, ich könnte einen Schlüsselroman über dieses Schreibgewerbe verfassen. Über all die , die heute gegen Rechts kämpfen und sich gestern noch mit Händen und Füßen von einem distanzierten, wenn man einfach nur ein paar Statistiken über rechte Parteien in Europa herunter leierte. Über all die Leute, die heute das Maxim Gorki bejubeln und gestern noch von Türkentheater und Betroffenheitsrevue schrieben. Über Verantwortliche, denen man sagte, Redakteur XY schreibt in islamophoben Foren, und die heute auf Tagungen auftreten und sich über eine Radikalisierung unter Medienberichterstattern wundern.

Aber gut. Gestern ist gestern und heute ist heute. Hören wir endlich auf, rührselige Reden zu halten und nutzen wir Elan, Witz, Geist, Esprit – einfach die geballte Ladung unserer Beklopptheit – um gemeinsam für die Flüchtlinge einzustehen. Damit wir sie irgendwann als Kollegen begrüßen dürfen.

Ihre Mely Kiyak

 

Elisabeths Indienreise Teil 1

Fotos und Text von Elisabeth E.

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 Foto: Das Onam-Fest

 

Namaste!

Seit zwei Wochen sind mein Mann und ich wieder im Bethsaida, ich mittlerweile zum sechsten Mal.ee18

Foto: Fruehmorgens am Strand – Die Fischer kehren zurueck

 

Warum so oft, fragen sich vielleicht einige.

Ganz einfach: Zuvor war ich in einigen anderen Ayurveda-Hotels und zunehmend angewidert vom unsozialen Verhalten der Betreiber.

Sobald die Gaestezahlen nach unten gingen, wurden Angestellte gnadenlos entlassen, um zur Hauptsaison wieder eingestellt zu werden, ueberall waren Aufseher unterwegs, die jeden Kontakt der Mitarbeiter zu Gaesten unterbanden, die Angestellten bei der Arbeit antrieben, vor Gaesten wegen kleiner Fehler bloss stellten und anschrien.

 

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Foto: Kokosnusspfluecker vorm Balkon

 

Die Angestellten erhielten einen Hungerlohn, die Hotel-Eigentuemer fuhren in BMW, Mercedes und Bentley vor.

Zufaellig stiess ich im Katalog eines Reiseveranstalters auf das Bethsaida. Die eher beilaeufige Erwaehnung der sozialen Projekte hielt ich fuer einen dreisten Marketing-Gag, denn nach meinen Erfahrungen konnte ich mir nicht vorstellen, dass ein Hotel-Eigentuemer seine Gewinne in soziale Projekte investiert.

 

 

Fotos: Mittagessen im Maedchenhaus, Essensausgabe

 

Misstrauisch rief ich beim Reiseveranstalter an, der mir die Richtigkeit der Angaben bestaetigte, mich auf die homepages von FMI Deutschland und Schweiz verwies.

Und buchte meinen ersten Urlaub.

Kaum angekommen hielt ich Ausschau nach den sozialen Projekten – keinerlei Hinweise im gesamten Hotelbereich, ich fragte andere Gaeste, auch sie wussten von nichts.

 

Fotos: Der FCB(ethsaida)

 

Immer noch skeptisch fragte ich an der Rezeption nach, schon am naechsten Tag fuehrte mich eine junge Mitarbeiterin durch das nahegelegene Jungenhaus, wo ich Gelegenheit zu Gespraechen mit Lehrern und Kindern bekam.

Nur wenige Tage spaeter fuhr sie mit mir zum Maedchenhaus und dem Frauenausbildungszentrum.

 

Fotos: Das Maedchenhaus, Schulfeier im Maedchenhaus

 

Ich war platt! In jedem Haus lebten ca. 500 Kinder, schoene Gebaeude mit jeweils angeschlossener Schule, alles spartanisch eingerichtet, Schlafsaele fuer 20-30 Kinder, eingerichtet mit einfachen Stockbetten und Regalen fuer die Habseligkeiten der Kinder. Alles blitzsauber, die Kinder gut gekleidet und nicht in Lumpen.

Weit entfernt von dem „Elend“, das ich erwartet hatte, nachdem ich in den Vorjahren ein staatliches Waisenhaus, besser gesagt eine Verwahranstalt, gesehen hatte.

 

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Foto: Im Frauenausbildungszentrum

 

Dann lernte ich auch Frederick kennen.

Sofort nach Rueckkehr nahm ich Kontakt zu Familie Liebers, den Gruendern von FMI, auf und wurde Mitglied.

Nach all den positiven Eindruecken konnte ich meine naechste Indienreise kaum erwarten, und sie wurde noch viel besser als die erste.

Im Laufe der Jahre konnte ich das Entstehen des neuen Schulgebaeudes der bilingualen Schule und die Gruendung der Hotelfachschule erleben, war zu Schulfesten und Sportturnieren eingeladen, konnte Freundschaften knuepfen zu Angestellten.

Soweit zu meiner eigenen „Freundschaft mit Indien“.

 

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Foto: Begruessung in der Schule

 

Und nun Euch allen, auch in Fredericks Namen, einen grossen Dank fuer Eure Unterstuetzung seiner Schulen und Waisenhaeuser.

Mit unseren Spenden leisten wir wertvolle Unterstuetzung, den Kindern geht es gut. Sie werden gut betreut und versorgt, machen einen froehlichen und aufgeweckten Eindruck.

Schaut Euch die Fotos, die ich in den letzten Tagen gemacht habe, an. Sie geben Euch einen kleinen Einblick.

Aus der Schweiz sind derzeit ca. 15 Vereinsmitglieder da, vergangene Woche luden uns die Schueler der Hotelfachschule ein – sie kochten fuer uns und bewirteten uns in ihrem „Uebungs-Restaurant“.

 

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Foto: Im „Schul-Restaurant“

 

Aperitif, Tomatencremesuppe, Butter Chicken, Garnelen und Huhn aus dem Tandoori-Ofen, verschiedene Reiszubereitungen, und zum Abschluss Mousse au Chocolat und gedeckten Apfelkuchen, dank eines jungen Schweizer Baeckers und Konditors, der letztes Jahr ehrenamtlich an der Hotelschule backen unterrichtete.

 

Fotos: Azubis der Hotelfachschule, Die Koch-Azubis und ihr Ausbilder, Lehrkueche

 

 

Tags darauf waren wir in der bilingualen Schule. Hier werden ca. 900 Kinder, von Vorschule bis Abitur, unterrichtet, von Anfang an auch auf Englisch. Alle aus alleraermsten Familien.

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Foto: Ein Teil von Fredericks Schulbusflotte

 

Fredericks Schulbusflotte sammelt sie allmorgendlich in den Fischersiedlungen ein und bringt sie wieder zurueck. (Nach Schulbeginn werden mit den Bussen ca. 200 alte Menschen zur Altentagesstaette gebracht, wo sie den Tag verbringen, und auch Essen bekommen).

 

Fotos: Schueler der bilingualen Schule

 

Das neue Schulgebaeude wurde erst 2014 eingeweiht, inzwischen ist auch das oberste Stockwerk fast fertig, demnaechst werden ca. 300 weitere Tagesschueler dazu kommen.

Fotos: Schulgebaeude

 

Fuer die Schuelerinnen des nahegelegenen Maedchenhauses werden dort Physik-, Chemie- und ein Computerraum eingerichtet, damit sie fuer diese Faecher nicht mehr in die Jungenschule muessen.

In der bilingualen Schule wurden wir ueberaus herzlich empfangen, mit einem Lied und Blumenketten, die kleinen Cheerleader aus der Vorschule und die Maedchen-Tanzgruppe tanzten fuer uns.

Fotos: Die Cheerleader-Gruppe der Vorschule, Die Tanz-AG der Maedchen

 

Anschliessend hatten wir Gelegenheit zum Gespraech mit Father Bernadine, Fredericks Onkel, dem Begruender der sozialen Projekte, und jungen Klosterschwestern, die derzeit ein Lehramtsstudium absolvieren.

 

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Foto: Father Bernadine

 

Für die naechsten Tage stehen die beiden Waisenhaeuser und das Frauenausbildungszentrum auf unserem Programm. Nach unserem Urlaub werde ich dazu berichten.

Mein „kurzer“ Bericht ist nun sehr ausufernd geworden…..

Bilder sagen oft mehr als Worte, schaut Euch die Fotos an, und seht, was Frederick mit seinen Hotelgewinnen und unseren Spenden hier aufgebaut hat.

Elisabeth

 

 

 

Homepage Freundschaft mit Indien

http://www.freundschaft-mit-indien.de/

 

 

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weitere Fotos folgen…

 

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Foto: Begrüssung in der Hotelfachschule

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Foto: Der „Schnitzer“…

 

Foto: …und seine Werke

 

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Der Winfried betet für die Angela. Oh Gott, wie lieb von ihm!

Der Winfried betet für die Angela. Oh Gott, wie lieb von ihm!

Winfried Kretschmann ist Ministerpräsident in Baden-Württemberg und Mitglied der Grünen. Winfried Kretschmann betet täglich für Angela Merkel. So las ich es in einem Interview, das er dem Berliner Tagesspiegel gab.

Ich habe, das schrieb ich oft, keine Angst vor Menschen, die beten. Tiefe Religiosität beeindruckt mich zutiefst. Gespräche mit Menschen, die Theologie studiert haben, sind oft ein philosophischer Genuss. Jedoch: Ich fürchte mich vor betenden Politikern. Wenn Politiker aufhören, Politik zu gestalten und anfangen zu beten, werde ich unruhig. Hätte der Winfrid Kretschmann gesagt: „Ich bete täglich Angela Merkel an“ oder „Ich bete täglich zu Angela Merkel“, wäre ich sicher nicht hängen geblieben.

Von einem Mitglied der parlamentarischen Demokratie mag ich das Wort Gott nicht hören. Ich mag das einfach nicht. Mich nervt auch der Begriff Christdemokrat. Ist das nicht Schwachsinn? Als Demokrat bist du Demokrat. Gott hin oder her. Sobald du das einschränkst, bist du kein Demokrat mehr.

In dem Interview bescheinigt Winfried Kretschmann der Bundeskanzlerin eine gute Europapolitik. Na ja. Kann man so sehen oder so. Das ist hier zwar nicht das Thema der Kolumne, aber ich möchte doch an Oktober 2013 erinnern. Vor Lampedusa sank ein Boot mit 500 Flüchtlingen.

Wochen und Monate vor sowie nach der Katastrophe bat Italien die Europäer um Solidarität und Einigkeit. Um eine, wie man so schön sagt, europäische Lösung. Die Antwort unserer Europapolitikerin Merkel war, dass die zu jenem Zeitpunkt in Deutschland lebenden 65.000 Flüchtlinge unsere Aufnahmekapazität über Gebühr strapazierten. Deutschland ließ Italien mit seinem Problem im Stich.

Zwei Jahre später, da Deutschland völlig überraschend und wie aus heiterem Himmel über Nacht von Flüchtlingen überrannt wurde, bittet die Kanzlerin um Solidarität, Einigkeit und um eine, wie man so schön sagt, europäische Lösung. Heute lässt Europa Deutschland im Stich. Angela Merkel steht auch in ihrer Partei zunehmend isoliert da und kann sicher jede Unterstützung gut gebrauchen. Auch die Gebete eines Grünen. Womit wir wieder beim eigentlichen Thema sind: Winfried Kretschmanns Kompass für sein politisches Handeln, das er in dem eingangs erwähnten Interview in einer Tour mit seinem Christsein rechtfertigt.

Familie schreibe er groß und betont „wie übrigens auch die Kirchen“. Na und, denkt sich der demokratische Leser! Welche Rolle spielt das? Wenn die Kirche demnächst die Todesstrafe für Flüchtlinge fordert, was macht der Kretschmann dann?

Menschen an Grenzen abzuweisen, rechtfertigt der Ministerpräsident ebenfalls mit der Bibel. Nächstenliebe sei das wichtigste Gebot der Christen und das bedeute, dass man sich nicht überfordern dürfe. Also Grenzen auch mal dicht machen. Und auf den Rassismus der Slowakei, die sich weigert muslimische Flüchtlinge aufzunehmen, antwortet der Grüne: „ ..dann sollen sie halt christliche Flüchtlinge aufnehmen“, so als sei das völlig legitim.

Kretschmann fasst seine Überzeugung so zusammen: „Pragmatischer Humanismus, das ist meine Leitlinie“.

Zwar gibt es in der Denkgeschichte durchaus Überlegungen zum Verhältnis von Humanismus und Pragmatismus und wer sich etwas in William James Philosophie eingelesen hat, wird wissen wovon die Rede ist. Kretschmanns „pragmatischer Humanismus“ meint aber eindeutig etwas Anderes. Sein Humanismus wird dann rausgekramt, wenn er nichts kostet, keine Risiken birgt und nur einem selbst nützt. Manche nennen diese Maxime auch anders. Nämlich Egoismus. Und als Begründung wird immer schön mit der Bibel gewedelt. Natürlich immer mit den Stellen, die einem politisch gerade nützen. Wenn Politiker anfangen Gott und Staat miteinander zu verschwafeln, dann wird es einfach nur noch düster. Gott schuf die Welt in sieben Tagen. Demokratie war meines Wissens nicht dabei.

Wenn einer Religion als Grundlage für sein gutes Handeln benutzt, wird er auch keine Hemmungen haben, Religion für sein schlechtes Handeln zu benutzen.

Leute, glaubt mir. Genauso machen das reaktionäre und mindergebildete Ayatollas und Dorfmuftis mit islamischen Glauben auch, wenn sie in ihren Dörfern den Leuten mit ihren unsinnigen Fatwas das Leben zur Hölle machen. Schiitische Dorfmullahs oder sunnitische Dorfimame verstehen genau wie Kretschmann Heilige Schriften immer nach Bedarf, um nicht zu sagen „pragmatisch humanistisch“.

Der moderne Humanismus hat mühsam eine Idee von Frieden, Menschlichkeit und Solidarität entwickelt, die, wenn es sein muss, auch im Widerstand zu jedweder Religion agiert. Diese Denkschule vereinbart sich vorzüglich mit dem Glauben an Gerechtigkeit. Ich nenne es Rechtsstaat. Und sein oberstes Gebot lautet: Politik ohne Gott.

Versteht j e t z t jeder, warum das mit betenden Politikern so eine Sache ist? Wer es bis hierher nicht begriffen hat, dem kann ich es leider auch nicht besser erklären. Für den bleiben nur noch meine Gebete. Möge Gott Verstand auskippen!

Amen.

Ihre Mely Kiyak